Radsport

Die Cyclassics sollen bald auch in China rollen

Bürgermeister Olaf Scholz, EuroEyes-Chef
Jørn Jørgensen und Veranstalter
Christian Toetzke (v. l.)

Bürgermeister Olaf Scholz, EuroEyes-Chef Jørn Jørgensen und Veranstalter Christian Toetzke (v. l.)

Foto: Axel Heimken / dpa

Radrennen nach Hamburger Vorbild geplant. Dank des neuen Titelsponsors kann der Sparkurs gestoppt werden.

Hamburg.  Der neue Sponsoring-Vertrag könnte die Cyclassics mehr als bisher zum Exportschlager machen. Geplant ist, dass das bewährte Format – die Kombination aus Profi- und Jedermannrennen – in China erprobt wird. „Wir wollen mit den Cyclassics weiter expandieren“, sagte Christian Toetzke, Geschäftsführer des Veranstalters Ironman. Unter der Dachmarke Velothon Majors finden bereits in Stockholm, Berlin und Wales Rennen statt, die nach dem Vorbild der 1996 in Hamburg gegründeten Cyclassics gestaltet sind.

Dem neuen Namensgeber des Radrennens ist an einer weiteren Expansion durchaus gelegen. EuroEyes ist international tätig und in China mit mehreren Augenlaserkliniken vertreten. Die Filiale in Shanghai wurde 2013 durch Bürgermeister Olaf Scholz eröffnet. Auch Ironman selbst ist über seinen Mutterkonzern Wanda Sports Holding im Reich der Mitte verwurzelt. „Hier passt vieles zusammen“, sagte Jørn Jørgensen, Gründer und medizinischer Leiter von EuroEyes. Der Däne, seit sechs Jahren Cyclassics-Teilnehmer, brachte bereits eine Verlängerung des Sponsoring-Vertrags – er läuft über zwei Jahre plus zwei weiteren Jahren Option – ins Spiel: „Ich habe da ein gutes Bauchgefühl.“

Zahlen wurden nicht genannt, das Engagement von EuroEyes dürfte allerdings deutlich geringer sein als das von Vorgänger Vattenfall. Der Energieversorger soll zuletzt etwa 750.000 Euro jährlich zum Gesamtetat von 3,2 Millionen Euro beigesteuert haben. Ironman-Chef Toetzke hofft aber, zumindest den Sparkurs stoppen zu können, mit dem er den drohenden Ausfall des Titelsponsors kompensieren wollte. So war das Jugendrennen Cyclassics aus dem Programm genommen worden, auch die Specialclassics für geistig Behinderte finden nicht mehr im bisherigen Format rund um die Binnenalster statt. Ersatzweise wird für den 20. August, den Vorabend des Profi- und Jedermann­rennens, eine Special-Olympics-Konkurrenz im Rahmen des Rad Race Battle auf der Mönckebergstraße angeboten.

Dieses Format, bei dem über Sprintdistanzen im K.-o.-System Duelle gefahren werden, hatte im Vorjahr Premiere und soll weiter ausgebaut werden. „Wir müssen den Trend Urban Cycling unbedingt stärker einbinden“, sagte Toetzke. Sein Fernziel für die Cyclassic­s: ein Wochenende, an dem die ganze Stadt das Auto stehen lässt und mit dem Fahrrad unterwegs ist.