Warnstreik

Für mehr Geld: Stadtangestellte springen in die Alster

Kalter Warnstreik: Stadtangestellte springen in die Alster

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes der Länder verlangen die Gewerkschaften Einkommenssteigerungen von sechs Prozent – mindestens aber 200 Euro mehr im Monat.

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Heute gibt es erste Warnstreiks im Hamburger öffentlichen Dienst – mit einer spektakulären Aktion an der Alster.

Hamburg. Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes der Länder sind in Hamburg am Dienstag rund 1000 Beschäftigte für die Forderungen der Gewerkschaften auf die Straße gegangen. Sie versammelten sich am Hauptbahnhof, um in einem Protestmarsch vor das Rathaus und an die Alster zu ziehen. Busse in der City wurden wegen der Demo zwischenzeitlich umgeleitet.

Der Beamtenbund (DBB) hatte Tarifangestellte von Polizei, Verwaltung, Finanzämtern und Sozialer Arbeit zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Bei einer Kundgebung unter dem Motto „Der öffentliche Dienst geht baden“ sollten Beschäftigte ihrem Unmut über die „Blockadehaltung“ der Arbeitgeber durch einen Sprung in die Alster Ausdruck verleihen.

Für mehr Geld: Stadtangestellte demonstrieren in der Alster
Für mehr Geld: Stadtangestellte demonstrieren in der Alster

DBB-Jugend: Nachwuchs „nicht zum Nulltarif“

Die Gewerkschaften verlangen Einkommenssteigerungen von sechs Prozent – mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Die Tarifgemeinschaft der Länder lehnt die Forderung als überzogen ab, hatte aber bei den Gesprächen am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche in Potsdam kein eigenes Angebot vorgelegt.

Anja Hegerhorst, Ordnerin und Mitglied der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) zeigte sich zuversichtlich, mit der Protestaktion an der Alster „aktiv ein Zeichen setzen“ zu können. Die Forderung nach mehr Einkommen sei gerade angesichts der etwa in der freien Wirtschaft ungleich höheren Gehälter gerechtfertigt, sagte Rudolf Klüver, Vorsitzender des DBB Hamburg, zu Beginn der Versammlung. Die mangelnden Tarifangebote seitens der Arbeitgeber sehe er als Ausdruck mangelnder Wertschätzung des öffentlichen Dienstes.

Auch Karoline Herrmann, Vorsitzende der DBB-Jugend, zeigte sich verärgert. Mit Verweis auf den Personalmangel im öffentlichen Dienst forderte sie, auch für Auszubildende attraktivere Konditionen schaffen zu müssen. Nachwuchs gebe es „nicht zum Nulltarif“, so Herrmann.

Auch Mitarbeiter der Bezirksämter wollen streiken

Bevor zwölf Vertreter der Gewerkschaften – gut geschützt durch luftgefüllte Neoprenanzüge – den Gang in die Alster antraten, wiesen die Redner darauf hin, diesem ersten Warnstreik, falls nötig, noch weitere folgen lassen zu wollen. Michael Adomat, Vorsitzender der DBB-Landestarifkommission, kündigte an: „Wir kommen wieder, wenn es nicht anders geht.

Für Montag kommender Woche ruft Verdi die Mitarbeiter der Hamburger Bezirksämter zum Warnstreik auf. Weitere Arbeitsniederlegungen soll es laut Gewerkschaft in den darauf folgenden Tagen an Schulen und Hochschulen sowie im sozialen Bereich geben.