Verkehr

Hamburger sollen die neue Linie U 5 mitgestalten

Auf einem überdimensionalen Stadtmodell können sich die Besucher mithilfe von iPads eine Übersicht über den geplanten Verlauf der Strecke verschaffen.

Auf einem überdimensionalen Stadtmodell können sich die Besucher mithilfe von iPads eine Übersicht über den geplanten Verlauf der Strecke verschaffen.

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Bei der Auftaktveranstaltung im UKE wurde für die neue Linie geworben, die Bürger konnten sich informieren und mitreden.

Hamburg.  Die neue Linie U 5 soll voraussichtlich ab 2027 zum ersten Mal auf dem Abschnitt Ost zwischen Bramfeld und der City Nord fahren. Am Freitag wurde im Foyer des UKE (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) bereits in die Zukunft geschaut. Im Hauptgebäude des Krankenhauses fand der Auftakt für die insgesamt acht Veranstaltungen statt, bei dem die Bürger über die Planungen für das Milliardenprojekt – eine detaillierte Kostenaufstellung gibt es noch nicht – informiert wurden.

Auf einem überdimensionalen Stadtmodell können sich die Besucher mithilfe von iPads eine Übersicht über den geplanten Verlauf der Strecke verschaffen. Die Virtual-Reality-Brillen bieten einen Blick in die Haltestelle der Zukunft. Auch Hochbahn-Chef Henrik Falk probiert die Brille aus und sagt: „Das ist wirklich beeindruckend, man taucht für einen kurzen Moment in die Haltestelle der Zukunft ein und erlebt auch noch, wie die Linie U 5 einfährt. Die neue U-Bahn wird so schon jetzt anfassbar.“

U 5 ist für UKE von großer Bedeutung

Aber warum präsentiert sich die U 5 im UKE? Die ist für das Klinikum von großer Bedeutung, denn an der künftigen Strecke soll das UKE mit einer Haltestelle im Bereich Gärtnerstraße/Martinistraße erstmals an eine Schnellbahn angeschlossen werden. Mit der U 5 werde das UKE für Angestellte, Studierende, Patienten und Besucher besser erreichbar, sagte der UKE-Vorstandsvorsitzende Burkhard Göke.

Das Abendblatt hat sich umgehört, was die Menschen bewegt, die sich im UKE über das Großprojekt informieren. Sönke Jacobsen aus Barmbek-Nord ist ein echter Experte, denn er ist seit mehr als 40 Jahren häufig mit Bus und Bahn unterwegs. Mit der möglichen Streckenführung hat sich der Rentner schon ausführlich beschäftigt und bemängelt: „Die geplanten Umsteigewege sind viel zu kompliziert und sollten auf jeden Fall kürzer sein.“ An einigen Abschnitten der geplanten U-Bahn-Strecke würden zu wenige Menschen wohnen, sodass eine U-Bahn zu viele unnötige Kosten verursachen würde. Seine Vorschläge notiert Jacobsen akribisch auf mehreren kleinen Meinungskarten, die die Hochbahn auswerten wird.

Kritik am Streckenverlauf

Ein wenig kritisch ist auch Jürgen Gittmers. Den Streckenverlauf, der hier auch auf einer interaktiven Straßenkarte zu sehen ist, hält er für „völlig ­überflüssig“. Teilstrecken wie die Anbindung der Sengelmannstraße oder des Sie­mers­platzes seien jedoch sehr ­sinnvoll und notwendig, aber der Schlenker durch die Innenstadt sei nicht von Nutzen. Doch es gibt auch Lob von Gittmers: „Das wir uns hier informieren und vor allem auch Fragen stellen können, das ist ein gutes Beispiel für eine offene Kommunikation mit dem Bürger.“ Auch Pia Keske, Studentin am UKE, schaut vorbei und sagt: „Die Anbindung an das UKE ist sehr, sehr sinnvoll. Das Fahrrad kann ja nicht die einzige Lösung sein.“

Für Hochbahn-Chef Falk ist wichtig: „Wir wollen die Hamburger für die U 5 begeistern und sie von Anfang an mitnehmen. Wichtig ist doch, dass wir miteinander ins Gespräch kommen und unsere Planer vor allem auch Anregungen und Ideen der Bürger aufnehmen können.“ Die Hochbahn-Mitarbeiter sind an diesem Nachmittag an ihren Namensschildern zu erkennen und gefragte Gesprächspartner. Für die Bürgerbeteiligung bei der Hochbahn ist Andreas Ernst verantwortlich: „Wir haben schon in der ersten Stunde gemerkt, wie interessiert die Bürger an der geplanten U 5 sind. Unsere Experten freuen sich über jede Frage und das Feedback der Hamburger.“

24 Stunden im 90-Sekunden-Takt

Die Gäste hatte Hochbahn-Chef Falk schon mal positiv eingestimmt, als er sagte: „Die U 5 kann 24 Stunden, sieben Tage die Woche, im 90-Sekunden-Takt fahren“. In einem kurzen Film wurde das Projekt als „neue Lebensader für die Stadt“ angepriesen. Die Hochbahn bezeichnete die Auftaktveranstaltung als einen Erfolg, nach Angaben des Verkehrsunternehmens kamen rund 1000 Besucher.

Im Fokus steht bei den Informationsveranstaltungen der Abschnitt U 5 Mitte. Dafür wurden vor Kurzem die Ergebnisse der Machbarkeitsuntersuchung vorgestellt (wir berichteten). Die Linie soll von der City Nord über Winterhude/Uhlenhorst in die Innenstadt und von dort weiter Richtung Siemers­platz bis nach Stellingen fahren. Bis zu 17 Haltestellen wird die rund 17 Kilometer lange Strecke haben. Allen, die nicht bei den Info-Veranstaltungen dabei sein können, bietet die Hochbahn die Internetseite schneller-durch-hamburg.de an. Die hatte bisher mehr als 40.000 Nutzer.