Hamburg-Nienstedten

Taxi-Mord: "Dringender Tatverdacht" gegen 24-Jährigen

Foto: © Michael Arning / Michael Arning

Der festgenommene Ramu B. ist dringend verdächtig, Peter Lüchow erschossen zu haben. Staatsanwaltschaft will Haftbefehl beantragen.

Hamburg. Die Polizei hat einen Verdächtigen im Taxifahrer-Mord festgenommen. Zwei Wochen nach der Tat haben MEK-Beamte den 24-jährigen Ramu B. (Name geändert) in seiner Wohnung gestellt. Der Mann wird jetzt von der Mordkommission im Polizeipräsidium befragt. Nach ersten Befragungen gilt er als dringend tatverdächtig. In seiner Wohnung fanden sich Spuren, die ihn massiv belasten. Er ist polizeibekannt, unter anderem wegen Waffenbesitzes und Raubtaten. Noch am Freitagnachmittag kam Ramu B. vor den Haftrichter. Die Staatsanwaltschaft will nach eigenen Angaben am Sonnabend einen Haftbefehl für den Mann beantragen.

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Nach der Fahndung mit Fotos aus Überwachungskameras waren bei den Kriminalbeamten mehrere Hinweise auf den 24-jährigen eingegangen. Die Staatsanwaltschaft Hamburg erwirkte einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Mannes in Eilbek. Um 11.30 klingelte die Polizei dem Verdächtigen. Er wurde in seiner Wohnung angetroffen. In seiner Wohnung wurden Spurensicherungsmaßnahmen durchgeführt - offenbar mit Erfolg.

Am Morgen des 15. Januar hatten Kinder, die auf dem Weg zur Schule waren, in Nienstedten ein Taxi mit laufendem Motor bemerkt. Auch eine Ärztin, die dort vorbei ging, sah den Wagen mit der leuchtenden Warnblinkanlage. Das Taxi war gegen ein geparktes Auto geprallt - deshalb ging sie zunächst von einem Unfall aus und alarmierte die Polizei. Dann bemerkte sie, dass der Fahrer vornüber gebeugt auf dem Lenkrad lag und blutete. Als die alarmierten Polizisten am Einsatzort eintrafen, war der Taxifahrer bereits tot. Auch ein Notarzt der Feuerwehr konnte nichts mehr tun.

Die Mordkommission sperrte die gepflegte Wohnstraße, direkt zwischen UNO-Seegerichtshof und Rudolf-Steiner-Schule gelegen, auf etwa 200 Meter Länge ab. Polizisten gingen von Tür zu Tür und befragten die Anwohner um den Verlauf der Tat zu rekonstruieren. Wer nicht zuhause war, bekam einen Zettel mit der Aufforderung in den Briefkasten gesteckt, sich bei der Polizei zu melden. Das Taxi wurde schließlich auf einen Abschlepper geladen und mit dem Leichnam zur kriminaltechnischen Untersuchung ins Polizeipräsidium nach Alsterdorf transportiert.

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Wenig Stunden später konnte der ermordete Taxifahrer von Nienstedten identifiziert werden: Peter Lüchow (58) aus Wedel. Eine erste kriminaltechnische Untersuchung hatte ergeben, dass der Schütze vom Rücksitz aus dem Fahrer in Kopf schoss. Das Projektil hatte sogar die Windschutzscheibe von innen durchschlagen.