Hamburg

So funktioniert die mobile Waschanlage für Fahrräder

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Genevieve Wood

St. Pauli: Rund 9000 Besucher informierten sich auf der Messe Velo an der Rindermarkthalle. Was ein gutes E-Bike kostet.

Hamburg. Abspülen, trocknen und polieren, bitte. Wer sein Rad liebt, der lässt es waschen. Franziska Hoffmann ist mit ihrer mobilen Waschanlage für Fahrräder einer der vielen Besuchermagnete auf der Velo Hamburg, dem Fahrradfestival an der Rindermarkthalle auf St. Pauli. Rund 9000 Besucher kamen am Wochenende, um sich über Trends und Elektromobilität rund ums Rad zu informieren.

Die Fahrradwaschanlage funktioniert wie bei Autos: Weiche Bürsten, Wasser und ein Spülmittel befreien das Rad vom Schmutz . Vier Filter sorgen dafür, dass die 20 Liter Wasser am Ende des Reinigungsvorgangs fast wieder Trinkwasserqualität haben. Nur trocknen und polieren macht Franziska Hoffmann per Hand. Keine fünf Minuten später ist das Rad sauber. Kosten: acht Euro. Diesen Service können die Hamburger auch abseits der Fahrradmesse nutzen: Jeden ersten Freitag im Monat ist die Waschanlage auf dem Gelände des Universitätskrankenhauses in Eppendorf.

E-Scooter fahren ist wie Rollerfahren

E-Scooter: Reporterin testet Elektro-Roller
E-Scooter: Reporterin testet Elektro-Roller

Rund 100 Aussteller stellten auf dem Außengelände der Rindermarkthalle zum dritten Mal solche und andere Neuheiten vor. In diesem Jahr sind das vor allem Elektrofahrräder und E-Scooter. Ausprobieren erlaubt. Das Fahrgefühl auf einem solchen E-Scooter? Kinderleicht lässt es sich damit mit bis zu 20 Stundenkilometern über den Asphalt düsen, wie Rollerfahren eben ist. Allerdings teurer: „Ab 1000 Euro kostet ein Scooter, der kein Spielzeug ist“, sagt Matthias Lemcke, der Elektro-Scooter in seinem Geschäft in der HafenCity verkauft.

Erlaubt ist das Fahren auf einem E-Scooter erst ab 14 Jahren. Das Modell Matz-Moover mit Straßenzulassung kostet 2000 Euro und schafft je nach Gewicht des Fahrers bis zu 50 Kilometer mit einer Batterieladung. „Man muss etwas mehr mit dem Körpergewicht arbeiten als beim Radfahren“, sagt Björn Schmidt aus Eidelstedt, der zum ersten Mal auf einem E-Scooter steht und damit fährt. Kaufen würde er sich Fahrzeug das nicht: „Zu teuer, und das Fahrrad tut es auch.“ Beim Fahrrad geht der Trend ebenfalls in Richtung Elektroantrieb. „Die Leute legen vermehrt Wert auf hochklassige Räder“, sagt Vassilios Anastasiades, Verkäufer beim Fahrradgeschäft Von Hacht.

Räder bis 6000 Euro

Wer ein gutes Rad haben möchte, müsse schon 1000 Euro zahlen. Für ein gutes Elektrorad fangen die Preise bei 2700 Euro an. Das teuerste E-Bike, das der Händler aus Hoheluft-Ost im Bestand hat, liegt bei 6000 Euro. Statt mit Kettenantrieb zahlen die Kunden auch immer mehr für einen Riemenantrieb. „Die sind wartungsfrei, benötigen kein Öl und halten bis zu 10.000 Kilometer“, sagt Anastasiades. Und die Fahrradfarbe der Saison ist Schwarz. „Norddeutsch bunt“, sagt Anastasiades und lacht.

E-Scooter, E-Bike, Fahrrad, Carsharing, HVV – die Vielfalt an Möglichkeiten, sich in Hamburg fortzubewegen, wird immer größer. Nicht immer leicht, da den Überblick zu behalten. Den Mobilitätswandel hat sich daher die Arbeitsgemeinschaft mobivators zur Aufgabe gemacht. Sie berät große Hamburger Unternehmen darüber, welche Mobilitätsangebote es in Hamburg für ihre Mitarbeiter gibt.

Dienstfahrrad für Bezirksamtsmitarbeiter

"Wir analysieren und beraten unabhängig", sagt Thomas Krautscheid. Viele Firmen wissen noch nicht, dass es für Mobilitätsangebote Fördermittel gibt. Vorreiter dabei sind die Behörden: "Die Hamburger Bezirksämter haben für ihre Mitarbeiter Elektro-Diensträder", sagt Dorothee Heine von mobivators.

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