Sengelmannstraße

Gelungen? So sieht die neue Haltestelle der U1 und U5 aus

Visualisierung des Haltestellendaches

Visualisierung des Haltestellendaches

Foto: GKKK Architekten

Was sich die Architekten bei der neuen Doppelhaltestelle Sengelmannstraße gedacht haben. Planungsunterlagen liegen aus.

Hamburg. Die Lichtgestaltung und der Lärmschutz: Diese beiden Punkte spielten bei der Gestaltung der neuen Doppelhaltestelle Sengelmannstraße, wo künftig Fahrgäste der U1 und U5 umsteigen sollen, eine besondere Rolle. Am Freitag präsentierte die Hamburger Hochbahn die ersten Visualisierungen der neuen Haltestelle in Alsterdorf, die 25 Millionen Euro kosten wird.

An der überdachten Haltestelle wird ein bahnsteiggleicher Umstieg mit Anschlusssicherung zwischen der U5 und der U1 möglich sein. „Die Umsteigehaltestelle Sengelmannstraße wird die U5 Ost zusätzlich aufwerten", sagte Hochbahn-Mitarbeiterin Stephanie Holk, die das Projekt U5 Ost leitet. Fahrgäste könnten schon vor Fertigstellung der gesamten U5 deutlich schneller und komfortabler als heute in die Innenstadt kommen. "Nach der Fertigstellung der U5 Mitte gibt es dann zwei Wege in Hamburgs Zentrum.“

Das große Haltestellendach steht im Mittelpunkt

Um die U5 Ost anzubinden, wird die Haltestelle Sengelmannstraße komplett umgebaut. Als Vorbild dienen große Umsteigehaltestellen – wie etwa der Bahnhof Kellinghusenstraße. Der heutige U1-Bahnsteig und der daneben liegende Bahnsteig, der seit den 70er-Jahren nicht genutzt wird, werden zu einer Doppelhaltestelle zusammengefasst. "Die Züge der U1 und U5 halten dann in beiden Richtungen künftig an je einem Bahnsteig. In Zukunft kann so am gleichen Bahnsteig von der U1 in die U5 (oder umgekehrt) umgestiegen werden", erläuterte die Hochbahn. Für den automatischen Betrieb der U5 erhalte je eine Seite Bahnsteigtüren.

Bei der Gestaltung der Haltestelle hat das Architekturbüro GKKK Architekten BDA aus Hamburg das Rennen gemacht. Für die Architekten, die nach einer europaweiten Ausschreibung mit den Planungen beauftragt wurden, steht das neue Haltestellendach im Mittelpunkt. Die Konstruktion diene gleichzeitig als „Einhausung“ für die gesamte Haltestelle und biete so zusätzlichen Lärmschutz für die Anwohner, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Nach Angaben der Hochbahn hatte dieses Thema bei den Anregungen der Bürger in dem Beteiligungsverfahren eine wesentliche Rolle gespielt.

GKKK Architekten: "Ein ganz besonderer Auftrag"

Zudem gibt es in der Decke – salopp gesagt – Löcher. Offiziell ist die Rede von Lochdeckenelementen, die an der Decke zu verschiedenen Wolkenelementen zusammengesetzt werden. Über die Oberlichter fällt durch die gelochten Elemente Tageslicht auf die Bahnsteige. Die Hochbahn betont, dass die Gestaltung des Daches den Vorgaben aus dem Designhandbuch für das U5-Liniendesign folgt.

„Wir sind sehr stolz darauf, mit unserem Entwurf einen Beitrag zur Gestaltung der neuen U-Bahn-Linie U5 zu leisten", sagte Bernhard Gössler von GKKK Architekten. "Die hohen Anforderungen an Lichtgestaltung und Lärmschutz haben die Haltestelle zu einem ganz besonderen Auftrag gemacht.“

Die Hochbahn kündigte an, dass der Bau der U5 Ost bei optimalem Verlauf des Planfeststellungsverfahrens Ende 2021 beginnen kann. Der Probebetrieb für den automatischen U-Bahn-Betrieb auf der ersten Teilstrecke ist für 2027 geplant.

Planungsunterlagen liegen bis zum 29. August öffentlich aus

Neben der Vorstellung des Haltestellen-Entwurfs ist auch das Planfeststellungsverfahren gestartet. Die Hamburger Hochbahn hat für den ersten Abschnitt der U5 den Antrag auf Planungsgenehmigung bei der zuständigen Behörde eingereicht. Nun liegen die Planungsunterlagen vom 30. Juli bis 29. August in den Bezirksämtern Wandsbek und Hamburg-Nord öffentlich aus.

Auch auf der Internetseite der Planfeststellungsbehörde können die Unterlagen ab dem 30. Juli eingesehen werden. Einwendungen sind bis zum 30. September möglich. Zudem können sich die Bürger auch in den Stadtteilen entlang der Strecke der U5 Ost informieren. Vom 8. bis 29. August können die Unterlagen an sechs zusätzlichen Terminen in Bramfeld, Steilshoop und Alsterdorf eingesehen werden. Hochbahn-Mitarbeiter stehen für Fragen zur Verfügung.

Zusatztermine Einsichtnahme Planungsunterlagen:

  • Bramfeld: 8. August, 16 bis 18 Uhr; 9. August, 10 bis 12 Uhr; Hamburger Sparkasse (Bramfelder Dorfplatz 12–14)
  • Steilshoop: 15. August, 16 bis 18 Uhr; 16. August, 10 bis 12 Uhr; Stadtteilbüro Steilshoop (Schreyerring 47)
  • Alsterdorf, Ohlsdorf und Barmbek-Nord: 28. August, 16 bis 18 Uhr; 29. August, 10 bis 12 Uhr; Kulturküche Alsterdorf (Alsterdorfer Markt 18)

Der erste Abschnitt der U5 führt von Bramfeld und Steilshoop über Barmbek-Nord bis in die City Nord. Aktuell nutzen die U1-Haltestelle Sengelmannstraße knapp 9000 Fahrgäste. Mit der Umstiegsmöglichkeit zwischen U1 und U5 wird die Zahl der Fahrgäste auf rund 34.000 (U5 Ost in Betrieb) bzw. 42.000 (gesamte U5 in Betrieb) steigen.

„Das Planfeststellungsverfahren für die U5 Ost ist ein wichtiger Meilenstein für das Projekt", sagte Jens-Günter Lang, Technik-Vorstand der Hochbahn. "Wir sind stolz und sehr zufrieden, dass wir ein so gutes Ergebnis für Strecke und Haltestellen gefunden haben.“