1. Mai 2010

Erneut Krawalle und Ausschreitungen in Hamburg

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Foto: dpa

Die zweite Nacht in Folge randalieren im Schanzenviertel Chaoten und greifen Polizisten mit Steinen und Flaschen an. Die Polizei reagierte jedoch - anders als am Freitag - rasch.

Hamburg. Im Hamburger Schanzenviertel ist es am Abend des 1. Mai erneut zu Ausschreitungen gekommen. Bis zum frühen Sonntagmorgen wurden nach Polizeiangaben sechs Menschen verletzt - fünf Polizeibeamte und ein Feuerwehrmann.

Die Randalierer zerstörten – wie beinahe jedes Jahr – die Scheiben der Hamburger Sparkasse unweit des alternativen Kulturzentrums „Rote Flora“. Außerdem warfen sie mit einem aus der Verankerung gerissenen Verkehrsschild die Tür einer nahe gelegenen Filiale der Deutschen Bank ein. Anschließend drangen sie in das Gebäude ein und verwüsteten den Eingangsbereich.

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Ein Drogeriemarkt wurde geplündert, zudem wurden Autos umgeworfen, Barrikaden in Brand gesteckt und Böller gezündet. Die Randalierer attackierten Beamte mit Flaschen und Steinen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein – auch vor der Tür eines Alten- und Pflegeheims. In mehreren Nebenstraßen brannten Mülltonnen oder Altpapiercontainer. In der Nacht zum Sonntag gab es immer wieder kleinere Scharmützel mit der Polizei. Bis zum frühen Morgen wurden 19 mutmaßliche Randalierer fest- und 8 in Gewahrsam genommen.

Zu den Ausschreitungen war es im Anschluss an eine sogenannte revolutionäre 1.-Mai-Demonstration gekommen. Zunächst wurden Beamte am S-Bahnhof Sternschanze angegriffen. Daraufhin löste die Polizei die Versammlung auf und ging mit Wasserwerfern gegen die Randalierer vor. Der Bahnhof wurde abgesperrt. Die Demonstration mit rund 1500 Teilnehmern war zuvor friedlich abgelaufen.

Bereits in der Nacht zum 1. Mai waren bei Ausschreitungen im Schanzenviertel mindestens 18 Menschen verletzt worden. Bis zu 200 Menschen – überwiegend Jugendliche – hatten rund um die „Rote Flora“ Möbel, Holzlatten und Müll auf die Straße gestellt und angezündet. Polizisten wurden mit Flaschen und Steinen angegriffen.

( (dpa/abendblatt.de) )

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