Hamburg

Kinder in Gefahr? Tiefe Fallgrube in Kita-Innenhof

Das Loch im Innenhof der Kita

Das Loch im Innenhof der Kita

Foto: Kita

Stinkende Abfälle und ein Loch wie eine Fallgrube: Kinder sind in Wilhelmsburger Kita gefährdet. Vermieter Vonovia in der Kritik.

Hamburg. Wenn Laura Mahnke ihren Sohn zur Kita bringt, muss sie erstmal eine Art Müllkippe durchqueren. "Das stinkt hier", sagt der Eineinhalbjährige, als er im Innenhof der "Minikita" in Wilhelmsburg an einem Eimer mit übelriechendem Dreck vorbeigeht. Nebenan prangt ein Loch im Boden, es kann zur Fallgrube für die Kinder werden.

Seit Anfang November riskiert der Vermieter Vonovia, dass das gefährliche Loch vor der Kita zum Sicherheitsrisiko für die Kinder wird, beklagt nun die Einrichtung. Die Mutter Laura Mahnke spricht für die Eltern: Die Minikita habe es ihr wegen des Konzepts angetan, hier hätten die Kinder mehr Mitspracherechte als anderswo und würden besonders geachtet. "Doch wenn so eine tolle Einrichtung kein kinderfreundliches Gelände bieten kann, wird es schwierig", sagt die Hamburgerin.

Hof nicht mehr nutzbar

Mehrmals habe sich die Kita bereits an den Vermieter gewendet, die Vonovia mit Sitz in Bochum. Die Einrichtung forderte die Vonovia auf, das Loch im Boden des Innenhofs zu beseitigen, das nach Bauarbeiten hier entstanden war.

Doch es sei bisher lediglich ein nicht minder gefährliches provisorisches Geländer dort hingelegt worden. "Wir können den Hof praktisch nicht mehr nutzen", sagt auch Kita-Leiterin Petra Hipperling, die für 56 Kinder in mehreren Gruppen verantwortlich ist.

Auf Anfrage des Abendblatts äußerte sich die Vonovia jetzt zu dem Fall: "Wir bedauern sehr, dass wir hier nicht zeitnah den Schaden beheben konnten. Wir haben es frühzeitig beauftragt, leider waren die Feiertage und der Jahresstart ein Hemmschuh", sagte eine Sprecherin.

Der größte deutsche Wohnungskonzern wird nicht nur von der Kita in Wilhelmsburg als wenig kulant beschrieben. Der Investigativ-Journalist Günter Wallraff hat der Vonovia bereits Mieter-Abzocke nachgewiesen, und noch vor wenigen Monaten gab es Fälle im Kreis Pinneberg, bei denen Bewohner von anhaltenden Mängeln in Vonovia-Wohnblöcken berichteten.

Ärger dauert schon länger an

Der Ärger der Kita mit ihrem Gelände schwelt schon seit längerem. Vor dem Eingang des Horts stapelten sich fast jeden Tag splitternde alte Schränke und anderer Sperrmüll, heißt es. Es liegen Glasflaschen herum und Styroporreste, die jemand hier achtlos entsorgt hat. "Die Kinder der Minikita leiden unter der Verwahrlosung des Innenhofs", beklagt Laura Mahnke. Den Innenhof müssen die Kinder auf dem Weg zum Eingang der Kita durchqueren, außerdem liegt in dem von mehreren Mietparteien genutzten, öffentlich zugänglichen Gelände auch der Spielplatz der Kita.

Diskussion um Hoftor

Wegen der Zustände auf dem Grundstück hat sich die Minikita ebenfalls an die Vonovia gewendet: "Wir haben die Bitte, möglichst ein Hoftor einzubauen", sagte Petra Hipperling. Bisher gibt es dazu noch keine konkreten Pläne, nur soviel, verspricht Vonovia: "Zur Sperrmüllproblematik betreiben wir sehr viel Aufklärungsarbeit. Leider ist der Erfolg nicht immer sofort gegeben. Aber auch hier bleiben wir am Ball. Im Rahmen der zu einem späteren Zeitpunkt geplanten Umfeldgestaltung werden auch die Wünsche der Kita Berücksichtigung finden".