Investition

Dräger übernimmt Mehrheit an Hamburger Start-up

Matthias Schmittmann (l.), Johannes Weber und ihr XPID

Matthias Schmittmann (l.), Johannes Weber und ihr XPID

Foto: Klaus Bodig / HA

Die Bentekk GmbH entwickelt Messgeräte für gefährliche Stoffe in der Industrie. Eine Expansion ist geplant.

Hamburg. Der Dräger-Konzern ist bei einem erfolgreichen Hamburger Start-up eingestiegen. Mit 51 Prozent übernimmt der Hersteller von Medizin- und Sicherheitstechnik aus Lübeck die Mehrheit an der Bentekk GmbH, die sich auf die Entwicklung von Gasmessgeräten für die Industrie spezialisiert hat. Es sind Messgeräte, die Leben retten können.

So ermöglicht das Gerät X-PID die schnelle Messung von leichtflüchtigen organischen Verbindungen wie dem krebserregenden Benzol. Insgesamt können bis zu 200 verschiedene Stoffe innerhalb von 30 bis 60 Sekunden erkannt werden. Ist einer der gemessenen Werte zu hoch, schlägt das tragbare Gerät Alarm. „Bisher haben wir 20 Geräte produziert“, sagte Unternehmensgründer Johannes Weber dem Abendblatt.

Insgesamt zehn Mitarbeiter

Kunden für das X-PID sind die chemische Industrie, Ölraffinerien und auch Ölplattformen, die die Geräte bereits erfolgreich getestet haben und jetzt weitere Messgeräte beziehen wollen. „Mithilfe von Dräger wollen wir international expandieren“, sagte Weber. Inzwischen sei eine Weiterentwicklung des Messgeräts gelungen. „Es kann jetzt auch in explosionsgefährdeten Zonen wie in Tanks oder auf Raffinerien eingesetzt werden.“ Auch für den Einsatz bei Feuerwehr und Polizei sei das Gerät geeignet.

Nach der Mehrheitsbeteiligung von Dräger werden die Entwicklung und das Produktmanagement der Messgeräte bei Bentekk in Harburg verbleiben. Die Firma beschäftigt bisher insgesamt zehn Mitarbeiter. Vertrieb und Produktion werden von Dräger übernommen. „Mit dem Kauf der Mehrheitsanteile haben wir uns einen entscheidenden Entwicklungsvorsprung gegenüber unseren Wettbewerbern gesichert“, sagte Stefan Dräger, Vorstandsvorsitzender der Drägerwerk Verwaltungs AG. Das Produkt ergänze perfekt das Portfolio für Dräger-Kunden in der Industrie.

49 Prozent der Firmenanteile bei Gründern

Die 51-Prozent-Beteiligung stammt von den Investoren High-Tech Gründerfonds und Innovationsstarter Fonds Hamburg. 49 Prozent der Firmenanteile verbleiben bei Johannes Weber und seinem Geschäftspartner Matthias Schmittmann. Die beiden Ingenieure hatten das Unternehmen 2014 noch als Studenten der Technischen Universität Hamburg (TUHH) gegründet.