Stadtreinigung

Hamburger Müll-Atlas: So sauber ist die Stadt

Straßenreinigung setzt wissenschaftliche Methoden ein. Seit vier Jahren bewerten Qualitätsprüfer Sauberkeit auf Hamburgs Straßen.

Hamburg. Die Hansestadt wird immer sauberer. Das ist das Ergebnis der "Qualitätssicherung Stadtsauberkeit" nach der Einführung eines datenbankgestützten Bemessungssystems durch die Stadtreinigung Hamburg (SRH) . Seit vier Jahren bewerten Qualitätsprüfer, speziell geschulte Mitarbeiter der Stadtreinigung, die Sauberkeit auf Hamburgs Straßen und Gehwegen. Sie machen in insgesamt 156 Prüfgebieten in den 180 Ortsteilen täglich Stichproben und geben die Ergebnisse in die Datenbank ein.

So entsteht am Ende des Jahres ein Müll-Atlas von Hamburg. Bisher wurde im Durchschnitt der Wert 11 in der Sauberkeit erreicht. Jetzt stieg dieser Sauberkeitsstandard erstmals auf die Kennziffer 10. Zur Einordnung: Bei Punktzahl 14 liegt die erste Warnschwelle, ab Ziffer 16 ist die Verschmutzung im kritischen Bereich.

Die Bewertung erfolgt nach einem Bemessungssystem, das inzwischen von mehreren deutschen Großstädten verwendet wird. Wissenschaftler haben herausgefunden, welche Verschmutzungen die Menschen am meisten stören. Auf Basis dieser Untersuchungen werden Verunreinigungen durch Zigarettenkippen, Hundekot, Graffiti oder überquellende Papierkörbe je nach Häufigkeit und Ort der Verschmutzung unterschiedlich gewichtet.

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"Sauberkeit wird zu einem messbaren Ziel, und das motiviert auch die Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit", sagt Rüdiger Siechau, Sprecher der SRH-Geschäftsführung. Das Ergebnis in Hamburg kann sich sehen lassen. "Die Qualität der Reinigung hat sich durch das Engagement der Mitarbeiter und organisatorische Veränderungen so weit verbessert, dass die durchschnittlichen Zielvorgaben jetzt erstmals auf die Sauberkeitskennzahl 10 angehoben werden konnten", so Siechau.

Das lohnt sich auch für die Mitarbeiter der Stadtreinigung. Für das Erreichen der vereinbarten Sauberkeitsziele gibt es Prämien, die Kennziffern sind Grundlage für im Tarifvertrag vorgesehene Leistungsanreize. Die Einführung des elektronischen Qualitätssicherungssystems ist eine weitere zusätzliche Maßnahme zur Erhöhung der Sauberkeit in Hamburg.

Neben der Müll-Hotline gibt es die WasteWatcher, ein mobiles Einsatzteam, das gemeldete Verunreinigungen beseitigt. Es gibt die jährliche Aktion "Hamburg räumt auf" und die Umwandlung der rund 9100 Papierkörbe in feuerrote Müll-Schlucker mit flotten Sprüchen ("Für mich zählen nur Inhalte") darauf.

Vor genau einem Jahr startete in Kirchdorf Süd ein Projekt zur Verbesserung der Sauberkeit in schwierigen Quartieren. Vier Mitarbeiter der Stadtreinigung bündelten die Aktivitäten vor Ort. Sie kümmerten sich um Aufklärung und stimmten Aktionen mit Grundeigentümern, Vereinen, Schulen und Initiativen ab. Knapp 100.000 Euro ließ sich die Stadtreinigung das flächendeckende Reinigungsprojekt kosten.

Auch hier liegen die Ergebnisse jetzt vor. Der Erfolg ist messbar. Lag die von den Qualitätsprüfern ermittelte Sauberkeitskennziffer in Kirchdorf Süd im Juni 2011 noch bei fast 13 und damit zwei Punkte über dem hamburgweiten Standard, verbesserte sie sich im Februar dieses Jahres auf den bisherigen Bestwert von 8,5. Das Projekt ist inzwischen bis Ende 2012 verlängert worden.