Krakow am See

Hamburger Konfirmanden von Rechtsradikalen bedroht

Die Polizei konnte die mutmaßlichen Täter bislang nicht ermitteln (Symbolfoto)

Die Polizei konnte die mutmaßlichen Täter bislang nicht ermitteln (Symbolfoto)

Foto: Patrick Pleul / dpa

Jugendliche mit ausländerfeindlichen Parolen beschimpft und bedroht. 13-Jährige erlitt Schock und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Krakow am See/Hamburg. Mutmaßliche Rechtsextremisten haben nach Polizeiangaben bei Krakow am See (Landkreis Rostock) eine Gruppe von Konfirmanden aus Hamburg aus Sülldorf/Iserbrook belästigt und bedroht. Die Schülergruppe aus der Hansestadt sei zu Gast in der Jugendbegegnungsstätte Neu Sammit gewesen, teilte die Polizei mit. Bei einem Geländespiel sei es am Donnerstag am Deliener See zu der Begegnung mit der Gruppe junger Männer gekommen, die augenscheinlich dem rechten Spektrum zuzuordnen seien.

Ausländerfeindliche Parolen seien speziell gegen ein 16-jähriges Mädchen sowie einen 14-jährigen Jungen mit dunkelhäutigem Aussehen gerichtet gewesen. Der alarmierte Begleiter der Gruppe sei den Schülern zu Hilfe geeilt und habe sie mit dem Auto zur Unterkunft gebracht. Ein 13-jähriges Mädchen habe einen Schock erlitten und ins Güstrower Krankenhaus gebracht werden müssen, hieß es weiter. Die Polizei konnte die mutmaßlichen Täter bislang nicht ermitteln und bittet die Bevölkerung um Hinweise.

Es ist nicht der erste, mutmaßlich rechtsradikal motivierte Angriff auf Hamburger Jugendliche. Im September 2013 hatten drei Männer in einem Jugendheim im sächsischen Bad Schandau einen 15-Jährigen mit chinesischen Wurzeln so heftig geschlagen, dass er einen Augenhöhlen- und Kieferbruch erlitt. Einen fremdenfeindlichen Hintergrund stritten die Angeklagten vor Gericht zwar ab, sie wurden aber zu Bewährungsstrafen von neun bis 15 Monaten verurteilt. Sie hatten im Internet offen Sympathien für rechtsextreme Positionen bekundet.