Blankenese

Von-der-Leyen-Vertrauter soll Führungsakademie leiten

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU)

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU)

Foto: Christian Bruna / dpa

General Achim Lidsba geht in den einstweiligen Ruhestand. Für ihn kommt ein Kommandeur, der das Vertrauen der Ministerin genießt.

Hamburg. Der Kommandeur der renommierten Führungsakademie der Bundeswehr (FüAk) in Blankenese, Achim Lidsba, 61, steht unmittelbar vor der Ablösung. Lidsba, der seit 2011 Chef der Ausbildungsstätte in Blankenese ist, soll überraschend schon zum 1. September in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden.

Wie der „Deutschlandfunk“ meldet, ist der Generalmajor aus Sicht von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nicht die richtige Besetzung für den hohen Posten. Demnach soll sich Lidsba im gesellschaftlichen Leben der Stadt zu rar gemacht haben, außerdem soll sich eine Oberstabsärztin über die mangelhafte Frauenförderung in der FüAk beklagt haben. Lidsba, der bis 2006 Kommandeur des deutschen Einsatzkontingents in Afghanistan war, gilt intern eher als „Mann der Truppe“, der auf Repräsentationsaufgaben wenig Wert legt.

Als Nachfolger soll Brigadegeneral Carsten Breuer im Gespräch sein, der als Vertrauter von der Leyens gilt. In Hamburg, wo Lidsba als loyaler Vorgesetzter geschätzt wurde, ist die Betroffenheit über den Personalwechsel groß. Bereits die ersten Gerüchte um die bevorstehende Ablösung Lidsbas seien sehr überraschend gewesen, sagt ein Hamburger Sprecher der Bundeswehr dem Abendblatt.

Den Vorwurf, dass sich Lidsba gesellschaftlich zu wenig engagiert habe, könne er nicht bestätigen, zumal der Kommandeur ja auch im Ausland sehr aktiv gewesen sei. „General Lidsba“, so der Sprecher weiter, „wird die Führungsakademie der Bundeswehr nach fünf erfolgreichen Jahren verlassen müssen, und wir sind gespannt, wer demnächst auf seinen Posten folgt.“ Die FüAk besteht seit 1957, sie ist die höchste Ausbildungsstätte für Stabsoffiziere der Bundeswehr.