Pride Week

180.000 Teilnehmer bei CSD-Parade "queer" durch Hamburg

Politische Demonstration durch die City als Höhepunkt des 38. Christopher Street Day (CSD). Ende des Umzugs am Gänsemarkt.

Hamburg in Regenbogenfarben: Als Höhepunkt des 38. Christopher Street Day (CSD) in Hamburg zog die politische Demonstration durch die Innenstadt. Die Polizei zählte am Sonnabendnachmittag 80.000 Teilnehmer in der Parade und 100.000 Zuschauer. Mit dem traditionellen Umzug – in diesem Jahr unter dem Motto „Freie Bahn für Genderwahn“ – erinnern Schwule, Lesben, Transsexuelle und ihre Freunde an den Christopher Street Day (CSD).

Die Parade startete um 12 Uhr in der Langen Reihe und führte durch die Ernst-Merck-Straße, passierte den Glockengießerwall, Steintorwall, Steinstraße, Speersort, Bergstraße, Mönckebergstraße und lief über die Lombardsbrücke bis zum Jungfernstieg. Gegen 17 Uhr endete der Zug am Gänsemarkt.

Die Karte zur Parade

Insgesamt erwartete der Veranstalter "Hamburg Pride e.V." mehr als 300.000 Besucherinnen und Besucher zu den mehrtägigen Events. Schirmperson des CSD 2018 war Lucie Veith, Vorsitzende des Vereins Intersexuelle Menschen e.V. Die Parade stellte den Höhepunkt einer Woche dar, die mit einer Vielzahl an Aktionen auf die Rechte von Homosexuellen, Bisexuellen und Transgenders aufmerksam gemacht hatte.

Die in diesem Jahr dominierende Queer-Bewegung hat zum Ziel, dass alle Menschen ihr Leben mit unterschiedlichen Vorstellungen, sexuellen Identitäten und Geschlechtsidentitäten in Frieden führen dürfen. Neben einer Einführung des dritten Geschlechts forderten die Demonstranten einen gendersensibleren Umgang mit der Sprache sowie eine Reform des Transsexuellengesetzes.

Sperrungen wegen CSD in der Innenstadt

Wegen der Feierlichkeiten zum CSD waren unter anderem der Jungfernstieg und der Ballindamm in der City für den Autoverkehr gesperrt. Vor allem Passagiere der Buslinien, die ab und zum Rathausmarkt fahren, mussten daher mit Verzögerungen rechnen.

Zur CSD-Parade verstärkte zugleich der HVV am Sonnabend sein Angebot: Der 10-Minuten-Takt der U-Bahnen wird bis 0.30 Uhr ausgedehnt, die Linie U3 fährt bis dahin im Fünf-Minuten-Takt. Zudem werden längere Züge eingesetzt.

Regenbogenflagge am Rathaus

Zum Programm in Hamburg gehörten Live-Auftritte, unter anderem von Eurovision-Gewinnerin Conchita-Wurst, eine Parade zum Regenbogentag über den Hamburger Dom sowie zahlreiche Workshops, Filmvorführungen und Vorträge. Erst am Mittwoch hatten Fegebank und Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) gemeinsam mit Mitgliedern des Senats die Regenbogenflagge am Rathaus gehisst. Die „Hamburg Pride Week 2018“ geht noch bis Sonntag.