Hamburg

Genehmigungen im Wohnungsbau: Zahlen sorgten für Verwirrung

Wohnungsbau in der Hafencity.

Wohnungsbau in der Hafencity.

Foto: dpa / Christian Charisius

„Falsche Zahlen“ hatten am Donnerstag zunächst für einen deutlichen Rückgang gesprochen – Grund sei die Zählweise.

Hamburg.  Bei der Zahl der Genehmigungen im Wohnungsbau ist es am Donnerstag vorübergehend zu Verwirrungen gekommen. Grund war eine Pressemitteilung der Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). Darin bezog sich Direktor An­dreas Breitner auf Zahlen des Statistischen Landesamts, denen zufolge in Hamburg im ersten Halbjahr 2019 nur 2820 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt worden seien. Im Vergleich zu 4295 erteilten Baugenehmigungen im Vorjahreszeitraum sei das ein Rückgang von 34 Prozent.

Die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) erklärte dagegen, dass die Zahl der erteilten Baugenehmigungen für Wohnungen sogar leicht gestiegen sei. „Im ersten Halbjahr 2018 wurden 5371 Baugenehmigungen erteilt, im ersten Halbjahr 2019 waren es 5695“, so eine Sprecherin. Die Abweichungen zu den Zahlen des Statistischen Bundesamts begründete sie mit der Zählweise. „Wir fragen monatlich bei den Bezirken ab, wie viele Baugenehmigungen erteilt wurden. Das Statistische Bundesamt erfasst eine Baugenehmigung aber erst, wenn diese dort vorliegt. Das kann deutlich später sein, daher kann es zu Abweichungen kommen.“

Insgesamt verzeichne Hamburg einen leichten Zuwachs von 324 genehmigten Wohneinheiten in den ersten sechs Monaten 2019. Für den Juli kämen noch einmal 698 Wohneinheiten dazu. „Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr mit 11.243 genehmigten und 10.674 fertiggestellten Wohnungen wird damit die erfolgreiche kooperative Wohnungsbaupolitik von Senat, Bezirken und dem Bündnis für das Wohnen in Hamburg fortgesetzt.“

Rückläufige Zahlen im Vergleich zu 2016 und 2017

Im Vergleich zu den Jahren 2016 und 2017 wird jedoch deutlich, dass mittlerweile tatsächlich weniger Baugenehmigungen erteilt werden. So wurden 2016 nach Angaben der Behörde insgesamt 12.471 Wohnungen genehmigt, im Jahr 2017 waren es sogar 13.411 Wohnungen. Vor diesem Hintergrund scheint die Sorge des VNW berechtigt, dass sich, sollten die Behörden trotz hoher Nachfrage deutlich weniger Baugenehmigungen erteilen, der Mangel an bezahlbaren Wohnungen vor allem in Ballungsräumen im Norden Deutschlands noch verschärft.

„Die reifen Früchte sind gepflückt. Jetzt wird Bauen schwieriger, aufwendiger und dauert länger“, so Breitner. „Leidtragende sind Wohnungssuchende mit mittlerem oder geringem Einkommen.“ Die Stadt habe in den vergangenen Jahren rund 40.000 neue Wohnungen gebaut, jetzt stoße sie an ihre Kapazitäten. Der Fokus der Behörden müsse nun darauf liegen, auch auf schwierigen Grundstücken Wohnungsbau zu ermöglichen. Dazu sei Flexibilität bei der Preisgestaltung ebenso notwendig wie bei der Anwendung bürokratischer Auflagen.