Stellingen

Trauer bei Hagenbeck: Ein Tigerbaby ist gestorben

Besucher des Tierparks Hagenbeck vor einem Monitor mit Blick in die Tiger- Geburtshöhle. Zu dem Zeitpunkt waren noch beide Babys am Leben

Besucher des Tierparks Hagenbeck vor einem Monitor mit Blick in die Tiger- Geburtshöhle. Zu dem Zeitpunkt waren noch beide Babys am Leben

Foto: Klaus Bodig

Warum das rund zwei Wochen alte Tigerbaby starb, ist unklar. Tierpark hofft nun, dass das zweite Tier überlebt.

Hamburg. Am Mittwochnachmittag gab der Tierpark Hagenbeck die traurige Nachricht bekannt: Eines der Tigerbabys, die am 5. Mai geboren wurden, ist gestorben. "Leider mussten wir am 19. Mai feststellen, dass nur noch ein Tiger-Jungtier lebt", schreibt der Tierpark auf seiner Homepage. Zuerst hatte welt.de darüber berichtet. Zur genauen Todesursache konnte der Tierpark auf Nachfrage noch keine Angaben machen.

"Gerade bei Erstgebärenden besteht ein hohes Risiko, dass die Jungtiere nicht überleben", betont der Tierpark weiter. Auch in der Natur sei es häufig so, dass Katzen bei ihrem Nachwuchs nach Größe und Stärke selektieren. Man hoffe nun, dass das verbliebene, zwei Wochen alte Jungtier der Sibirischen Tiger überlebt und somit zur Arterhaltung dieser vom Aussterben bedrohten Tierart beiträgt.

Sensationeller Zuchterfolg

Der Wurf der Tigerbabys Anfang des Monats wurde als sensationeller Zuchterfolg gewertet. Weltweit gibt es nur noch 450 frei lebende Sibirische Tiger. In den europäischen Zoos sind es etwa 260. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszucht-Programmes (EEP), in dem Zoologische Gärten seit 1985 eng zusammenarbeiten, soll diese stark von der Ausrottung bedrohte Tierart erhalten werden. Der verfügbare Genpool ist schon gefährlich begrenzt. Vielfalt dient der Arterhaltung, weshalb die Wissenschaftler ein genaues Auge auf die Auswahl der Zuchttiere haben. Das gemeinsame Ziel ist es, neue Zuchtgruppen aufzubauen, um mit deren Nachwuchs bedrohte Wildbestände zu vergrößern.

Damit eine tiergerechte Haltung der Tiere gewährleistet ist, werden von der EEP-Kommission pro Jahr europaweit nur wenige Tigerpärchen ausgesucht, mit denen gezüchtet werden darf. Da Hagenbecks Tiger Maruschka und Lailek wegen ihrer Erbanlagen für das EEP sehr wertvoll sind, wurde für 2015 erstmals eine Zuchtgenehmigung für das Pärchen erteilt. Die Zusammenführung der Tiere ist kein Problem. Wenn keine echte Abneigung besteht, stellt sich der Paarungserfolg fast von selbst ein. Tiger sind nicht wählerisch bei der Wahl ihrer Partner. (HA)