Eimsbüttel

Pulvermühle: Frisches am Rande der Automeile

| Lesedauer: 2 Minuten
Friederike Ulrich
Das Restaurant besitzt eine rustikal-gemütliche Atmosphäre

Das Restaurant besitzt eine rustikal-gemütliche Atmosphäre

Foto: Marcelo Hernandez

Ein Restaurant am Nedderfeld? Die Pulvermühle ist ein Ort, an den man gerne wiederkommt.

Niendorf. Durch die großen Sprossenfenster der Pulvermühle strahlt warmes Licht. Sie liegt recht abgelegen am Ende der Automeile Nedderfeld, hinter einem großen Baumarkt und den Gleisen der Güterumgehungsbahn. Dennoch ist das im vergangenen Jahr eröffnete Restaurant fast jeden Tag voll.

Der petrolfarben gehaltene Eingangsbereich wird erleuchtet vom Schein mediterraner Windlichter. Linkerhand öffnet sich der hohe Gastraum mit seinen roten Ziegelwänden, zu denen die schwarzen Fensterrahmen, die hölzernen Tische, die Sitzmöbel aus hellem Leder und nicht zuletzt die mit Licht schon in Szene gesetzte Bar zu einer rustikal-gemütlichen Atmosphäre beitragen.

Früher wurde in der 1889 erbauten Halle Kohle zur Gasgewinnung verkokt, erzählt Jörg Weisflog. Der Ingenieur hat die Pulvermühle mit seinem Geschäftspartner Akaki Togonidze, einem Physiker, eröffnet. „Wir haben lange überlegt, was wir mit diesem alten Gebäude machen, und fanden die Idee interessant, hier ein Restaurant zu eröffnen, in das man mit Familie, Freunden und Geschäftspartnern geht und wo immer frisch gekocht beziehungsweise selbst gemacht wird.“ Weisflog und Togonidze ließen die historischen Ziegel abschleifen und bauten ein großes Glasdach ein.

Für die Speisekarte ist Küchenchef Heico Bauerle verantwortlich. Sie bietet neben Pizza, Pasta und Steak auch Salate, verschiedene Vorspeisen und Fischgerichte an. Als Vorspeisen werden Dreierlei aus dem Meer (Thunfischtatar, Jakobsmuschel und Garnele mit jeweils einer Beilage für 16,50 Euro) oder Burratina auf Orangen mit Koriandersaat und Orangenöl (9,50 Euro) angeboten. Uns steht der Sinn nach einfacher Küche. Die Möhren-Süßkartoffel-Suppe (5,50 Euro) ist kräftig gewürzt und wird schön heiß serviert.

Danach gibt es für die Begleitung einen üppigen Römersalat mit Büffelmozzarella, Parmaschinken, Fenchel und gegrillten Apfelscheiben (12,50 Euro), ich wähle gebratene Poulardenbrust, gewürzt mit afrikanischem Dukkah, dazu orientalische Okraschoten, Portweinsauce und Maniok-Rösti mit Koriander (19,50 Euro). Das Gericht sieht toll aus, hätte aber sorgfältiger zubereitet sein können. Das Fleisch unter der köstlichen Gewürzkruste ist zu trocken, einige der Okraschoten faserig.

Und der Sinn, orientalische Chili- mit Portweinsauce zu kombinieren, erschließt sich mir nicht. Der gute Rotwein aus den Abruzzen (Glas 7 Euro, Flasche 19,50 Euro) entschädigt dafür ebenso wie das leckere hausgemachte Schokoladeneis (Kugel 2 Euro). Wiederkommen werde ich auf jeden Fall.

Pulvermühle Bei der Pulvermühle 1, T. 22 86 49 48

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