Hamburg

Rechtsextreme Bombendrohung gegen Ida-Ehre-Schule

Das Oberstufenhaus der Ida-Ehre-Schule am Lehmweg im Stadtteil Hoheluft-Ost.

Das Oberstufenhaus der Ida-Ehre-Schule am Lehmweg im Stadtteil Hoheluft-Ost.

Foto: Roland Magunia/Hamburger Abendblatt

Anonyme Verfasser schrieb E-Mail mit Drohungen, Schulleitung alarmierte die Polizei. Gebäude wurden evakuiert.

Hamburg. Die Aufregung um die angebliche Aktivität der linksradikalen Gruppe „Antifa Altona Ost“ hat weitere Folgen: Wie ein Sprecher der Schulbehörde am frühen Donnerstagnachmittag auf Anfrage bestätigte, ist eine Bombendrohung per E-Mail an der Ida-Ehre-Schule in Eimsbüttel eingetroffen. Darin sind rechtsextremistische Drohungen enthalten, wie die Schule selbst per Twitter bekanntgab.

Die Schulleitung habe sofort die Polizei informiert, sagte der Behördensprecher. Die Gebäude der Schule wurden evakuiert. Es sei jedoch keine akute Gefährdung festgestellt worden. „Aufgrund eines pädagogischen Jahrestages fand ohnehin kein Unterricht statt“, sagte der Sprecher. Offenbar waren aber einige Kinder betroffen, die nicht am „Girl’s and Boy’s Day“ teilnahmen und in der Schule betreut wurden. Ein Polizeisprecher sagte, die Drohung habe sich schnell als "nicht ernstzunehmend" herausgestellt.

Bereits zuvor gab es rechtsextreme Drohungen gegen Hotels und Stars

Die Linke-Abgeordnete Christiane Schneider hatte die Drohung am Donnerstag zuerst per Twitter öffentlich gemacht. Nach ihren Informationen handelte es sich bei dem Schreiben um ein mit rechtsextremistischen Forderungen und Parolen gespicktes Schreiben, wie es in ähnlicher Form in den vergangenen Monaten bereits zahlreiche Politiker sowie das Hotel „Atlantic“ erhalten hatten. Auch Schlagerstar Helene Fischer wurde in den Schreiben zur Zielscheibe erklärt.

Unterschrieben war das aktuelle Schreiben an die Ida-Ehre-Schule der Linke zufolge mit dem Namen eines "österreichischen Nazi-Verbrechers". Auch sei die Schule dort als "rote Schule" tituliert worden.

Linke-Politikerin kritisiert die Polizei

Schneider kritisierte am Nachmittag die Einschätzung der Polizei, dass die Drohung nicht ernst zu nehmen gewesen sei. "Ernsthaft? Eine Bombendrohung, also eine massive Einschüchterung, ist nicht ernst zu nehmen?", schrieb Schneider bei Twitter. Ein Polizeisprecher verwies erneut darauf, dass es keine reale Gefahr gegeben habe.

Hinter der aktuellen Drohung steht offenbar die angebliche Aktivität der Antifa-Gruppe im Klassenraum einer 12. Klasse an der Ida-Ehre-Schule, die durch Hinweise über ein umstrittenes Meldeportal der AfD bekannt geworden war.

Debatte um Antifa-Gruppe geht weiter

Zuletzt hatte am Mittwoch die Bürgerschaft rund eineinviertel Stunden lang in Anwesenheit auch vieler Schüler und Lehrer über die Vorgänge an der Eimsbütteler Schule diskutiert. Schulsenator Ties Rabe (SPD) griff selbst nicht in die Debatte ein. Die CDU-Schulpolitikerin Birgit Stöver warf Rabe vor, er habe „sich vor den Karren der AfD spannen“ lassen.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Aktivität der Antifa-Gruppe hatte die Schulbehörde eine Begehung der Schulräume veranlasst. Dabei wurden Antifa-Aufkleber entfernt, die etwa einen Vermummten vor brennenden Barrikaden über einem italienischen Antifa-Slogan zeigten. Auch wurde offenbar im Treppenhaus das Kürzel „A.C.A.B“ (für „All Cops are Bastards“, deutsch: „Alle Polizisten sind Bastarde“) übermalt und Sticker, unter anderem von der vom Verfassungsschutz beobachteten „Antifa Altona Ost“ vom Teil einer Pinnwand in einem Klassenraum entfernt, die als „Antifa Area“ überschrieben war. Die Behörde ordnete eine Schulkonferenz an, bei der es um mögliche „Inkonsequenzen“ bei der Beachtung des Neutralitätsgebotes gehen soll.