Betrug im Internet

17 Millionen Euro Schaden beim Online-Banking erwartet

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Kriminelle gehen beim sogenannten Phishing immer raffinierter vor, warnt der Verband Bitkom. Die Schäden gehen in die Millionen.

Hamburg/Berlin. Der Multimedia-Verband Bitkom und das Bundeskriminalamt (BKA) haben vor einer weiteren Professionalisierung von Betrugsmethoden gewarnt. "Schadprogramme sind zunehmend schwerer zu erkennen. Angriffe erfolgen vermehrt über Anwendungsprogramme, nicht nur über Lücken in Betriebssystemen“, sagte Dieter Kempf, Bitkom-Präsidiumsmitglied und Vorstandsvorsitzender des Vereins „Deutschland sicher im Netz“.

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage sind zwei Prozent der Internet-Nutzer schon einmal Opfer eines Betrugs beim Online-Banking geworden. Die Zahl der Betrugsfälle steigt derzeit erneut stark an. BKA und Bitkom rechnen mit bis zu 5000 angezeigten Phishing-Fällen für 2010 – ein Plus von rund 71 Prozent. Die Schadenssumme wird der Prognose zufolge bei 17 Millionen Euro liegen. Im ersten Halbjahr 2010 lag der durchschnittliche Schaden der gemeldeten Einzelfälle bei rund 3500 Euro.

Bereits im Jahr 2009 waren die Phishing-Zahlen deutlich gestiegen – um 64 Prozent auf mehr als 2900 Fälle. Kriminelle hoben etwa 12 Millionen Euro von Konten der Geschädigten ab. Bitkom und BKA gehen von einem ausgeprägten Dunkelfeld aus, weil nicht alle Fälle entdeckt und angezeigt werden. Den Hauptgrund für steigende Phishing-Zahlen sieht das BKA in neuen Schadprogrammen, die anspruchsvolle Sicherungsmechanismen überwinden. Auch die Angriffsmethoden zur Infektion von PCs mit Schadprogrammen seien raffinierter geworden.

„In immer mehr Kriminalitätsbereichen verwenden Betrüger das Internet“, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. So wurden 2009 in der Polizeilichen Kriminalstatistik rund 207.000 Fälle mit dem Tatmittel Internet registriert – 23 Prozent mehr als 2008. Um 33 Prozent auf rund 50.000 Fälle stieg die sogenannte IuK-Kriminalität im engeren Sinne – also Straftaten, die mithilfe oder gegen moderne Informations- und Kommunikationstechnik begangen wurden.

Ziercke: „Die im Cybercrime aktiven Täter sind höchst innovativ, flexibel und reagieren auf neue Sicherungstechniken mit neuen oder angepassten Begehungsweisen.“ Das BKA beobachtet konspirativ und arbeitsteilig vorgehende, international agierende Tätergruppen, denen es um möglichst hohe Profite geht. Neu ist Schadsoftware, die gleichzeitig Online-Banking- und Kreditkartendaten ausspioniert.

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Zudem gibt es erste Anzeichen dafür, dass mit der steigenden Nutzung von Smartphones ein neuer Trend der IuK-Kriminalität einhergehen könnte. So wurden bereits Programme beobachtet, die sich als Spiele-Applikationen ausgaben, aber tatsächlich im Hintergrund teure Mehrwert-SMS verschickten. Nach wie vor bedienen sich Täter, um nicht selbst in den Fokus der Ermittler zu geraten, gutgläubiger Gehilfen, die Waren oder Gelder gegen eine Provision in das Ausland weiterleiten.