Restaurant-Kritik

Gesellig und gar nicht steif: Mittagstisch im Apples

| Lesedauer: 4 Minuten
Anika Riegert

Hamburgs Restaurants, Kneipen, Cafés und Bars: Das „Apples“ im Park Hyatt in der City ist bei beliebt bei Promis wie Pink, Mick Jagger oder Jude Law.

Gründe für einen Hotelbesuch in der eigenen Stadt sind nicht selten ein Brand in der Wohnung oder Umbau der selbigen, Spontan-Flucht als Paar vor dem Familien-Alltag, ein Stelldichein, das unbemerkt bleiben soll, oder der Rauschmiss aus dem gemeinsamen Zuhause (die Reihenfolge ist natürlich Zufall). Ansonsten kehrt man doch eher selten in die Hotels der eigenen Umgebung ein. Was in vielen Fällen schade ist. Allein wegen der zum Teil sehr guten Restaurants. Ich habe mir das Apples im Fünfsternehotel Park Hyatt vorgenommen. Weil es so zentral mitten in der City liegt und, ich gebe es zu, weil hier schon Mick Jagger, Jude Law und Pink gespeist haben.

Extrawünsche? Kein Problem!

Extrawünsche, wie Omelette ohne Eigelb oder Rinderfilet mit fünf pochierten Eiern zum Frühstück, erfüllt man hier gern. Ich bin heute mal unkompliziert und werde exakt so bestellen, wie es in der Karte steht. Nachdem ich mich im Levantehaus unten am Concierge vorbeigegrüßt habe, fahre ich mit dem Fahrstuhl ein Stockwerk höher.

Schwellenangst in Nobelhotels sollte man sich abgewöhnen. Man ahnt ja gar nicht, wie unnobel mancher Promi oder Start-Up-Millionär so anreist. Deshalb benutzen die auch so gerne den Hintereingang. Sein Essen sollte man bezahlen können und passable Tischmanieren haben. Und saubere Kleidung vielleicht. Aber für welches Restaurant gilt das nicht? Empfohlen wird für das Apples "sportlich elegant". Eher sportlich als elegant nehme ich an einem Fenstertisch Platz, nachdem mich eine nette Hotelangestellte durch die Empfangshalle in das Apples geleitet hat.

Kinder bekommen eine Spieletüte

Überhaupt fällt das Personal hier sehr positiv durch unangestrengte Freundlichkeit und Aufmerksamkeit auf. Dunkles Kirschholz, warme Erdtöne und apfelgrün bezogene Sessel dominieren das Ambiente. Um mich herum sitzen Paare, Geschäftstleute – am Nachbartisch wird mit Schampus auf einen Vertragsabschluss angestoßen – und eine Familie. Die Kinder bekommen eine Spieletüte mit Malutensilien in die Hand gedrückt und sind die nächste Stunde beschäftigt.

Zubereitet wird das Essen in der offenen Live-Küche auf dem Lava-Grill oder im Holzofen. In der Mittagszeit gibt es ein wöchentlich wechselndes Zwei-Gänge-Lunchmenü für 29 Euro oder ein Drei-Gänge-Menü für 34 Euro inklusive Mineralwasser und Kaffee. Ich wähle ein Gericht aus der Mittagskarte: Erbsenschaumsuppe und Pfifferlingsrisotto mit grünem Spargel und Parmesanschaum. Keine leichte Wahl bei Alternativen wie Poularde mit Trüffelpüree, Pfifferlingen und Schalotten, Thunfisch-Bolognese oder Hummerschaumsuppe.

Fünf Gänge inklusive Wein und Wasser für 69 Euro

Eine gute Wahl ist es allemal. Das Risotto ist cremig, aber bissfest, der Spargel schmeckt aromatisch-nussig und die appetitlichen Pfifferlinge haben alle exakt dieselbe Größe. Als Gruß aus der Küche schwebt, liebevoll angerichtet, eine Jacobsmuschel neben Tintenfisch, Garnele und Gurkenstreifen herbei.

Abends kann à la carte gewählt werden, oder man bestellt ein monatlich wechselndes 5-Gang-Menü inklusive Weinen und Wasser für 69 Euro. Die Atmosphäre im Apples ist zumindest mittags alles andere als steif und anstrengend gediegen. Auf dem Weg zum Ausgang werfe ich noch einen Blick in die Hotelbar. Gute Hotelbars haben was Verruchtes, finde ich. Bei Tag lässt sich das leider schlecht beurteilen. Dafür braucht es die Dunkelheit. Ich beschließe, wiederzukommen. Wer weiß, wen man dann hier antrifft.

Restaurant Apples im Hotel Park Hyatt Hamburg, Bugenhagenstraße 8, Tel.: 040/3332 1771, apples-restaurant.de

Öffnungszeiten: Frühstück: Montag bis Freitag 6.30 bis 10.30 Uhr, Sonnabend und Sonntag 7 bis 14 Uhr; Mittagessen: 12 bis 14.30 Uhr; Abendessen: 18 bis 23 Uhr

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