Sportveranstaltung

Neuer Titelsponsor für den Hamburger Triathlon

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Rainer Grünberg, Björn Jensen, Achim Leoni
Schwimmen in der Binnenalster ist die erste Disziplin des Hamburger Triathlons, der weltweit größten Veranstaltung dieses olympischen Dreikampfs aus Schwimmen, Radfahren und Laufen

Schwimmen in der Binnenalster ist die erste Disziplin des Hamburger Triathlons, der weltweit größten Veranstaltung dieses olympischen Dreikampfs aus Schwimmen, Radfahren und Laufen

Foto: VivienVenzke / WITTERS

Hamburg Wasser stockt Engagement auf, wird bis 2018 Namensgeber der Veranstaltung. Dreikampf ist eines der Top-Ten-Events der Stadt.

Hamburg.  In schwierigen nacholympischen Zeiten wie diesen gibt es auch mal wieder positive Nachrichten für den Hamburger Sport. Das Trinkwasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungsunternehmen Hamburg Wasser, zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt, wird neuer Titelsponsor des hiesigen Triathlons, der dieses Jahr am 16. und 17. Juli zum 15. Mal stattfindet.

Der Hamburger Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen ist das weltweit größte Event dieser seit den Sommerspielen 2000 in Sydney olympischen Disziplin. „Das ist ein gutes und wichtiges Signal für die Sportstadt Hamburg“, sagte Christian Toetzke, einer von fünf Vorständen des weltweiten Sportveranstalters Ironman mit Hauptsitz in Tampa (US-Bundesstaat Florida). Die 10.000 Startplätze für die verschiedenen Jedermann-Rennen in zwei Monaten sind erneut nahezu ausgebucht. Hamburg Wasser, zuletzt Presenting Sponsor, stockt sein finan­zielles Engagement auf, zahlt jetzt rund eine halbe Million Euro. Die Vereinbarungen gelten bis einschließlich 2018.

Hamburg Wasser bekennt sich klar zur Sportstadt Hamburg

„Unsere langjährige Unterstützung des Triathlons begründet sich nicht allein darin, dass das Schwimmen in der Alster beispielhaft eine der Kernleistungen unseres Unternehmens widerspiegelt, die Reinhaltung der Gewässer. Hamburg Wasser bekennt sich mit dem Sponsoring darüber hinaus klar zur Sportstadt Hamburg“, sagt Geschäftsführer Michael Beckereit, ein ehemaliger Segel-Weltmeister. „Der anhaltende und anwachsende Zuschauerzuspruch bestätigt uns darin, eine Veranstaltung zu fördern, die wirklich für die Hamburger und ihre Stadt ist.“

Der Triathlon (Etat: rund 2,6 Millionen Euro) gehört zu den sogenannten Hamburger Top-Ten-Veranstaltungen, die von der Stadt finanziell unterstützt werden. Um Geld vom Senat zu erhalten, müssen zahlreiche Kriterien erfüllt werden. Wichtig dabei ist das Hamburger Format, ein vielfältiges Angebot vom Leistungs- über den Breiten- bis zum Nachwuchssport; aber auch mediale Aufmerksamkeit und Attraktivität für den Tourismus spielen bei den Vergaberichtlinien eine Rolle.

Etablierte Veranstaltungen können mit Zuschüssen von bis zu 100.000 Euro rechnen, neue mit der Hälfte. Während die Stadt Profivereine wie die Freezers oder die HSV-Handballer – weil Wirtschaftsunternehmen – nicht subventionieren darf, das verstieße gegen europäisches Wettbewerbsrecht, darf sie sehr wohl andere Akzente setzen, um den Sport in der Stadt voranzubringen. Das beabsichtigt sie auch in Zukunft. „Wir werden im Rahmen unserer Dekadenstrategie weiter nach geeigneten Veranstaltungen und Formaten Ausschau halten, die den Sport fördern und die Wahrnehmung Hamburgs verbessern helfen“, sagt Sportstaatsrat Christoph Holstein (SPD).

Derzeit entsprechen neben dem Triathlon sieben weitere jährlich ausgetragene Sportveranstaltungen den Ansprüchen der Kategorie Top Ten.

Marathon:
Der Stadtlauf (Etat: rund 2,6 Millionen Euro) erfreut sich seit 1986 großer Beliebtheit. Titelsponsor Haspa läuft bis mindestens 2018 mit.


Cyclassics: Das Radrennen (Etat: rund 3,2 Millionen Euro), Europas größtes Eintagesrennen mit WorldTour-Status des Weltverbandes UCI, wird seit 1996 durch Hamburg und Umgebung gefahren. Nach dem Ausstieg von Titelsponsor Vattenfall und der bisher vergeblichen Suche nach Ersatz rechnet sich die Veranstaltung für die Agentur Ironman nicht mehr wie gewohnt. Anderswo scheinen die benötigten Geldgeber offenbar bereit zu stehen. Die wollen sich aber nicht in Hamburg engagieren, weil sie hier nicht ihren Firmensitz haben. Der Umzug in eine andere Stadt könnte schon 2017 erfolgen.

Spring- und Dressurderby: Das traditionsreiche Pferdesportereignis in Klein Flottbek (Etat: rund 3,0 Millionen Euro) wird bis 2019 von der Firmengruppe J. J. Darboven (Kaffeerösterei) gesponsert. Der Vertrag wurde in diesem Jahr verlängert.

Tennis am Rothenbaum: Der Deutsche Tennis-Bund besitzt eine Lizenz bis 2018, um in Hamburg ein Herrenturnier der dritten Kategorie hinter Grand Slam und Masters zu spielen, und hat diese an die Agentur Hamburg sports & entertainment (HSE) weitergegeben. HSE-Geschäftsführer Detlef Hammer und Turnierdirektor Michael Stich wollen das Traditionsturnier, das dieses Jahr vom 9. bis 17. Juli ansteht, über 2018 hinaus austragen. Nach dem Ausstieg des österreichischen Wettanbieters bet-at-home im vergangenen Jahr fehlt ein Titelsponsor. Die Finanzierung des Etats von rund drei Millionen Euro ist dennoch nicht gefährdet.

Hockey Masters: Die deutschen Feldhockeyherren tragen im jährlichen Wechsel zwischen Düsseldorf und Hamburg ein hochkarätiges Viernationenturnier aus. Titelsponsor Ergo, der als Teil eines Sponsorings mit dem Hockey-Bund pro Jahr etwa 15.000 Euro für das Namensrecht zahlte, steigt zum Jahresende nach fünf Jahren aus. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Das Turnier bleibt bestehen, da es laufende Verträge mit den Ausrichterstädten gibt. Zusätzlich startet der Verband 2016 ein Pilotprojekt mit einem Viernationenturnier der Damen, das dank finanzieller Unterstützung der Stadt kurzfristig nach Hamburg geholt wurde und vom 9. bis 12. Juni ausgetragen wird. Dies ist im Erfolgsfall ebenfalls als dauerhafte Einrichtung vorgesehen.

Beachvolleyball-Super-Cup: Die nationale Serie, Hauptsponsor Smart, gastiert mindestens noch bis 2017 in Hamburg. Im nächsten Jahr laufen die Verträge zwischen dem Pay-TV-Sender Sky, dem Deutschen Volleyball-Verband und Veranstalter Frank Mackerodt aus. Eine Verlängerung ist denkbar. Das Hamburger Turnier (Etat: 250.000 Euro) wird vom 3. bis 5. Juni erstmals im Tennisstadion am Rothenbaum gespielt. Anschließend (6.–12. Juni) folgt dort das Smart-Major-Turnier der Weltserie (Etat: rund 2,5 Millionen Euro). Würde dies in Hamburg angenommen, könnte es auch in den Folgejahren stattfinden. Für die Premiere gibt die Stadt aus dem „Olympiatopf“ einen Zuschuss von etwa 700.000 Euro.

Extreme Sailing Series: Die Elbe als Stadion. Nach der erfolgreichen Hamburg-Premiere der globalen Serie (acht Rennen in acht Ländern) in 2015 segeln diesmal vom 28. bis 31. Juli acht Katamarane durch die HafenCity. Über eine Fortsetzung der Veranstaltung (Hauptsponsor: Land Rover) wird im Herbst entschieden. Die Stadt möchte einen Nachwuchswettbewerb integrieren.

Weitere Events: Vor den Weltmeisterschaften im Amateurboxen (August 2017) und im Frauenhandball (Dezember 2017) möchte die Stadt zur Vorbereitung in beiden Sportarten Veranstaltungen in die Stadt holen. Ein Tag des Handballs ist angedacht und ein hochkarätiger Kampfabend im Boxen. Auch die Hamburg Gymnastics, die im November erstmals von den 27 Topsportvereinen organisiert werden, könnten zu einem Top-Ten-Ereignis aufsteigen.

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