Hamburg

Marathon: 16.200 laufen – 800.000 gucken

Beim 31. Hamburger Marathon werden viele Stellen entlang der Strecke zur Partymeile. Samba-, Pop- und Punkbands machen Musik.

Hamburg.  Ja, wo laufen sie denn? Die Frage aus dem Loriot-Sketch wird sich am Sonntag niemand stellen müssen. Zum 31. Mal treffen sich Sportler als aller Welt, um beim Hamburger Marathon die bewährte Strecke von St. Pauli aus erst Richtung Othmarschen, dann über die Innenstadt und Winterhude nach Fuhlsbüttel und von dort über Eppendorf und Rotherbaum wieder zurückzulaufen. Auch dieses Mal werden wieder etwa 800.000 Schaulustige den Wegesrand säumen und sich nicht nur von den Läufern, sondern auch vom Rahmenprogramm in Partystimmung bringen lassen.

Etwa 20 Bands tragen dazu bei, die entlang der Strecke auftreten. Dazu Jubelrufe, Luftballons, das Tirilieren von Trillerpfeifen und Fähnchen, die wild geschwenkt werden – 42 Kilometer Gänsehautatmosphäre ist garantiert. Erwartet werden 16.200 Marathonläufer – das sind zwar 2000 weniger als Jubiläumsjahr 2015, aber etwa genauso viele wie 2014. Dazu kommen 6000 Staffelläufer, verteilt auf 1500 Teams à vier Läufer.

Bereits am heutigen Sonnabend findet zwischen 11 Uhr und 14.30 Uhr im Karolinenviertel das Zehntel statt, das dieses Mal nicht mit einer Schiffsglocke angeglast, sondern mit einem Nebelhorn gestartet wird. Etwa 7000 Kinder und Jugendliche nehmen in diesem Jahr an dem Zehntel teil. Seit Monaten schon sind die Plätze ausgebucht. Besonders stark nachgefragt ist das Grundschülerrennen, ein zweites war nicht genehmigt worden. „Darüber müssen wir uns mit der Stadt unterhalten“, sagte Marathonchef Frank Thaleiser am Freitag zum neuen Sportsenator Andy Grote (SPD).

Für die Langstrecke sind dagegen am Sonnabend auch kurzfristig noch Nachmeldungen möglich. Interessierte können sich zwischen 9 und 18 Uhr auf der Endurance-Marathonmesse (Karolinenstraße) an die Startnummernausgabe wenden. Dort ist auch ein spezieller Hamburg-Marathon-Laufschuh in limitierter Auflage von 500 Stück erhältlich.

„Der Marathon ist eine Top-Vorzeigeveranstaltung für Hamburg“, so Innen- und Sportsenator Grote. „Er transportiert ein tolles Bild der Stadt. Indem er Spitzen-, Breiten- und Behindertensport vereint, zeigt er, was der Sport gesellschaftlich leisten kann.“

Zehn Minuten bevor auf Höhe des Messeeingangs an der Karolinenstraße der eigentliche Marathon beginnt, starten um 8.50 Uhr 80 Handbiker und Rollstuhlfahrer. Um 9 Uhr fällt dann der Startschuss für die Langstrecken- und Staffelläufer, die aus mehr als 75 Nationen stammen.

Unter ihnen sind auch 750 Läufer im rot-weißen Trikot des Titelsponsors Haspa. Die meisten treten in 170 sogenannten Mitarbeiter-Kunden-Staffeln an, die jeweils aus einem Haspa-Mitarbeiter und drei Kunden bestehen. Während die Teams Strecken zwischen 5,4 und 16,3 Kilometern absolvieren, laufen rund 70 Haspa-Mitarbeiter die Gesamtstrecke.

Vornweg laufen 140 Elite-Athleten. 80 von ihnen wollen sich noch für die Olympischen Spiele in Rio qualifizieren. Mona Stockhecke, schnellste Hamburger Marathonläuferin, hat ebenfalls ein ehrgeiziges Ziel: Sie will ihre Bestzeit von 2:33:50 Stunden knacken. Mit dabei ist auch Heinz Klock. Der 81-Jährige ist Hamburgs ältester Marathonläufer und seit 30 Jahren dabei.

Für die Läufer gleicht die Marathonstrecke einer Sightseeing-Tour, schließlich führt sie über Reeperbahn, Elbchaussee, Fischmarkt und Landungsbrücken, vorbei an HafenCity, Speicherstadt und Elbphilharmonie, außerdem Jungfernstieg, Binnen- und Außenalster, Stadtpark, City Nord und Eppendorfer Baum.

Als sogenannte Hotspots für die Zuschauer gelten der Staffelwechselpunkt 1 am Jungfernstieg, der Staffelwechselpunkt 2 am Überseering, der Bereich vor dem U- und S-Bahnhof Ohlsdorf, der Staffelwechselpunkt 3 an der Ecke Maienweg/Hindenburgstraße, die RedBull-Zone an der Kreuzung Martinistraße/Lenhartzstraße, der BMW-Unterhaltungsbereich am Klosterstern sowie die Zone des Sportschuherstellers Mizuno am Stephansplatz. Als ultimative Partymeile führen erfahrene Marathongucker jedoch den Eppendorfer Baum an.

Dieses Jahr sorgt hier eine Sambaband für Stimmung, diese Musik ist unter anderem auch an der Ecke Elbchaussee/Halbmondsweg (Othmarschen) zu hören, an den Landungsbrücken, der Maria-Louisen-Straße und am Mittelweg. Auch Jazz, Pop, Shantys und sogar Punkrock unterhalten die Läufer und Zuschauer entlang der Strecke.

Im Ziel an der Karolinenstraße werden die ersten Läufer gegen 11.05 Uhr (Männer) beziehungsweise 11.23 Uhr (Frauen) erwartet. Die Siegerehrungen finden ab 11.40 Uhr statt. Für den Heimweg müssen sich die Teilnehmer Kleingeld oder einen Fahrschein mitnehmen. Was in den letzten Jahren als selbstverständlich galt, wurde jetzt nämlich abgeschafft: Die Startnummer gilt nicht mehr automatisch als Ticket. Angesichts der insgesamt steigenden Kosten sei das Kombi-Angebot nicht haltbar gewesen, führt Marathon-Geschäftsführer Thaleiser zur Begründung an. Die gute Stimmung wird das aber sicher nicht trüben.