Nach Anschlägen in Paris

Sportstaatsrat lehnt höheren Sicherheitsetat für Olympia ab

Christoph Holstein, Staatsrat des Hamburger Sports

Christoph Holstein, Staatsrat des Hamburger Sports

Foto: Witters

Eine Aufstockung des Sicherheitsetats für Olympische Spiele in Hamburg wegen der Anschläge in Paris kommt für den Senat nicht infrage.

Hamburg.  Nach den Terroranschlägen von Paris ist eine mögliche Aufstockung des Sicherheitsetats für Olympische Spiele in Hamburg für den Senat der Hansestadt kein Thema. „Es gilt, was wir immer gesagt haben: Die Sicherheitslage des Jahres 2024 können die Experten erst Anfang der 20er realistisch bewerten. 2024 ist in neun Jahren“, sagte Hamburgs Sportstaatsrat Christoph Holstein am Sonntagabend im „Sportclub“ des NDR-Fernsehens. Das Ausmaß der Sicherheitsvorkehrungen, die für die Sommerspiele 2024 getroffen werden müssten, lasse sich derzeit nicht definieren.

In der Hamburger Olympia-Bewerbung ist der Posten „öffentliche Sicherheit“ mit 461 Millionen Euro ausgewiesen. Experten halten die Summe für zu gering. Der Finanzreport der Stadt bemisst die Angaben zum finanziellen Aufwand an den Erfahrungen während der Fußball-WM 2006. Er geht von „grundsätzlich friedlich verlaufenden Spielen 2024“ aus. Ergänzt wird, dass „gleichwohl auch eine latente Bedrohungslage durch terroristische Gewalttäter zu berücksichtigen sein“ wird.

Holstein: Hamburg kann mit Olympia-Bewerbung Zeichen gegen Terror setzen

Holstein sagte nach der Anschlagserie von Paris, Olympische Spiele seien das Gegenbeispiel zu dem, „was wir erlebt haben. Die ganze Welt zu Gast in einer Stadt, harmonisch, friedlich. Insofern kann es sein, dass die Bewerbung wichtiger ist als je zuvor.“ Mit der Bewerbung könne Hamburg ein eindeutiges Signal aussenden. „Wir lassen uns von Terroristen nicht in unserer Freiheit beeinträchtigen.“

In Hamburg und Kiel läuft derzeit das Referendum, bei dem die Bürger bis zum 29. November über die weitere Olympia-Bewerbung entscheiden. Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) sagte: „Wir müssen dem Terror ins Gesicht lachen und deutlich machen, dass wir eine andere Sichtweise haben.“