Nordbank-Krise

Insider: HSH Nordbank dämmt Verluste stark ein

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Die angeschlagene Landesbank soll ihren Jahresfehlbetrag auf 700 Millionen Euro verringert haben. Sanierung läuft nach Plan.

Hamburg. Die krisengeschüttelte HSH Nordbank hat Kreisen zufolge ihren Verlust im vergangenen Jahr stark eingedämmt. Der Jahresfehlbetrag sei auf etwa 700 Millionen Euro verringert worden, sagte eine mit dem Vorgängen im Aufsichtrat vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Eine mit den Zahlen der Bank vertraute Person bestätigte die Angaben. Damit hat die Landesbank ihren Verlust im Vergleich zum Vorjahr auf ein Viertel reduziert. Die Bank selbst wollte sich nicht zur Höhe äußern. „Das Jahresergebnis ist bislang nicht testiert und wird erst im April im Aufsichtsrat festgestellt“, sagte ein Sprecher.

„Richtig ist jedoch, dass sich der Konzernjahresfehlbetrag innerhalb der Planung der Bank bewegt“, bekräftigte der Sprecher. Dies hatte Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher bereits vor dem Untersuchungsausschuss der Hamburger Bürgerschaft gesagt. Die Planung hatte einen Verlust von bis zu einer Milliarde vor Kosten für die Garantien von Hamburg und Schleswig-Holstein vorgesehen. Auch bei der WestLB läuft das Beihilfeverfahren noch.

Der für die HSH in Schleswig-Holstein zuständige Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) sagte Reuters: „Die Sanierung läuft nach Plan.“ Er rechne damit, dass die EU die Prüfung der staatlichen Beihilfe bis Sommer abschließen werde. Knackpunkt sei noch der Zeitpunkt des von Brüssel geforderten Ausstiegs der Anteilseigner. Während die EU-Kommission dies „spätestens 2013“ erreichen wolle, strebe Kiel „frühestens 2014„ an.

Das „Handelsblatt“ hatte unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtet, die HSH habe das Jahr 2009 mit einem Verlust von einer Milliarde Euro abgeschlossen. Darin seien Aufwendungen für die von den Haupteignern Hamburg und Schleswig-Holstein erhaltenen Garantien allerdings nicht eingerechnet. Eine mit den Zahlen vertraute Person hatte Reuters gesagt, die Gebühren für die Finanzhilfen hätten sich auf rund 300 Millionen Euro belaufen.

In den vergangenen Wochen war bekannt geworden, dass das Kapitalmarktgeschäft im vergangenen Jahr besser gelaufen sei als anfangs gedacht. Daneben müssen aber weitere Effekte eine Rolle gespielt haben, damit sich die HSH so stark verbessern konnte.

Nach Ablauf von drei Vierteln des vergangenen Geschäftsjahres hatte noch eine gestiegene Risikovorsorge für drohende Ausfälle von Schiffsfinanzierungen für einen höheren Vorsteuerverlust gesorgt. Im Schlussquartal hatte sich allerdings eine Entspannung abgezeichnet. Die HSH Nordbank ist der weltgrößte Schiffsfinanzierer.

Die Landesbank hatte im Jahr 2008 bereits einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro verbucht. Sie erwartet erst 2011 wieder schwarze Zahlen und plant eine Dividende erst wieder für das Jahr 2012. Die Landesbank hatte sich mit riskanten Kredit- und Wertpapiergeschäften verspekuliert und musste von Hamburg und Schleswig-Holstein mit Milliardensummen gestützt werden. Die Hintergründe der Verluste werden von Untersuchungsausschüssen in den Landtagen in Hamburg und Kiel beleuchtet.