Lübeck

Dräger steigert Gewinn kräftig trotz Umsatzrückgangs

Lübeck.  Der Dräger-Konzern, einer der führenden Hersteller von Medizin- und Sicherheitstechnik, hat 2016 trotz gesunkener Umsätze mehr Geld verdient. Erstmals seit der Finanzkrise im Jahr 2009 seien die Verkaufserlöse zurückgegangen, sagte Konzernchef Stefan Dräger am Mittwoch bei der Vorstellung der Geschäftszahlen. Der Umsatz sank im Vergleich zu 2015 um 3,3 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro. Umso erfreulicher sei die deutliche Ergebnissteigerung – das zeige, dass das Geschäftsmodell grundsätzlich intakt sei.

„Die Talsohle ist durchschritten, auch wenn das gute Ergebnis in erster Linie auf Kosteneinsparungen durch unser Programm ,Fit for Growth‘ beruht“, sagte Dräger. Dräger hatte ein noch laufendes Effizienzprogramm aufgelegt, zu dem auch Stellenstreichungen am Stammsitz Lübeck gehörten. „Das Programm zeigt Wirkung. Allein durch die Konzentration der Produktion in unserer Lübecker Zukunftsfabrik konnten wir unsere Kosten um rund neun Millionen Euro senken“, sagte Vorstandsmitglied Rainer Klug. Aktuell beschäftigt Dräger weltweit rund 13.000 Mitarbeiter, davon 4800 in Lübeck. Damit ist die Firma der größte Industriearbeitgeber in Schleswig-Holstein.

Der Jahresüberschuss erreichte knapp 82 Millionen Euro (2015: 33,3 Millionen) und hat sich mehr als verdoppelt. Dennoch soll die Dividende von 0,19 Euro je Vorzugsaktie und 0,13 Euro je Stammaktie unverändert bleiben. Über eine höhere Ausschüttung könne man erst nachdenken, wenn sich die Ergebnisentwicklung nachhaltig verbessert habe, sagte der Konzernchef. Für 2017 ist er vorsichtig optimistisch. „Wir sind gut ins Jahr gestartet, aber es gibt weltweit viele politische Unsicherheiten, von denen wir noch nicht wissen, wie sie sich auf unser Geschäft auswirken“, sagte Dräger. An der Börse legte die Aktie bis zum Nachmittag ein Prozent zu.