Hamburg

Großprojekte: Handelskammer will bei EU Druck machen

Hamburger Hafen: Jetzt beginnt die Elbvertiefung. Hier zwei Containerschiffe in Höhe Blankenese (Archivbild).

Hamburger Hafen: Jetzt beginnt die Elbvertiefung. Hier zwei Containerschiffe in Höhe Blankenese (Archivbild).

Foto: Klaus Bodig

So lange wie bei der Elbvertiefung dürften die Verfahren nicht mehr dauern. "Hamburgs Hafen hat dadurch Marktanteile verloren."

Hamburg. Die Hamburger Handelskammer spricht sich für eine Verkürzung der Verfahrensdauer bei Infrastrukturprojekten aus. „Wichtige Infrastrukturprojekte müssen in Zukunft wesentlich schneller umgesetzt werden, als dies bei der Fahrrinnenanpassung der Elbe der Fall war, sagte der Hafenunternehmer, Johann Killinger, der Plenumsmitglied und Präses-Kandidat ist, bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Handelskammer und UVHH vor 100 Teilnehmern. „Ziel muss es sein, bei solchen Verfahren auf sechs Jahre zu kommen. Sechzehn Jahre – wie im Falle der Elbe – sind zu lang und gefährden damit den gesamten Standort.“

Eine Verkürzung der Verfahren erfordere entsprechende Personalkapazitäten bei den Planungsbehörden und den Gerichten sowie Verfahrensklarheit für alle Beteiligten. Insbesondere die gerichtliche Auslegung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie habe wertvolle Jahre gekostet. Die Handelskammer Hamburg werde im Rahmen der Evaluation dieser EU-Richtlinie dazu Stellung nehmen, so Killinger.

Am Mittwoch hatte die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) eine weitere Auftragsvergabe zur Umsetzung der Elbvertiefung bekannt gegeben. Dabei handelt es sich um den Bau einer Unterwasserablagerungsfläche am Neufelder Sand. Diese soll auch als Lagerungsstätte für den Schlick bereitstehen, der ab dem zweiten Quartal bei der Elbvertiefung ausgebaggert wird.

"Hamburger Hafen hat durch Planungen Marktanteile verloren"

Der Auftrag geht an die belgische Firma Jan de Nul NV aus Hofstade-Aaalst. Die Baukosten betragen rund 25 Millionen Euro Zuvor hatte die WSV wie berichtet die Beauftragungen der Arbeiten für die beiden Unterwasserablagerungsflächen Medemrinne und Brokdorf bekannt gegeben.

„Durch die unverhältnismäßig lange Planungs- und Genehmigungsdauer der Fahrrinnenanpassung hat der Hamburger Hafen Marktanteile im internationalen Wettbewerb verloren“, ergänzte Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverband Hafen Hamburg e. V. Diese gelte es nun zurückzugewinnen. Die Zeichen für den Hafen stünden auf Wachstum und die Hamburger Hafenunternehmen seien darauf sehr gut vorbereitet.

In der von Handelskammer Hamburg und dem Unternehmensverband Hafen Hamburg e. V. organisierten Veranstaltung informierten Experten wie der Leiter des Projektbüros zur Elbvertiefung, Jörg Osterwald und der Ältermann der Elblotsen, Ben Lodemann über die anstehenden Baumaßnahmen zur Fahrrinnenanpassung und diskutierten über Verbesserungen in der nautischen Erreichbarkeit und die Erwartungen der Hafenakteure.