Öffentlicher Dienst

Gewerkschaften kündigen neue Warnstreiks für Hamburg an

Am Montag wurde in den Hamburger Bezirksämtern gestreikt, wie hier in Wandsbek.

Am Montag wurde in den Hamburger Bezirksämtern gestreikt, wie hier in Wandsbek.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Für Montag sind alle rund 30.000 Länder-Beschäftigten gleichzeitig aufgerufen, ganztägig in den Ausstand zu treten.

Hamburg. In den kommenden Tagen müssen die Bürger in Hamburg in verschiedenen öffentlichen Bereichen mit Einschränkungen rechnen. Grund ist der Tarifkonflikt um die Beschäftigten der Länder. Nachdem am Montag bereits Mitarbeiter der Bezirksämter die Arbeit niedergelegt hatten und die Gewerkschaften für Mittwoch das Personal an Schulen und Hochschulen sowie für Freitag die Beschäftigten in sozialen Einrichtungen zum Warnstreik aufgerufen hatten, erhöhten sie am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber weiter: Für den kommenden Montag sind erstmals in diesen Tarifverhandlungen alle rund 30.000 Länder-Beschäftigten in Hamburg gleichzeitig dazu aufgerufen, ganztägig in den Warnstreik zu treten.

„Die Arbeitgeber haben sich bisher geweigert, ein Angebot vorzulegen, welches gute Arbeit und Qualität im Länderbereich ermöglicht“, sagte Christine Behle vom Bundesvorstand der Gewerkschaft Ver.di. „Durch Warnstreiks in Hamburg gehen wir gestärkt in die Verhandlungen und erwarten eine deutliche Bewegung bei den Arbeitgebern.“ Sieglinde Frieß, Ver.di-Tarifkoordinatorin für Hamburg, sagte: „In den bisherigen Warnstreiks haben die Kollegen und Kolleginnen nachdrücklich auf ihre hohe Belastung hingewiesen und Anerkennung und Wertschätzung eingefordert. Wenn der Senat gute Arbeit will, dann muss er jetzt handeln und sich für ein Angebot auf Augenhöhe stark machen.“

Am Mittwoch wird in Schulen und Hochschulen gestreikt

Wie berichtet, fordern die Gewerkschaften sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Die Arbeitgeber, die Tarifgemeinschaft der Länder, lehnt die Forderungen ab und hat noch kein Angebot vorgelegt.

Zu den Warnstreiks an Schulen und Hochschulen am Mittwoch sind nicht die verbeamteten Lehrer aufgerufen, sondern rund 6000 Tarifbeschäftigte – etwa Erzieher, Sozialarbeiter, Hausmeister, Büro- und Reinigungskräfte. Aus der für den Schulbau verantwortlichen Finanzbehörde hieß es, man rechne „mit wenig bis keinen Beeinträchtigungen“: Die Schulen hätten in jedem Fall einen Ansprechpartner, sodass zum Beispiel Störungen abgearbeitet werden können und der Schließdienst stets sichergesellt ist, teilte ein Sprecher mit. Auch die Reinigung der Schulgebäude könne vermutlich mit den vorhanden Beschäftigten aufgefangen werden.