HVV-Prüfmarathon

In Eppendorf gingen die meisten Schwarzfahrer ins Netz

346 Fahrgäste hatten in ganz Hamburg keine gültige Fahrkarte bei sich. Das entspricht einer Quote von 2,2 Prozent.

Hamburg. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) hat beim ersten Prüfmarathon am Montag Insgesamt 15715 Fahrgäste kontrolliert. 346 von ihnen hatten keine gültige Fahrkarte bei sich. Das entspricht einer Quote von 2,2 Prozent. Normalerweise besitzen nach Schätzungen der Verkehrsbetriebe 2,5 bis 3 Prozent der Passagiere kein Ticket.

Der weit überwiegende Teil der Fahrgäste zeigte sich gut informiert und begrüßte die Aktion. Das Ziel, für die Notwendigkeit von Fahrkartenkontrollen zu werben, wurde laut HVV mit dem Prüfmarathon erreicht. Ab sofort wird wieder unangekündigt kontrolliert.

Seit 6 Uhr morgens machten 150 Prüfer der acht Verkehrsunternehmen im Verbundgebiet ganztägig Jagd auf Schwarzfahrer und Ticketfälscher. An zwölf Haltestellen wurden Abgangskontrollen durchgeführt. Dabei versperren Kontrolleure die Ausgänge der Bahnhöfe – an ihnen vorbei kam nur, wer ein gültiges Ticket besaß. Fahrgäste mussten insgesamt mit verstärkten Kontrollen an Haltestellen und in den den Bussen und Bahnen rechnen.

Der erste HVV-Prüfmarathon ist eng angelehnt an den Blitz-Marathon der Hamburger Polizei. Wie die Aktion der Polizei, die Autofahrer für die Gefahren zu hohen Tempos sensibilisieren soll, könne auch der Prüfmarathon die Akzeptanz von Kontrollen bei den Fahrgästen erhöhen, sagte HVV-Sprecher Rainer Vohl. Durch Schwarzfahren entsteht dem HVV jährlich ein Schaden von rund 20 Millionen Euro. Der Anteil der Schwarzfahrer an den Fahrgästen liegt bei unter drei Prozent.

Die Quoten im Einzelnen

U Lohmühlenstraße: 2,2 Prozent

S Stadthausbrücke: 1,5 Prozent

U/S Jungfernstieg 2,2 Prozent

S/ZOB Bergedorf: 3,1 Prozent

ZOB Harburg: 0,8 Prozent

A/ZOB Elmshorn: 0,7 Prozent

U Eppendorfer Baum: 6,5 Prozent

S Othmarschen: 4,8 Prozent

Uetersen Ostbahnhof: 0,0 Prozent

Treffpunkt Buchholz: 0,0 Prozent

Buslinien 3, 12, 15, 8810: 2,3 Prozent

Höhere Strafen ab August

Dem HVV ist es ernst mit dem Kampf gegen Schwarzfahrer: Zum 1. August wird das „erhöhte Beförderungsentgeld“ auf 60 Euro angehoben. Der HVV begründet den Schritt damit, dass Schwarzfahren seit 2003 konstant 40 Euro kostet, im gleichen Zeitraum aber die Fahrkarten- und Verbraucherpreise deutlich gestiegen seien. Somit habe ein Betrag von 40 Euro seine abschreckende Bedeutung verloren. Ein entsprechendes Gesetz hatten Bundestag und Bundesrat unlängst beschlossen.