HafenCity

Hier entstehen Geschäfte, die es sonst nirgends gibt

Überseequartier in der Hafencity

Überseequartier in der Hafencity

Foto: moka / unibail-rodamco

Das Einkaufszentrum im südlichen Überseequartier will mit einem Kaufhaus und besonderen Marken punkten.

Hamburg.  Die Entwicklung des südlichen Überseequartiers ist wohl das derzeit spektakulärste Bauvorhaben in Hamburg. Das französische Immobilienunternehmen Unibail-Rodamco baut dort das größte Einkaufsquartier der Hansestadt. Das Abendblatt hat exklusiv Details zu den Planungen für das Milliardenprojekt erfahren.

So soll in einem eigenen Gebäude, zusätzlich zu den rund 200 Geschäften, ein „hochwertiges Kaufhaus“ mit bis zu 10.000 Quadratmetern Fläche einziehen. In den Etagen darüber sollen zudem 96 Wohnungen entstehen. Das bestätigte der Geschäftsführer von Unibail-Rodamco in Deutschland, Michael Hartung, der für die Projektentwicklung verantwortlich ist. „Wir führen dazu bereits Gespräche mit einem Interessenten“, sagte er. „Dieses Kaufhaus muss zu einer Metropole wie Hamburg passen und sich mit einem außergewöhnlichen Konzept präsentieren.“

Angebot soll sich von dem in der Innenstadt unterscheiden

Überhaupt solle das südliche Überseequartier „weit über ein einfaches Einkaufsquartier mit vielen Geschäften hinausgehen“, wie Hartung betonte. „Es soll ein sozialer Treffpunkt werden, Erlebnisse und Entertainment bieten. Das wird unser Alleinstellungsmerkmal.“ Die Mieter sollen nicht nur ihre Waren anbieten, sondern den Kunden unterhalten und „Einkaufserlebnisse“ schaffen, bei denen die Produkte aktiv präsentiert werden. „Nur so können wir erreichen, dass die Menschen zum Einkaufen in die Stadt fahren und nicht alles zu Hause online bestellen“, sagte Hartung. Auch regelmäßige Musikevents oder Modenschauen sind geplant.

Doch auch das Angebot soll sich von dem der Innenstadt unterscheiden. „Wir wollen an diesem Standort Marken und Konzepte ansiedeln, die es in Hamburg noch nicht gibt und damit völlig neue Trends setzen“, sagte Hartung. Dabei dürfte helfen, dass Unibail-Rodamco den australischen Westfield Konzern übernimmt, der vor allem in England und den USA Einkaufszentren betreibt. „Wir gewinnen so natürlich zusätzliches Potenzial und erhalten einen besseren Zugriff auf Marken, die dort ihre Shops betreiben und eben noch nicht in Hamburg vertreten sind.“

Insgesamt werden auf dem Areal 14 Gebäude errichtet

Die ersten Verhandlungen mit möglichen Mietern sollen ab Ende dieses Jahres geführt werden. Es stehen Flächen von 50 bis 2000 Quadratmetern zur Verfügung. Die Eröffnung soll dann im Herbst 2021 sein, die Investoren rechnen mit rund zwölf Millionen Besuchern pro Jahr.

Aber auch der lokale Bezug ist dem Unibail-Rodamco-Geschäftsführer wichtig. „Junge Hamburger Designer sollen sich auf speziellen Flächen präsentieren können“, kündigte er an. Auch für die bis zu 30 Restaurants, Cafés und Bars wünscht sich Hartung sowohl „Gastronomen aus Norddeutschland als auch internationale Konzepte“.

Geplant ist ein Kino mit bis zu zehn Sälen

Doch im südlichen Überseequartier steht nicht allein das Einkaufen im Mittelpunkt – insgesamt werden dort 14 Gebäude errichtet. Das Einkaufsquartier entsteht im Untergeschoss und im Erdgeschoss. Zudem sollen 65.000 Quadratmeter Bürofläche und ein rund 10.000 Quadratmeter großes Kreuzfahrtterminal gebaut werden. Des Weiteren sind 800 Wohnungen auf dem Areal geplant.

Diese will Unibail-Rodamco einem Hamburger Projektentwickler überlassen, die Verhandlungen sollen weit fortgeschritten sein. Das gilt auch für die Auswahl des Anbieters, der das Kino mit bis zu zehn Sälen betreiben wird. Für die drei Hotels – eines davon in der Vier- bis Fünf-Sterne-Kategorie – gibt es dem Vernehmen nach auch bereits einen Betreiber. Nach Abendblatt-Informationen steht Unibail-Rodamco in Verhandlungen mit dem französischen Accor-Konzern.

Aber nun muss das südliche Überseequartier erst einmal gebaut werden. „Insgesamt werden wir bis zum März noch 13 Bauanträge bei der Stadt einreichen“, kündigte Hartung an. Ende Dezember hatte Unibail-Rodamco den Bauantrag für alle „Arbeiten unterhalb der Erdoberfläche eingereicht“. Dort entsteht die bis zu dreigeschossige Tiefgarage mit 2900 Plätzen. Bislang wurden 145.000 Kubikmeter Erde ausgehoben. Im südöstlichen Bereich der Baugrube sollen demnächst Pfähle in den Boden eingelassen werden, auf dem die Betonsohle für die Tiefgarage gegossen wird. Mit dem Hochbau soll Ende des Jahres begonnen werden.