Tierpark

Auch zweites Tigerjunges bei Hagenbeck gestorben

Besucher des Tierparks Hagenbeck vor einem Monitor mit Blick in die Tiger- Geburtshöhle. Zu dem Zeitpunkt waren noch beide Babys am Leben

Besucher des Tierparks Hagenbeck vor einem Monitor mit Blick in die Tiger- Geburtshöhle. Zu dem Zeitpunkt waren noch beide Babys am Leben

Foto: Klaus Bodig

Warum der Nachwuchs tot in der Wurfbox lag, ist unklar. Das dritte tote Raubtierjunge innerhalb von zehn Tagen, das auf mysteriöse Weise starb.

Hamburg. Traurige Gewissheit bei Hagenbecks Tierpark: Nur wenige Tage nachdem eines der beiden Anfang Mai geborenen Tigerwelpen tot aufgefunden wurde, ist auch das zweite Tierjunge gestorben. „Zu unserem großen Bedauern hat es auch der zweite Tigerwelpe nicht geschafft", teilte Tierärztin Dr. Adriane Prahl am Freitag mit. Am Donnerstag hatte der Tierpark bereits ein weiteres totes Raubkatzenbaby bei den Leoparden zu beklagen.

Da niemand die Wurfbox der Tiger betrete und das Muttertier mit dem Nachwuchs ausschließlich über einen Monitor beobachtet werden könne, sei es schwierig, eine Ursache für den plötzlichen Tod zu finden. Wie auch beim ersten Jungtier gebe es keine Anhaltspunkte für eine mögliche Todesursache. „Das Jungtier wirkte kräftig und munter, auch getrunken hat es ausreichend“, sagte Prahl.

Tigermutter Maruschka gehe es jedoch gut. Für sie war es der erste Wurf, sie habe sich vorbildlich um die Jungtiere gekümmert. "Leider ist die Sterblichkeitsrate bei Tigerbabys im ersten Lebensmonat sehr hoch", teilte der Tierpark weiter mit. Bei jungen Tigern sei ein sogenannter Probewurf nicht unüblich.

Maruschka und ihr Partner Lailek werden laut der Mitteilung von Hagenbeck in den nächsten Wochen wieder gemeinsam auf der Außenanlage zu sehen sein.

Sensationeller Zuchterfolg

Der Wurf der Sibirischen Tiger Anfang des Monats war als sensationeller Zuchterfolg gewertet worden. Weltweit gibt es nur noch 450 frei lebende Tiger dieser Rasse. In den europäischen Zoos sind es etwa 260. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszucht-Programmes (EEP), in dem Zoologische Gärten seit 1985 eng zusammenarbeiten, soll diese stark von der Ausrottung bedrohte Tierart erhalten werden. Der verfügbare Genpool ist schon gefährlich begrenzt. Vielfalt dient der Arterhaltung, weshalb die Wissenschaftler ein genaues Auge auf die Auswahl der Zuchttiere haben. Das gemeinsame Ziel ist es, neue Zuchtgruppen aufzubauen, um mit deren Nachwuchs bedrohte Wildbestände zu vergrößern.

Damit eine tiergerechte Haltung der Tiere gewährleistet ist, werden von der EEP-Kommission pro Jahr europaweit nur wenige Tigerpärchen ausgesucht, mit denen gezüchtet werden darf. Da Hagenbecks Tiger Maruschka und Lailek wegen ihrer Erbanlagen für das EEP sehr wertvoll sind, wurde für 2015 erstmals eine Zuchtgenehmigung für das Pärchen erteilt. Die Zusammenführung der Tiere ist kein Problem. Wenn keine echte Abneigung besteht, stellt sich der Paarungserfolg fast von selbst ein. Tiger sind nicht wählerisch bei der Wahl ihrer Partner. (HA)