Hamburg-Kolumne

Stark, wie Hamburgs Frauen feiern können

Frauen beim „Emotion“-Award: Moderatorin Susann Atwell, Ruth Neri (Geschäftsführerin DKMS LIFE), „Emotion“-Verlagsgründerin Katarzyna Mol-Wolf und Model Marie Amière.

Frauen beim „Emotion“-Award: Moderatorin Susann Atwell, Ruth Neri (Geschäftsführerin DKMS LIFE), „Emotion“-Verlagsgründerin Katarzyna Mol-Wolf und Model Marie Amière.

Foto: Andreas Laible

Anekdoten aus der Gesellschaft, Rück- und Vorblicke auf Veranstaltungen – und alles über die wichtigsten Köpfe der Stadt.

Hamburg. Der Zirkus hat die Macht, müde Augen zum Leuchten und ein Stück Kindheit wieder zurückzubringen, wenn die Stars in der Manege richtig Gas geben. Die Stars, das sind Clowns, Artisten und Trapezkünstler. Zumindest sind sie es noch. Denn der Circus (mit C!) Roncalli, der am Freitag an der Moorweide Premiere feierte, setzt ziemlich zeitgeistig auf Technik, die wiederum im Dienste einer eindrücklichen visuellen Inszenierung steht. Roncalli lässt seine Künstler (und neuerdings auch einen Roboter) zwar weiter hochleben, aber der Circus hat sich auch ein modernes Kostüm übergestreift. „Storyteller – Gestern, Heute, Morgen“, heißt das neue Programm.

Bereits 500.000 Gäste besuchten die Vorstellung des Circus-Gründers Bernhard Paul. Roncalli verzichtet bewusst auf Tiere und setzt auf moderne Elemente, etwa Holografie-Technik. Diesen High-Tech-Glamour ließ sich auch die Hamburger Gesellschaft nicht entgehen, mit dabei unter anderem: die Hamburger Werbe-Ikone Jean Remy von Mat t sowie Laetitia Prinzessin von Hessen. Voller Vorfreude auf einen bunten Abend warf Travestiekünstlerin Olivia Jones Popcorn durch die Gegend. Na dann, Manege frei!

Die fröhlichste und lauteste Party ist in der vergangenen Woche im Curio-Haus gefeiert worden: Bei den „Emotion“- Awards waren Frauen nahezu unter sich, unter den 500 Gästen sah man nur eine Handvoll Männer. Collien Ulmen-Fer­nandes moderierte frech und witzig, Star-Dirigentin Alondra de la Parra hielt genauso eine Laudatio wie Schauspielerin Jasmin Gerat. Im Publikum saßen Susann Atwell, Petra von Bremen-Kubenz, Elena Carrière, Katja Kraus, Alexandra von Rehlingen und viele aus der Award-Jury (erstmals dabei: Xing-Gründer Lars Hinrichs), die auch zwei Hamburgerinnen ehrte: Die Medizinjournalistin Nicola Kuhrt erhielt den Preis in der Kategorie „Soziale Werte“ für ihren Blog „Medwatch“.

Der Verein „Lebensheldin!“ bekam den Sonderpreis „Hand in Hand“ der HanseMerkur. Die Gründerinnen Isabella Ladines und Silke Linsenmaier setzen sich für Frauen ein, die unter Brustkrebs leiden. „Wir wollen, dass das Bild von starken, erfolgreichen und mutigen Frauen selbstverständlich für uns alle wird“, sagt „Emotion“-Verlagsgründerin Katarzyna Mol-Wolf, die bald noch einen Grund zum Feiern hat: Ihr Unternehmen wird zehn Jahre alt.

Hamburgs größte Quasselstrippe Ina Müller hatte im kleinen Hamburger Schellfischposten schon einige Promis zu Gast. Mark Foster sang in der Hafenkneipe ebenso wie die Fantastischen Vier, Sido oder Vicky Leandros. Doch der Mann, der diese Woche ganz überraschend zur Aufzeichnung von „Inas Nacht“ vorbeischaute, bewegte sich noch mal in einer ganz anderen Liga. Gordon Matthew Sumner alias Sting (67) gab vor dem Start seiner großen Open-Air-Tour in Deutschland das vermutlich intimste Konzert seines Lebens. Ganz kurz, teilweise gerade mal eineinhalb Minuten lang, stimmte der ehemalige „Police“-Frontmann unter dem Jubel der wenigen eingeweihten Fans seine Megahits „Every Breath You Take“, „Roxanne“ und „Fields of Gold“ an. Mit Ina Müller unterhielt sich Sting über die Hafen- und Werftenstadt Newcastle upon Tyne, in der er aufwuchs, und den Vergleich zu Hamburg sowie über seine Liebe zum Fußball, zu seinem Verein Newcastle United, über die Fußball-Mädchenmannschaft, die er mal trainierte, und über Kult-Trainer Jürgen Klopp.

Sein Schlafkonto sei gerade arg im Minus, erzählte Lars Klingbeil, doch beim Interview in der Hamburger Bar de Lion wirkte der SPD-Generalsekretär entspannt und gut gelaunt wie häufig. Er sprach über den Rücktritt von Andrea Nahles, warum Olaf Scholz nicht als Nachfolger zur Verfügung steht, es unter Angela Merkel als CDU-Chefin harmonischer war als jetzt mit AKK, und erzählte viele persönliche Dinge. In seinem Wahlkreis in der Lüneburger Heide werde zwar am liebsten Bier und Korn bestellt, „doch wenn ich ausnahmsweise mal Alkohol trinken kann, dann nehme ich Gin Tonic. Ich habe 40 verschiedene Gin-Sorten zu Hause.“ Als Ausgleich zu seinem harten Job macht der Politiker viel Sport, am liebsten Crossfit: „Der militärische Drill macht mir Spaß.“ Klingbeil ist außerdem sehr aktiv auf Insta­gram: „Ich glaube schon, dass man dadurch neue Wähler gewinnen kann.“

Der SPD-Politiker trat am Donnerstag beim sogenannten Digitalkindergarten im Millerntor-Stadion auf und sagte: „Wir sind viel zu unambitioniert in unserer Digitalpolitik, wir brauchen Milliarden-Investitionen, um die Entwicklung künstlicher Intelligenz voranzutreiben.“ Klingbeil verstehe zwar, dass viele Menschen KI noch ängstlich gegenüberstünden, doch die Furcht vor dem Verlust von Arbeitsplätzen sei unbegründet: „Arbeit geht der Gesellschaft nie aus. Uns wird schon nicht langweilig werden.“ (Das komplette Interview sehen Sie auf dem Abendblatt-Instagram-Kanal @abendblatt).

Es war fast schicksalhaft: Ausgerechnet an dem Tag, an dem das Le Canard nouveau in dieser Woche nach fast einem Jahr Schließzeit wieder eröffnete, war auch Starkoch Ali Güngörmüs, der bis Ende 2016 elf Jahre lang die Sterneküche an der Elbchaussee verantwortete, in der Stadt. In der Hobenköök im Oberhafen präsentierte der 1975 in Ostanatolien geborene Koch sein neues Buch „Meine Aromenküche“. „Ich freue mich sehr, wieder hier zu sein – wenn auch nur für einen Nachmittag. Hamburg hat mich geprägt, ich hatte hier tolle Jahre“, sagte Güngörmüs, der mittlerweile in München, der Stadt seiner Kindheit und Jugend, sehr erfolgreich das Restaurant Pageou betreibt. Zeit, an seiner alten Wirkungsstätte vorbeizuschauen, hatte der zweifache Vater, der auch aus vielen TV-Formaten bekannt ist, folglich nicht. „Leider geht gleich schon wieder der Flieger zurück nach München.“ Seinem Nachfolger wünsche er alles Gute und einen tollen Start.

Als hätten sie sich abgesprochen, kamen viele Damen an diesem Vormittag ganz in Weiß in das Hotel Le Méridien an der Alster. RTL-Moderatorin Katja Burkard trug einen Hosenanzug, Model Marie Amière ein kurzes Kleid. Die ehemalige Gewinnerin von „Deutschland sucht den Superstar“ (2014), Aneta Sablik, kam ebenfalls in einem engen weißen Rock mit passendem Oberteil. Sie alle waren dem Ruf von Liz Mohn, der Präsidentin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, gefolgt. „Ich bin heute morgen um sieben Uhr eingeflogen. Um 17 Uhr geht der Flieger schon zurück“, sagte Burkard. Die Unterstützung der Veranstaltung sei ihr extrem wichtig gewesen.

Schauspielerin Katy Karrenbauer war bereits am Abend zuvor aus Berlin angereist. „Nachher geht es weiter zu meiner Mutter nach Kiel“, sagte sie bei einer letzten Zigarette, bevor das Essen begann. So habe sie gleich mehrere Dinge wunderbar miteinander verbinden können, sagte die gebürtige Norddeutsche. Der Ladies Lunch wurde moderiert von Jennifer Knäble. Und Sablik durfte später das tun, was sie am liebsten mag, nämlich singen. Genauso wie Katja Ebstein. Höhepunkt war eine Modenschau des Berliner Marke Lana Mueller Couture, mit dabei Shari Streich und Theresia Fischer, beide bekannt aus der Sendung „Germanys next Topmodel“. Auch die Tochter von Magdalena Brzeska, Noemi Peschel, lief mit auf dem Laufsteg. 18.000 Euro kamen an diesem Mittag für die Unterstützung der Deutschen Schlaganfall-Hilfe zusammen.

In der Hamburger Senatskanzlei gibt es seit diesem Jahr eine „Ministerin für Utopie“ – so nennen jedenfalls die Kollegen Joanna Schmölz, die dort als Digitalstrategin arbeitet und bei dem Stadtgespräch der Evangelischen Stiftung Alsterdorf gemeinsam mit Henning Vöpel vom HWWI und Hanns-Stephan Haas (Stiftung Alsterdorf) über „Digitalisierung und Inklusion“ diskutierte. Authentisch und humorvoll berichtete dabei Kerrin Stumpf, Geschäftsführerin beim Verein Leben mit Behinderung, über das Familienleben mit ihren schwerbehinderten Sohn Pelle, der dank eines Sprachcomputers viel besser kommunizieren kann. Die Veranstaltungsreihe, die von dem Abendblatt-Autoren Peter Wenig moderiert und von Stefanie Stoltzenberg-Spies (Strasburger Kreise) organisiert wird, fand bereits zum elften Mal statt, diesmal hoch über Hamburg bei Osborne Clarke im 20. Stock der „Tanzenden Türme“.

Lange hat Dirk Luther zusammen mit seiner Brigade im Vitalhotel Alter Meierhof in Glücksburg geschnippelt und geputzt, gekocht und gebraten, geschmort und abgeschmeckt. Es galt die größte Küchenparty vorzubereiten, die das Haus je erlebt hat: „Luther & Friends“, zum 20. Geburtstag des Hotels und des Restaurants Meierei. 400 Gäste schauten, probierten, staunten, schlemmten und schwärmten. „Genuss ist seit 20 Jahren unser Thema, weil es die Seele berührt“, sagte Luther zur Begrüßung.

Zur Verstärkung hatte der gebürtige Hamburger sich sieben prominente Küchenchefs dazu geholt: David Görne, der als erster Deutscher ein Restaurant mit einem Stern in der Bretagne führt, Johannes King vom Söl’ring Hof auf Sylt (zwei Sterne), Joachim Wissler vom Restaurant Vendôme in Bergisch Gladbach (drei Sterne) sowie die Hamburger Küchenchefs Thomas Martin aus dem Jacobs Restaurant (zwei Sterne), Christoph Rüffer aus dem Restaurant Haerlin (zwei Sterne), Tim Mälzer aus der Bullerei und Cornelia Poletto aus ihrem gleichnamigen Restaurant. „Das ist wie ein Klassentreffen hier mit all den netten Kollegen“, sagte Rüffer. Cornelia Poletto (47) kam mit ihrem Mann Rüdiger Grube. „Das Hotel ist einer der schönsten Plätze im Norden, und Dirk hat mich charmant überredet, mitzumachen.“

Er ist Chef der Otto Group. Mitinitiator und Vorstandsvorsitzender von The Young ClassX e. V. und liebt Beethoven, doch mit der eigenen Musikalität hapert es, gestand Alexander Birken beim Jahreskonzert der Musikinitiative vor 2000 Gästen in der Laeiszhalle. „Meinen größten Auftritt als Musiker hatte ich mit acht Jahren an Weihnachten, als ich auf der Blockflöte vor meiner Familie auftrat, immerhin waren das fünf Zuhörer“, sagte Birken, der gemeinsam mit dem Geschäftsführer von The Young ClassX, Tobias Wollermann, den Solistenpreis an die Schüler Edvard Rundberg (Klavier) und Benedikt Geiger (Horn) überreichte. Insgesamt 600 Kinder in unterschiedlichen Chorformationen unter der Leitung von Peter Schuldt auf. Standing Ovations gab es für den jungen Tenor Seungwoo Yang, der gemeinsam mit dem Felix Mendelssohn Jugendorchester auftrat und danach ein Duett mit Vlada Shchavinska (22) sang. Die begabte Sängerin wird derzeit vom Verein „Hamburger Abendblatt hilft“ unterstützt, damit sie ihr Musikstudium beenden kann.

Feines Essen und dazu Helbing Kümmel - passt das? Sehr gut sogar, findet Fabio Haebel. Der Chef des gleichnamigen Lokals in der Paul-Roosen-Straße hat seine Gerichte mit der Spirituose verfeinert und die passenden Cocktails zu den einzelnen Gängen kreiert. „Helbing ist regional, ein passendes Bindeglied für unsere nordisch inspirierte französische Küche und gibt unseren Gerichten einen nordischen Twist.“ Und so freute sich Gastgeberin Tina Ingwersen-Matthiesen über Helbing-Kamillen-Sour zu Spargel, Morchel und Hirschschinken oder Helbing mit Birken- und Fichtenlimonade zum Salzwiesenlamm. Zum Nachtisch ergänzte ein Helbing Mule mit Ananas Cordial das Ananas Frangipane (Mandeltörtchen).

Der Übersee-Club am Neuen Jungfernstieg bot den passenden Rahmen für den feierlichen Anlass. Rechtsanwalt Michael Stein wurde zum Honorarkonsul der Slowakischen Republik für Hamburg und Schleswig-Holstein ernannt. In erster Linie wolle er Flagge zeigen und den Bekanntheitsgrad des Landes steigern, sagte der Jurist, der sich ehrenamtlich im Stiftungsrat zur Förderung der Bucerius Law School engagiert. Zu den Gästen sprachen Peter Lizák und die Ukrainische Generalkonsulin Oksana Tarasyuk, Doyenne des Konsularkorps.

Gäste und Freunde der Spielbank Hamburg haben zum 18. Mal zugunsten der Michael Stich Stiftung gegolft: zusammengekommen sind 15.400 Euro.

Das Fernsehen interessiert sich für Falko Droßmann. Eine Produktionsfirma begleitet zur Zeit den Bezirksamtsleiter Mitte im Auftrag des NDR zu Terminen, aber auch in seinen Kleingarten und beim Sport wird der 44-Jährige gefilmt. Im nächsten Jahr sollen zwei 30-Minuten-Reportagen über den Alltag von Droßmann, der Chef von rund 1700 Mitarbeitern ist, ausgestrahlt werden. Die Einblicke in sein Privatleben seien minimal. In erster Linie ginge es darum zu zeigen, wie viele Facetten der Bezirk Mitte mit seinen rund 300.000 Einwohnern habe und wie der Alltag eines Bezirkschefs in einer Metropole aussehe, so Droßmann.

Das erste eigene Geschäft in Deutschland hat die britische Modemarke Ted Baker an der Poststraße eröffnet. Aus diesem Anlass begrüßte Store-Manager Sebastian Sowinsky rund 150 Gäste zur Einweihung. Der Store ist dem einstigen Hamburger Streit’s Hotel nachempfunden und trägt den Namen „Ted’s Imperial Hotel”. Auf den drei Ebenen gibt es auch eine Bar, an der wurden bei der Party diverse Gin-Kreationen ausgeschenkt, die vielen geladenen Influencer griffen da gerne zu.