Perspektiven

Was macht eigentlich ein Systemgastronom?

Den dreijährigen Ausbildungsberuf "Fachmann/-frau für Systemgastronomie" gibt es schon seit 1998.

Obwohl jeden Tag unzählige Menschen bei McDonalds, Burger King, Vapiano und Co essen, ist der Beruf Systemgastronom noch ziemlich unbekannt. Dabei gibt es den dreijährigen Ausbildungsberuf "Fachmann/-frau für Systemgastronomie" schon seit 1998. Robert Panz, Leiter der Staatlichen Gewerbeschule für Gastronomie und Ernährung in Hamburg, erklärt: "Systemgastronomie ist ein moderner Ausbildungsberuf, der gastronomische Tätigkeiten mit kaufmännischen Qualifikationen verbindet."

In den ersten zwei Jahren lernen die Auszubildenden zum Beispiel in der Schule Buchhaltung, Waren- und Getränkekunde, im Ausbildungsbetrieb wandern sie parallel durch verschiedene Abteilungen wie Service, Küche oder Lager. Im dritten Jahr kommt die Spezialisierung: Fächer wie Systemorganisation, Personalwesen und Controlling sollen die Nachwuchskräfte befähigen, später Führungspositionen einnehmen zu können. Robert Panz: "Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Auszubildenden beide Seiten genau kennenlernen, die praktische, gastronomische Seite wie auch die Jobs hinter den Kulissen."

Vor allem Personalmanagement sei wichtig, betont der Leiter der Gewerbeschule. Denn als Schichtführer oder Restaurantleiter hätten es Systemgastronomen sowohl mit ausgebildetem als auch mit ungelerntem Personal zu tun - und nicht selten mit ausländischen Beschäftigten. Da sei oft viel Fingerspitzengefühl notwendig. "In der Individualgastronomie ist der Erfolg eines Restaurants von einer Einzelperson abhängig, in der Systemgastronomie von der Standardisierung und Ablaufoptimierung", hebt Robert Panz hervor.

Arbeiten kann man als Systemgastronom allerdings nicht nur bei den altbekannten Fastfoodrestaurants. Auch auf dem Öko-Sektor etablieren sich Anbieter - und potenzielle Arbeitgeber. Etwa WakuWaku, bei dem thailändische Currys, indische Tandooris oder Spezialitäten wie Bio-Currywurst auf der Speisekarte stehen. Die Gerichte werden mit Bio-Zutaten im Wok zubereitet. Die Öko-Fastfood-Restaurantkette wurde von Pascal Le Pellec mitgegründet. Der gebürtige Franzose hat eine eindrucksvolle Karriere hingelegt: Der Betriebswirt begann 1992 bei Burger King, machte seinen Weg vom Marketing über das Management bis zum Senior Vize-Präsident für Europa.