Wetter in Hamburg

Kein Witz: Stadtreinigung rüstet sich für Wintereinbruch

Sind die Vorbereitungen auf den Frühling in Hamburg verfrüht? Ein Mann reinigt das Dach eines Schiffes an der Binnenalster

Sind die Vorbereitungen auf den Frühling in Hamburg verfrüht? Ein Mann reinigt das Dach eines Schiffes an der Binnenalster

Foto: Sina Schuldt / dpa

Die Prognosen für das Wetter in Hamburg sind eisig. Glatteis und Hagel führten zu Unfällen. Streit um Vorhersagen im Norden.

Hamburg/Lübeck/Kiel. Bei Lübeck rast ein Lkw auf der Autobahn in ein Stauende und fängt Feuer. In Hamburg gibt es Unfälle auf der Autobahn A7 vor dem Elbtunnel, in Schleswig-Holstein und Teilen von Niedersachsen ist es glatt – nicht nur auf Brücken: Dieser Dienstag war fast schon ein Wintereinbruch kurz vor Mai-Beginn. Und in der Nacht zu Mittwoch rüstet sich die Hamburger Stadtreinigung für den "normalen" winterlichen Ernstfall. Hoffentlich zum letzten Mal in dieser Saison, wie die Wetter-Helfer meinen. "Volle Einsatzbereitschaft“ hieß es auf Twitter.

Bei den Auffahr- und Glätteunfällen auf Autobahnen im Norden sind am Dienstag zwei Menschen schwer verletzt worden. Besonders gefordert waren die Einsatzkräfte bei Lübeck, wo ein Lkw auf der A226 unter einer Eisenbahnbrücke in ein Stauende fuhr, in Brand geriet und die beiden Verletzten geborgen werden mussten.

Hagelschauer und Glätte sorgen für Unfälle

In Schleswig-Holstein verwandelten die Kälte-Kapriolen nicht nur auf der A23 die nassen Fahrbahnen vormittags zur Rutschbahn. Hagelschauer und Glätte lösten auch auf der A1 und A21 Unfälle im Raum Bad Oldesloe aus. Am Morgen war nur auf einigen Autobahnen gestreut worden - etwa auf der A1 und der A21 im Bereich Bad Oldesloe, wie ein Sprecher des Kieler Verkehrsministeriums sagte. Dagegen seien Streudienste auf der A23 und A7 nicht im Einsatz gewesen.

Deutscher Wetterdienst: Vorhersagen entscheidend

Entscheidend für die Planung von Streueinsätzen seien die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Vorabend. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr habe keine Hinweise gehabt, die Einsätze als notwendig erscheinen ließen. Der DWD hatte nach Angaben eines Meteorologen am Montagabend leichten Frost für die kommenden Nächte vorhergesagt - und: „Vor allem auf Brücken und Nebenstrecken besteht Glättegefahr durch Schneematsch und gefrierende Nässe.“ Dies sei Dienstagfrüh als „Straßenwetter-Hinweis“ wiederholt worden, sagte Michael Bauditz vom DWD der Deutschen Presse-Agentur.

Vorhersage: Leichter Frost, bis minus drei Grad

Der Wetterdienst hielt seine Prognosen für die Bundesländer aufrecht, wonach in den kommenden Nächten verbreitet mit leichtem Frost bis minus 3 Grad, in Bodennähe bis minus 5 Grad zu rechnen ist. Er warnte am Dienstag erneut vor „Glättegefahr durch überfrierende Nässe“.

Elbtunnel: Fahrbahnmarkierung gelöst

In Hamburg sei am Dienstag "alles zusammengekommen“, sagte eine Polizeisprecherin. Um 6.30 Uhr stellten die Beamten gelöste gelbe Fahrbahnmarkierungen vor dem Elbtunnel fest, die bis 8.15 Uhr erneuert wurden. Im Tunnel ereigneten sich Unfälle, bei denen laut Feuerwehr niemand verletzt wurde. In Röhre zwei und drei seien mehrere Wagen zusammengestoßen, teilte die Verkehrsbehörde mit. Daraufhin bildeten sich in Nord- und Südrichtung Staus auf jeweils 20 Kilometer Länge.

Richtung Norden konnte nur die Röhre eins mit zwei Fahrspuren genutzt werden, in Richtung Süden war nach einer vorübergehenden Komplettsperrung zunächst nur eine Spur frei. Röhre vier ist wegen Sanierungsarbeiten ohnehin bis Freitag gesperrt.

Überfrierende Nässe war die Ursache von fünf gemeldeten Unfällen auf der A23 zwischen Itzehoe und Schenefeld. Zeitweilig musste die Autobahn in beiden Richtungen voll gesperrt werden, teilte die Polizei in Bad Segeberg mit.