"Gewaltige Aufgabe"

Hamburg: Diese Schulen werden bis 2019 saniert

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Andreas Dey

Rund zwei Milliarden Euro sollen investiert werden. Ein nun vorgelegter Plan des Senats zeigt, in welche Standorte das Geld fließen soll.

Hamburg. Der Hamburger SPD-Senat hat erstmals einen Plan vorgelegt, welche Schulen in welchem Zeitraum für wie viel Geld saniert oder neu gebaut werden sollen. Demnach werden bis 2019 rund zwei Milliarden Euro investiert, um 170 Ganztagsschulen mit Kantinen auszustatten, 1600 neue Klassen- und Unterrichtsräume zu bauen, Hunderte Schulen zu sanieren sowie Sport- und Gemeinschaftsflächen zeitgemäß herzurichten - allein in diesen Bereich fließen 150 Millionen Euro.

Schulsenator Ties Rabe (SPD) sprach von einer "gewaltigen Aufgabe". In dem Rahmenplan, der vorerst nur ein Entwurf ist, würden erstmals alle Pläne und Wünsche nach Dringlichkeit und Machbarkeit geordnet. Rabe: "Wir schaffen damit Klarheit für die Schulen und gewinnen eine eindeutige Richtschnur für unser Handeln." Bisher habe es nur ein "Durcheinander" von Wünschen und Plänen gegeben, sagte der Schulsenator und übte so indirekt Kritik am schwarz-grünen Vorgängersenat.

+++ Hamburgs Schulen bekommen Milliarden-Hilfe +++

Von diesem stammten die nach wie vor aktuellen Zahlen, wonach die rund 400 allgemeinbildenden Schulen in Hamburg für mindestens drei Milliarden Euro saniert werden müssten und für rund eine Milliarde Neubauten benötigt würden. Diesen Neu- und Umbaubedarf will der Senat nun bis 2019 komplett abarbeiten. Die größte geplante Einzelmaßnahme ist der Neubau der Kurt-Tucholsky-Stadtteilschule in Altona für 41,7 Millionen Euro. Auch in der HafenCity sollen ein Gymnasium (15 bis 20 Millionen Euro) und eine Stadtteilschule (zehn bis 15 Millionen) neu entstehen. Größtes Umbauvorhaben ist die Erweiterung des Gymnasiums und der Stadtteilschule in Lohbrügge, wenn man alle dort geplanten Einzelmaßnahmen zusammenzählt: Hier entstehen bis 2018 für mehr als 40 Millionen Euro 41 neue Unterrichtsräume.

Die zweite Milliarde fließt in die Sanierung bestehender Standorte. Größter Posten in diesem Bereich ist die Sanierung der Irena-Sendler-Stadtteilschule in Wellingsbüttel für 31,5 Millionen Euro. Allerdings verbleibt ein Sanierungsstau von zwei Milliarden Euro, der erst nach 2019 abgearbeitet werden soll. Gründe für den Investitionsbedarf gibt es viele: In Hamburg steigen die Schülerzahlen, die Klassen sollen kleiner werden, mehr als 100 Haupt- und Realschulen wurden zu 56 Stadtteilschulen zusammengelegt, und Schüler mit Sonderförderbedarf sollen an Regel- statt an Sonderschulen unterrichtet werden (Inklusion).

+++ Die komplette Liste der Schulinvestitionen +++

Die Verantwortung für das Mammutprojekt liegt bei der 2009 eigens gegründeten Behörde Schulbau Hamburg. Ihr wurden alle Schulgebäude überschrieben, die sie nun an die Schulbehörde vermietet. Rabe kündigte an, dass er diese Miete von 250 auf rund 310 Millionen Euro pro Jahr erhöhen wird.

Die Opposition in der Bürgerschaft begrüßte, dass die Schulen nun endlich Klarheit bekämen. Allerdings seien noch viele Fragen offen, sagte CDU-Schulexperte Robert Heinemann. So sei ihm neu, dass in der HafenCity eine Stadtteilschule entstehen soll. Außerdem sei es widersprüchlich, dass die einzelnen Pläne auf 100 000 Euro genau seien, Rabe aber ankündigte, Lehrer und Eltern in die Konkretisierung der Planung einbinden zu wollen.

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