Buch der Woche

Erfrischend und praktisch: “Netzwerk schlägt Hierarchie“

Lesen hilft der Karriere auf die Sprünge.

Lesen hilft der Karriere auf die Sprünge.

Foto: clu / Getty Images/iStockphoto

Was verbirgt sich hinter Digital Leadership? Zwei Autorinnen analysieren die Herausforderungen und Chancen der neuartigen Führungsform.

Hamburg/Berlin.  „Neue Führung mit Digital Leadership“ lautet der Untertitel von „Netzwerk schlägt Hierarchie“ (Christiane Brandes-Visbeck und Ines Gensinger, Redline Verlag, 208 S., 24,99 Euro).

Erklärend

Digital Leadership ist eines jener inflationär gebrauchten und beunruhigenden Schlagwörter, mit denen die neue Arbeitswelt beschrieben wird. Viele Manager, ausgebildet in Kennzahlenlogik und Ingenieurlösungen, verunsichern die nebulösen englischen Wortschöpfungen wie Agile Collaboration, Personalized Em­ployment oder eben Digital Leadership.

Christiane Brandes-Visbeck und Ines Gensinger beschreiben, was es mit digitaler Führung auf sich hat. Sie verstehen die Digitalisierung als Chance für eine neue Führungskultur und als einzige Option, um den sich verändernden Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Dazu gehört es, dezentral organisierte Teams zu führen, Veränderungen voranzutreiben und in komplexen Situationen Entscheidungen zu treffen.

Als Landkarte hat Brandes-Visbeck das Canvas-Modell für Digital Leadership adaptiert, einen Prinzipien- und Strategie-Fragebogen. Ergänzt wird das Buch durch Interviews mit fünf unterschiedlichen Führungspersönlichkeiten.

Erfrischend

Die Digital-Leadership-Canvas als DIN-A3-Kopiervorlage ist eine sinnvolle Beigabe zum Buch, mit der der Leser Schritt für Schritt seinen eigenen Pfad zur digitalen Führung erarbeiten kann. Die Interviews lockern das eingängig geschriebene Buch mit sehr persönlichen Sichtweisen auf. Die Überschriften der Kapitel und zahlreichen Abschnitte sind knackig, teilweise erfrischend provokant formuliert, doch mangelt es in der Gliederung an klarer Ordnung.

Flexibel

Dies ist ein Arbeitsbuch. Die Autorinnen wollen Führungskräften verdeutlichen, dass die alte Obrigkeitskultur ausgedient hat und es in Zukunft viel mehr um persönliche Einstellung und Haltung gehen wird. Dabei geben sie keine fertigen, detaillierten Rezepte vor, sondern propagieren die Kunst, mit dem auszukommen, was gerade da ist. Flexibilität, gepaart mit Werten und Sinn, ist der Schlüssel guter Führung. Das Gute ist: Jede(r) kann das lernen.