Gebäudetechnik

Gebäudetechnik-Ausbildung: „Ein attraktiver Job ist sicher“

Viele Gebäude, die aktuell gebaut oder umgebaut werden, erhalten moderne Haustechnik.

Viele Gebäude, die aktuell gebaut oder umgebaut werden, erhalten moderne Haustechnik.

Foto: narvikk / Getty Images/iStockphoto

Carola Daniel vom Gesamtverband Gebäudetechnik sieht beste Chancen in der Gebäudetechnik-Branche, bedauert aber das veraltete Image.

Berlin.  Bei Gebäudetechnik denken viele junge Menschen eher an klassisches Handwerk als an aktuelle Themen wie vernetzte Smarthomes und klimafreundliches Wohnen. Dessen ist sich Carola Daniel vom Gesamtverband Gebäudetechnik (VGT) bewusst.

Mit Aktionen wie dem Tag der Gebäudetechnik am 23. März will der Verband das Image der Branche modernisieren und Bewerber gewinnen. Warum sich der Einstieg lohnt, erklärt die Geschäftsführerin des VGT im Gespräch mit Kirstin von Elm.

Berliner Morgenpost: Frau Daniel, ist Gebäudetechnik ein wachsender Markt?

Carola Daniel: Auf jeden Fall. Unsere Branche ist eng an die Bauwirtschaft gekoppelt und die boomt bereits seit vielen Jahren in Folge. Sie müssen ja hier in Berlin nur durch die Stadt gehen – überall wird gebaut oder saniert. Und jedes Gebäude muss mit moderner Gebäudetechnik aus­gestattet werden.

Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht?

Ich denke nicht. Schließlich hat die Bundesregierung in ihren Klimaschutzzielen festgelegt, den Gebäudebestand in Deutschland bis 2050 klimaneutral zu machen. Das funktioniert nicht ohne hochmoderne Gebäudetechnik. Derzeit entfallen noch rund 30 Prozent des gesamten deutschen Energieverbrauchs auf Heizen und Warmwasser.

Wie sieht der Arbeitsmarkt aus?

Viele unserer Mitglieder haben Probleme, offene Stellen und Ausbildungsplätze zu besetzen. Leider haben viele junge Leute ein eher altmodisches Berufsbild vom „Klempner“ im Kopf.

Dabei muss ein Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sich heute zum Beispiel auch mit hochmodernen alternativen Heizungssystemen auskennen oder Kunden zum Thema Smarthome beraten können.

Aufgaben werden interessanter

Dementsprechend wird die Berufsausbildung also anspruchsvoller?

Ja, durch neue Technologien werden die Aufgaben komplexer und interessanter. Auch Berufsbilder, wie beispielsweise Elek­troniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme oder Mechatroniker für Kältetechnik wer­den immer häufiger nachgefragt.

Am Tag der Gebäudetechnik können sich Schüler bei vielen Betrieben in Berlin und Brandenburg persönlich ein Bild von den verschiedenen Berufen machen. Außerdem bieten wir in unserem Ausbildungszen­trum in Lankwitz re­gel­mäßig Eignungstests an, bei denen junge Leute ihr Fachwissen und ihr handwerkliches Geschick erpro­ben können.

Ausbildung ist eine gute Basis

Was raten Sie Abiturienten: Ausbildung oder Studium?

Warum nicht beides? Praktische handwerkliche Erfahrungen sind bei einem technischen Studium, aber auch im späteren Berufsleben oft von großem Vorteil. Viele Absolventen arbeiten beispielsweise im Projektmanagement und planen oder leiten Baustellen. Da ist es hilfreich, wenn man sich dort bereits gut auskennt.

Wer nach der Ausbildung nicht studieren möchte, kann alternativ über eine Fortbildung zum staatlich geprüften Techniker aufsteigen oder seinen Meister machen. Ein sicherer Job mit attraktiven Verdienstmöglichkeiten ist ihnen so oder so sicher.

Veranstaltungstipp: Einblick in die Branche

Am Tag der Gebäudetechnik, 23. März 2019, bieten Betriebe in Berlin und Brandenburg Einblicke in die Branche. Eine Übersicht über Firmen und Veranstaltungen gibt es online.