Hammerbrook

Stadt und Spender sollen das Skateland retten

Wie Sozialbehörde trotz Kürzungen in Jugendhilfe Betrieb sichern will. Drei-Säulen-Modell geplant, an dem Stadt und Spender beteiligt sind.

Hamburg. Es ist für alle eine Zitterpartie. Für Frank Martens, Leiter der Vereins i-Punkt-Skateland, der an der Spaldingstraße Hamburgs größte Skateanlage betreibt. Für die vielen jugendlichen Skater, die dort eine Alternative zum Rumlungern auf der Straße finden, pädagogisch betreut und oft vor dem Abrutschen in die Kriminalität bewahrt werden. Und nicht zuletzt für die Sozialbehörde, die an einem Fortbestehen der Einrichtung interessiert ist. Vor 23 Jahren von Modedesigner Thomas Friese gegründet, ist ihre Zukunft nun durch die Kürzungen in der Jugendhilfe bedroht. Um den Verein zu retten, hat Frank Martens mit Staatsrat Jan Pörksen ein Finanzierungskonzept entwickelt: ein Drei-Säulen-Modell, an dem die Stadt und Spender beteiligt sind. "Es ist ein Silberstreifen am Horizont, ermöglicht uns aber noch keine endgültige Planungssicherheit", sagt Martens.

Rund 100.000 Euro erwirtschaftet er mit seinem Team aus eigener Kraft - durch die Vermietung der Halle, den Eintritt am Wochenende, den Kiosk und die Unterstützung durch Sponsoren. Für den Betrieb der Anlage, die im Jahr etwa 100.000 Besucher zählt, reicht das jedoch bei Weitem nicht aus. Daher hat die Stadt den Verein in der Vergangenheit mit 220.000 Euro im Jahr bezuschusst. Noch dieses Jahr wird sie sich wegen der Sparmaßnahmen jedoch dauerhaft aus dem Projekt zurückziehen. "Wir haben aber hinter den Kulissen monatelang mit vielen Leuten konstruktiv nach Lösungen gesucht", sagt Pörksen, Staatsrat in der Behörde für Soziales, Familie und Integration. Für das neue Finanzierungskonzept hat die Stadt maßgeblich die Weichen gestellt - etwa durch einen Deal mit der Sprinkenhof AG, der Besitzerin der Skatehalle. "Wir haben durch eine Veränderung der Vertragsgrundlagen erreicht, dass das Skateland künftig eine weitaus niedrigere Jahresmiete zahlen muss als bisher", sagt Pörksen. Konkreter möchte er sich dazu nicht äußern - nach Abendblatt-Informationen hat die Stadt aber einen sechsstelligen Altkredit bei der Sprinkenhof AG abgelöst, um die Mietbelastung nachhaltig zu reduzieren. Das zweite Drittel übernimmt für fünf Jahre ein privater Spender, der anonym bleiben möchte. Das letzte Drittel steht auf wackeligen Füßen. "Hier sind wir mit einem weiteren potenziellen Spender im Gespräch und guter Hoffnung", so Pörksen.