Tarifkonflikt

Hafenarbeiter erhalten drei Prozent mehr Lohn

| Lesedauer: 2 Minuten
Ein HHLA-Beschäftigter an einer Containerbrücke am  Containerterminal Tollerort. Die Hafenarbeiter erhalten drei Prozent mehr Lohn.

Ein HHLA-Beschäftigter an einer Containerbrücke am Containerterminal Tollerort. Die Hafenarbeiter erhalten drei Prozent mehr Lohn.

Foto: Marcelo Hernandez

Weitere Bummelstreiks im Hamburger Hafen sind damit vom Tisch. Die Arbeitgeber sind über die Höhe des Abschlusses aber verärgert.

Hamburg.  Die rund 10.000 deutschen Hafenarbeiter bekommen mehr Geld. Eine Tarifeinigung zwischen dem Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) und der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di sieht ein Lohnplus von drei Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten vor.

Vorausgegangen waren sechs harte Verhandlungsrunden, begleitet von Protestaktionen und Bummelstreiks der Hafenarbeiter. Die führten zu Abfertigungsproblemen an den Umschlagterminals, die durch die durcheinandergewirbelten Fahrpläne der Schiffe ohnehin am Rande der Kapazität arbeiten. Mehrere Reedereien verlegten Dienste von Hamburg in andere Häfen.

Eher Nachgeben als echter Kompromiss

So handelt es sich bei der Tarifeinigung eher um ein Nachgeben der Arbeitgeber als einen echten Kompromiss, glaubt man dem ZDS. Der Tarifabschluss sei weit über die Belastungsgrenze der Betriebe hinaus gegangen. „Trotz der angespannten Wettbewerbssituation haben wir diesen hohen Abschluss getroffen. Der reibungslose Betrieb in den Seehäfen ist gerade in Pandemie-Zeiten essenziell. Auch deshalb waren wir bereit, über die Grenze des eigentlich möglichen hinauszugehen“, so Ulrike Riedel, Verhandlungsführerin der Arbeitgeber.

Eine erneute Verzögerung oder ein Abbruch wäre weder im Interesse der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer gewesen. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen sei dieser Abschluss für die Betriebe aber nur schwer zu verkraften, wie Riedel betonte.

Fraglich, ob nun Ruhe im Hamburger Hafen einkehrt

„Dieses Ergebnis konnte nur erreicht werden, weil ihr zusammen hinter eurer Bundestarifkommission gestanden habt und mit euren Aktionen der Arbeitgeberseite gezeigt habt, dass die Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter nicht bereit sind, sich mit unzureichenden Angeboten abspeisen zu lassen“, hieß es hingegen in einem Ver.di-Flugblatt.

Lesen Sie auch:

Ob die Tarifeinigung für Ruhe im Hamburger Hafen sorgt, wird bezweifelt. Grund ist, dass die Terminalbetriebe aufgrund des stetig wachsenden Wettbewerbsdrucks durch Konkurrenzhäfen wie Rotterdam, Antwerpen und zunehmend Danzig effizienter und kostensparender werden müssen.

HHLA-Chefin Titzrath will die Kosten deutlich senken

Das zeigte sich auch in der Rede von Angela Titzrath, der Vorstandschefin der HHLA, bei der virtuellen Hauptversammlung des größten deutschen Hafenkonzerns am Donnerstag. Nicht Innovationen wie Hyperloop oder fliegenden Container-Drohnen waren ihr Thema, sondern die Stärkung des Kerngeschäfts der HHLA – dem Hafenumschlag.

„Wir wollen unsere Kosten deutlich senken, unsere Leistungsfähigkeit steigern, unseren Kunden eine hohe Verlässlichkeit garantieren und unsere Nachhaltigkeitsziele erfüllen“, sagte die Vorstandschefin der HHLA.

( mk )