Zanderroulade und Mimosen im Rathaus

Um genau 18.31 Uhr entstieg der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao im Rathaus-Innenhof einer dunklen BMW-Limousine und eilte mit seiner Delegation durch die Rathausdiele. Einem kurzen Vier-Augen-Gespräch im Bürgermeisteramtszimmer folgte der Eintrag ins Goldene Buch. Beim folgenden Gala-Diner im Festsaal hatten die Veranstalter auf dezente Eleganz gesetzt. An elf weiß gedeckten Tafeln mit schlichten elfenbeinfarbenen Kerzen in Glasleuchtern und einer gelben Tischdekoration aus Mimosen, Orchideen und Bambusblättern versammelten sich die rund 400 Gäste.

Unter ihnen: der ehemalige Bürgermeister Ortwin Runde, Ex-Verteidigungsminister Volker Rühe, Rainer Schöndube (Germanischer Lloyd), Deutschlands Botschafter in Schanghai, Volker Stanzel, Jürgen Fitschen (Deutsche Bank), Reeder Bertram Rickmers, Yu Zenggang (China Shipping Europe), Michael Behrendt (Hapag Lloyd), Robert Hawke (Ex-Premierminister Australien), Physiker Ernst-Ulrich von Weizsäcker, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, Gerhard Puttfarcken (Airbus), "Spiegel"-Chef Stefan Aust.

Am Mitteltisch nahmen Bürgermeister Ole von Beust und Wen Jiabao mit drei Ministern Platz. Das dreigängige Menü vom Hotel Atlantic Catering (Lachs- und Zanderroulade mit Orangenfenchel- und Rucola-Salat, glasierter Kalbsrücken mit Sauerrahm-Limonenrisotto, dreierlei Kaffee mit Ananasragout) wurde auf dem weißen Senatsporzellan mit Goldwappen serviert.

Zu Beginn des Essens spielte der deutsche Solist Feng Ning, Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben, ein Solo-Konzert. Zum Ende des Dinners sang der Monteverdi-Chor zunächst die chinesische, dann die deutsche Nationalhymne. Nach dem Abendessen gegen 21.30 Uhr fuhr ein Teil der chinesischen Delegation mit einem Alsterschiff zurück ins Hotel Atlantic, dort wurde sie vom farbenfrohen Feuerwerk über der Alster überrascht.

Am Morgen hatte Bürgermeister Ole von Beust die China Time feierlich eröffnet - im eigens aufgebauten Pavillon neben der Galerie der Gegenwart. "Mit China Time wollen wir die Vielfalt Chinas zwischen Tradition und Moderne nach Hamburg holen", sagte von Beust vor mehr als 300 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Von Beust sagte unter anderem, es werde einen offenen, fairen Dialog mit den chinesischen Partnern geben. Auch die Menschenrechte erwähnte er.