Restaurant-Kritik

Roh, gerollt, gekocht: Europa trifft Asien am Isebekkanal

| Lesedauer: 3 Minuten
Anika Riegert

Hamburgs Restaurants, Kneipen, Cafés und Bars: Im Maral in Eppendorf wurden früher Brathähnchen serviert - heute gibt es dort Sushi in allen Variationen.

Es gibt Leute, die sagen, dass es im Maral das beste, bezahlbare Sushi der Stadt gibt. Steile These. Das Restaurant mit seiner geschwungenen Glasfront wirkt von außen erst mal unscheinbar. Direkt an der U-Bahn-Haltestelle Eppendorfer Baum gelegen, hat es aber einen echten infrastrukturellen Vorteil. Und leider einen akustischen Nachteil. Es rattert und rattert... Aber das macht die traumhafte Lage direkt am Isebekkanal wieder wett. Hinter dem Bistro-Restaurant erstreckt sich eine wunderschöne Terrasse. Und an den paar Tagen, an denen in Hamburg Sommerwetter herrscht, ist die natürlich proppevoll.

Früher Hähnchen, heute Sushi

Früher war hier ein Wienerwald beheimatet. Ziemlich genau zehn Jahre ist das jetzt her, damals begann das Asia-für-alle-Zeitalter, auch die Ära euroasiatisch genannt. Wo also einst Hähnchenschenkel auf den Tisch kamen, werden heute Fischrollen serviert. Und zwar wirklich gute. Es gibt köstlich warme Varianten wie die Spargel Thuna Scampi Roll oder Crispy Orange Roll (7,50 bis 8 Euro) und diverse kalte Klassiker ab 5 Euro. Für unentschlossene Europäer eignen sich die Bentos mit mixed Varianten (15 bis 23 Euro).

Auch wer kein Freund der japanischen Fisch- und Rollküche ist, findet im Maral schmackhafte Alternativen. So bietet der Mittagstisch heute Lammfilet mit Ratatouille und Rosmarinkartoffeln (12 Euro) und Angeldorsch mit Wirsinggemüse und Petersilienkartoffeln (12 Euro).

Fisch-Pracht mit Kresse-Deko

Sehr zu empfehlen ist der lauwarme Oktopus-Spargel-Salat (10,50 Euro). Frisch, würzig, leicht, gesund. Da ich der Auffassung bin, dass man einen guten Sushiladen am Sashimi, also der ganz puren und rohen Version erkennt, wähle ich die Sashimi-Variation. Vorab gibt es Brot und Oliven. Gebracht wird die Fisch-Pracht auf einem dieser rot-schwazen Sushi-Sortier-Tabletts. Fein angerichtet, liegen Lachs, Thunfisch, Scampi, marinierter Zander und Pulpo, insgesamt 200 Gramm, mit reichlich Wasabi, eingelegtem Ingwer und Rettich vor mir. Die Kresse-Deko ist nicht nötig aber nett anzusehen. Der Anblick ist somit schon mal super. Und der Preis von 19 Euro angesichts der Menge geht auch in Ordnung. Da gibt es in vielen anderen Restaurants wesentlich kleinere Portionen für die gleiche Summe.

Business-Lunch oder Romantik-Dinner

Um mich herum sitzt an dunklen Holztischen Business-Volk, zwei Frauen trinken Wein. Sonst ist noch nicht viel los hier um 12 Uhr. Das Lokal erscheint durch die Fensterfronten hell und freundlich, der dunkle Boden und der teilweise runde Schnitt des Raumes lassen es dennoch sehr behaglich wirken. Vor allem am Abend, weshalb man hier durchaus gelungen ein romantisches Essen zu Zweit zelebrieren kann. Bitte damit rechnen, dass man Bekannte trifft. Denn ein Geheimtipp ist das Restaurant schon lange nicht mehr.

Das Ur-Maral befindet sich übrigens in den Großen Bleichen 21. Zurück zu meinem Teller-Tablett. Der Fisch ist absolut frisch, weder zu dick noch zu dünn geschnitten. Die Zandermarinade ist fruchtig und passt zur Jahreszeit. Genau das richtige Gericht für Zwischendurch. Leicht, lecker, liebenswert. Fazit: Sehr gutes und frisches, im Verhältnis preiswertes Sushi. Ob es das Beste ist? Reine Geschmackssache. Heute auf jeden Fall.

Maral, Eppendorfer Baum 22, Tel.: 040/ 461699, www.restaurant-maral.de

Öffnungszeiten: Montag bis Sonnabend 12.00 bis 1.00 Uhr, Sonntag 18.00 bis 24 Uhr

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