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Das Clouds ist Hamburgs Restaurant mit höchstem Genuss

Gastgeber Bogislav von Heyden-Linden (l.) und Chefkoch Eric Kröber am Fenster im Restaurant Clouds in den Tanzenden Türmen

Gastgeber Bogislav von Heyden-Linden (l.) und Chefkoch Eric Kröber am Fenster im Restaurant Clouds in den Tanzenden Türmen

Foto: Marcelo Hernandez

Das Restaurant Clouds in den Tanzenden Türmen bietet einen himmlischen Ausblick zu Steak und marinierter Ochsenherztomate.

St. Pauli. Die Stadt liegt dem Gast zu Füßen: der Hafen und die Elbe, die HafenCity mit der Elbphilharmonie, die Reeperbahn, das Heiligengeistfeld. Den ganzen Tag könnte man hier am Fenster sitzen, Schiffe und Flugzeuge beobachten, den Sonnenuntergang und die blaue Stunde. Hamburg verzückt und verzaubert. Und das tut auch dieses Restaurant mit Aussicht: das Clouds hoch oben in den Tanzenden Türmen.

Wer im 23. Stock aus dem Fahrstuhl tritt, links die Bar und rechts das Speiselokal sieht, der ist überwältigt. „Wir sind Hamburgs höchstgelegenes Restaurant“, sagt dessen Leiter Bogislav von Heyden-Linden (33). „Mein Urgroßvater und Großvater hatten auch diesen Vor­namen“, so der Hamburger, den alle Boogie nennen. Auf dem Süllberg hat er Restaurantfachmann gelernt und auch im East gearbeitet, bevor er 2013 den Betrieb in 105 Metern Höhe über Elbniveau übernahm.

Tische am Fenster sind begehrt

Rund 100 Gäste können sich zum Speisen hinsetzen, 50 weitere Plätze gibt es an der Bar. „Wir sind ein Wohnzimmer mit Aussicht und bieten fine dining in ungezwungener Atmosphäre“, sagt Boogie. Natürlich sind die Tische am Fenster begehrt, der beliebteste Tisch ist der Runde links in der Ecke, weil er den doppelten Premiumblick bietet.

Brauntöne dominieren im Lokal, dazu viel Holz, lederbezogene Stühle und Bänke. Die Deko ist sparsam, der Ausblick mehr als genug Ablenkung vom Essen. In der 22. Etage gibt es noch einen Raum für geschlossene Gesellschaften, von April bis Oktober ist zwei Stockwerke höher die Bar Heaven’s Nest geöffnet. Auf der 235 Quadratmeter großen Dachterrasse können sich bis zu 300 Gäste Snacks und Drinks servieren lassen.

„Wir versuchen, der Location gastronomisch Konkurrenz zu bieten“, ist das Ziel von Chefkoch Eric Kröber. „International Cross-over“ beschreibt er seinen Küchenstil. Der 33-Jährige aus dem sachsen-anhaltinischen Zeitz ist seit eineinhalb Jahren im Clouds. Er hat in seiner Heimat gelernt, im Gästehaus der Bundesregierung auf dem Petersberg bei Königswinter und für den damaligen Verteidigungsminister Franz-Josef Jung und dessen Generäle auf der Hardthöhe gekocht. Frankfurt und verschiedene Betriebe auf Sylt waren die weiteren Stationen, bevor es an die Elbe ging. „Mir gefällt das Norddeutsche“, sagt Kröber. „Außerdem ist dies ein junger, moderner und innovativer Betrieb.“

In seiner offenen Küche bereitet er vorzugsweise gutes Fleisch zu. „Die Qualität ist unser Markenkern.“ Beliebt ist zum Beispiel die mediterrane Kalbshaxe, sous vide gegart und mit 1,3 Kilo ausreichend für drei Personen. Dazu gibt es Risotto von schwarzem Reis, wilden Brokkoli und geschmolzene Vanilletomaten. Oder das veritable T-Bone-Steak, ebenfalls für drei hungrige Gäste, mit marinierter Ochsenherztomate und Süßkartoffel-Püree. Zart, saftig, würzig und fleischig. Dazu kann man weitere Beilagen bestellen und miteinander teilen. „Da soll es zugehen wie am Familientisch“, sagt Boogie.

Manche Weine wurden für das Cloud extra kreiert

Auch Vorspeisen schmecken in Gesellschaft noch besser. Zum Beispiel das klassisch am Tisch zubereitete Beef Tatar mit Schalotten, Kapern und Gewürzen. Oder mit Staudensellerie und knusprigem Mais. Der frische Fisch gewinnt durch Minze und Koriander, die Vinaigrette hat eine angenehme Säure, weil Limette und Zitrone mit Passionsfrucht kombiniert werden.

Auf der Karte stehen auch regelmäßig saisonale Gerichte. Gemüse kommt vom Hamburger Großhändler Albers, Fisch von Hummer Pedersen, Fleisch von Lafina aus der Hansestadt oder vom französischen Lieferanten Rungis.

An der Bar werden alle möglichen Cocktails und Longdrinks gemixt, die Champagner-Karte umfasst allein drei Seiten. Die teuerste Flasche kostet 11.350 Euro, sie enthält aber auch sechs Liter fein Prickelndes.

Die Weinkarte ist mit rund 150 Positionen aus Deutschland, Europa, Australien, USA, Argentinien und Südafrika sehr abwechslungsreich. Darunter sind auch exklusive Tropfen, die einzelne Winzer speziell für das Clouds kreiert haben. Die Preise beginnen bei 8 Euro für 0,2 Liter und 26 Euro für die normale 0,75-Liter-Flasche.

Rund 40 Angestellte kümmern sich um Küche und Service, viele sind von Beginn an im Restaurant dabei. Wie auch zahlreiche Besucher. „Die mögen unser Lokal sehr gern, nicht nur wegen der Aussicht“, sagt Gastgeber Boogie. Geschäftsleute, Touristen aus der Schweiz und Skandinavien sowie immer mehr Hamburger kommen zum Essen und Trinken in die 23. Etage. Qualität auf dem Teller und im Glas, Hamburg rundum und zu Füßen – dann ist es im Clouds wie auf einer Wolke und schon ziemlich himmlisch.

Clouds Reeperbahn 1

www.clouds-hamburg.de