Silvester in Hamburg und Schleswig-Holstein

Randale an Hafenstraße und vor Untersuchungsgefängnis

Foto: © Michael Arning

Hamburgs Feuerwehr zählte 892 Einsätze, 276 weniger als im Vorjahr. Zumeist friedlich verlief der Jahreswechsel in Schleswig-Holstein.

Hamburg/Kiel. Einen lebhaften Jahreswechsel mit einigen schweren Zwischenfällen haben Polizei und Feuerwehr in Hamburg und Schleswig-Holstein erlebt. Während beim großen Feuerwerk an den Hamburger Landungsbrücken rund 35.000 Besucher friedlich das neue Jahr begrüßten, errichteten rund 300 Randalierer auf St. Pauli Barrikaden und steckten sie in Brand. Die Polizei musste die Chaoten mit zwei Hundertschaften abdrängen - Straßenschlacht. Zwei Männer wurden wegen Landfriedensbruchs festgenommen.

Vor dem Untersuchungsgefängnis Holstenglacis versammelten sich ebenfalls etwa 200 teils gewaltbereite Menschen. Sie bewarfen die Polizei mit Böllern, die daraufhin die Versammlung beendete.

Trotzdem spricht die Hamburger Polizei von einer vergleichsweise ruhigen Silvesternacht mit 1.400 Einsätzen. Zu etlichen Bränden und Rettungseinsätzen musste die Feuerwehr ausrücken. Wie häufiger im vergangenen Jahr brannten auch in dieser Nacht an verschiedenen Stellen in der Stadt aus noch ungeklärten Ursachen sechs Autos.

Auf der Reeperbahn feierten der Polizei zufolge etwa 60.000 Menschen weitgehend friedlich den Jahreswechsel. Dennoch mussten die Beamten mehrmals Schlägereien mit gefährlichen Körperverletzungen beenden. Ein 38 Jahre alter Mann wurde während des Feuerwerks auf St. Pauli lebensgefährlich verletzt, weil er einen Böller in eine Flasche steckte und ihn bei der Explosion Glassplitter am Kopf trafen.

Die Feuerwehr in der Hansestadt zählte 892 Einsätze zwischen 18 und 6 Uhr, 276 weniger als im Vorjahr. Vermutlich durch nicht sachgemäßen Umgang mit Feuerwerk wurden zwei Männer schwer im Gesicht und am Oberkörper verletzt. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers explodierte an der Bleicherstraße in Altona ein Böller vor dem Gesicht eines 40-Jährigen. Dabei wurde der Mann lebensgefährlich am Kopf verletzt. Ebenfalls in Altona erlitt ein 21-Jähriger durch eine Explosion Verbrennungen zweiten und dritten Grades am Oberkörper.

Lebensgefährliche Verletzungen erlitt ein 20-Jähriger in Jenfeld. Der junge Mann rutschte mit einem ausgeklappten Butterfly-Messer in der Hand auf einem Gehweg aus und stürzte. Dabei rammte er sich die Klinge in ein Auge.

Ereignisreicher Jahreswechsel in Schleswig-Holstein

Auch in Schleswig-Holstein hat die Polizei einen ereignisreichen Jahreswechsel erlebt. Im Vergleich zu den relativ besinnlichen Weihnachtstagen habe die Silvesternacht die Einsatzkräfte der Polizei in Kiel in erhöhtem Maße gefordert, teilte die Polizeidirektion mit. Größere Schäden durch Feuer habe es nicht gegeben. Die Beamten der Landeshauptstadt rückten zwischen 18 Uhr und 6 Uhr überwiegend wegen Streitigkeiten und kleineren Schlägereien insgesamt 190-mal aus. Die Kieler Feuerwehr hatte es bei 140 Einsätzen hauptsächlich mit Bränden in Müllcontainern und Briefkästen zu tun.

In den anderen Landesteilen sprach die Polizei von einem durchschnittlichen Jahreswechsel. Bei einem Wohnungsbrand am Neujahrsmorgen in einem Mehrfamilienhaus in Elmshorn (Landkreis Pinneberg) wurden drei Menschen verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Die Brandursache ist bislang unklar. Der Sachschaden wird derzeit auf etwa 60.000 Euro geschätzt.

In Bordelum (Landkreis Nordfriesland) brannte ein Einfamilienhaus bis zu den Grundmauern nieder. Es entstand ein Sachschaden von mehr als 100.000 Euro. In Gudow (Landkreis Herzogtum Lauenburg) brannte ein Holzhaus aus ebenfalls bislang ungeklärter Ursache komplett ab. Verletzt wurde niemand.