Hamburg

A7 erhält Flüsterasphalt und wird noch zweimal voll gesperrt

Die Weströhre des Schnelsener Tunnels ist seit Juni 2018 fertig.

Die Weströhre des Schnelsener Tunnels ist seit Juni 2018 fertig.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Kommende Woche geht es los – mit erheblichen Behinderungen des Verkehrs. Weitere Sperrungen im Oktober und Dezember.

Hamburg. Im Straßenbau-Marathon auf der A 7 werden die nächsten Etappen genommen. Zwischen Stellingen und Schnelsen bekommt die Fahrbahn Richtung Norden noch in diesem Monat einen speziellen Asphalt, der die Fahrgeräusche vermindert. Und im Dezember ist dann endlich der erste der drei Hamburger Deckel über der Autobahn komplett fertig: in Schnelsen. Die schlechte Nachricht: Um Platz für die Straßenbauer zu schaffen, sind drei Sperrungen notwendig: zwei komplette Sperrungen der A7 und eine Teilsperrung.

Für das Aufbringen des offenporigen und damit lärmmindernden Asphalts wird die Autobahn zunächst vom kommenden Donnerstag auf Freitag (15./16. August) zwischen 22 und 5 Uhr, sodann von Freitag, 16. August, 22 Uhr, bis Montag, 19. August um 5 Uhr gesperrt – allerdings nur die Fahrbahn in Richtung Flensburg.

Zwei A7-Vollsperrungen im Oktober und Dezember

Auch die beiden Anschlussstellen, die es in diesem Bereich gibt, bekommen den Flüsterasphalt. Dazu werden die Aus- und Auffahrten Schnelsen und Schnelsen-Nord in Richtung Flensburg von Freitag, 30. August, ab 21 Uhr bis Montag, 2. September, um 5 Uhr gesperrt.

Im Oktober und Dezember folgen zwei Vollsperrungen zwischen Schnelsen-Nord und dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest. Sie sind notwendig, um den Schnelsener Tunnel komplett in Betrieb zu nehmen. Ein komplizierter Vorgang, weil die gesamte Verkehrsführung auf der A7 an dieser Stelle geändert werden muss. Noch wird der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen durch die bereits fertiggestellte Weströhre geleitet. Das ändert sich im Oktober. Dann wird der Verkehr beider Fahrtrichtungen zunächst in die Oströhre gelegt. Die Autobahn muss dafür zwischen Schnelsen-Nord und dem Dreieck Nordwest von Freitag, 25. Oktober, 22 Uhr bis Montag, 28. Oktober, 5 Uhr komplett gesperrt werden.

Weströhre muss für neue Nutzung umgebaut werden

Knapp sechs Wochen Zeit bleiben bis zum finalen Schritt – der Verkehrsfreigabe des ersten Hamburger Deckels. In dieser Zeit muss die Weströhre, in die vier provisorische Fahrstreifen für beide Fahrtrichtungen gelegt worden waren, zurückgebaut werden. Schilder müssen herausgenommen werden, die technische Ausstattung muss auf die neue Nutzung in Fahrtrichtung Süden ausgerichtet werden.

Der letzte Schritt erfolgt dann im Dezember. Die Verkehrsführung wird in den endgültigen Zustand versetzt: zwei Tunnelröhren – die eine nimmt den Verkehr Richtung Süden auf, die andere den Verkehr Richtung Norden. Auch dazu ist wieder eine Vollsperrung zwischen Schnelsen-Nord und dem Autobahndreieck erforderlich. Sie dauert vom 6. Dezember (Freitag) um 22 Uhr bis zum 9. Dezember (Montag) um 5 Uhr. Dann ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Der erste Hamburger Deckel ist fertig. Und das wird vermutlich auch gefeiert werden. „Wir planen eine feierliche Verkehrsfreigabe um den Termin der Dezembersperrung herum“, sagt Florian Zettel, Sprecher des Baukonsortiums Via Solutions Nord. Auch die Auffahrt Schnelsen in Richtung Süden soll wieder geöffnet werden, sobald der Tunnel fertig ist.

Fataler Fehler führte zu Verzögerung

Der Deckel ist ein Teil des von Via Solutions übernommenen Ausbaus der A7 vom Dreieck Nordwest bis zum Dreieck Bordesholm in Schleswig-Holstein. Ursprünglich hatte er bereits im Dezember 2018 fertig sein sollen. Ein fataler Fehler bei der Vorbereitung führte zu der einjährigen Verzögerung. Ein Bodengutachter hatte zuvor an der falschen Stelle Proben aus dem Erdreich geholt und war zu falschen Schlüssen gekommen. Der Boden war dort, wo der Tunnel gegründet werden musste, deutlich weicher als angenommen. Aufwendige Nachgründungen waren die Folge.

Auch bei der nun für Ende 2019 geplanten Tunnelfreigabe gibt es eine kleine Einschränkung. Bis ins erste Quartal 2020 hinein werden nur zwei statt drei Spuren pro Röhre befahrbar sein. Je eine Spur bleibt gesperrt, um die Mittelüberfahrten herzustellen. Sie machen im Notfall einen Wechsel zwischen den Tunnelröhren möglich.

Eine Umleitungsempfehlung für die beiden Vollsperrungen liegt noch nicht vor. Das soll aber rechtzeitig erfolgen. Für die Teilsperrung im August gibt es schon einen Plan. Die innerstädtische Umleitung führt über Kieler Straße, Holsteiner Chaussee, Oldesloer Straße bis zur Anschlussstelle Schnelsen-Nord. Autofahrer, die auf die A23 wollen, fahren an der Anschlussstelle Eidelstedt auf die Autobahn. Eine großräumige Umfahrung gibt es auch – über die A1, A21 und B 205. Aus Richtung Süden kommend führt sie ab dem Horster Dreieck auf die A1, am Kreuz Bargteheide auf die A21, über die Anschlussstelle Wahlstedt auf die B 205 und dann in Neumünster (Süd) wieder auf die A7.

Ende 2020 soll der zweite A7-Deckel fertig sein

Im Frühsommer kommenden Jahres wird die A7 zwischen Schnelsen und Stellingen in ähnlicher Weise gesperrt werden müssen. Dann bekommt auch die Fahrbahn in Richtung Süden eine Lage Flüsterasphalt.

Ende 2020 soll der zweite der drei Deckel fertig sein. Auch dann wird es wieder Sperrungen geben müssen, um die Verkehrsführung umzubauen. Der Stellinger Tunnel ist mit 893 Metern deutlich länger als der Schnelsener (560 Meter). Zudem ist er auch breiter. Fünf Spuren werden in jeder Röhre untergebracht, in Schnelsen sind es nur drei.

Dennoch ist die Bauzeit für beide Tunnel annähernd gleich – jedenfalls nach derzeitigem Stand. In Schnelsen wurde Anfang 2015 begonnen, bis zur Fertigstellung am Jahresende werden knapp fünf Jahre vergangen sein. Baubeginn für den Stellinger Tunnel war im April 2016.