Schifffahrt

Weitere Entlassungen nach Korruption im Hafen

In den Korruptionsfall bei Hempel sind auch Hamburger Schiffsmanager verwickelt (Symbolbild)

In den Korruptionsfall bei Hempel sind auch Hamburger Schiffsmanager verwickelt (Symbolbild)

Foto: Roland Magunia

Dänische Firma Hempel wirft zehn beschuldigte Mitarbeiter raus und investiert Millionen in Aufklärung. Staatsanwalt ermittelt.

Hamburg/Kopenhagen. In einem größeren Korruptionsfall, in den die Hamburger Schifffahrtsbranche verwickelt ist, hat es weitere Entlassungen gegeben. Die dänische Firma Hempel spricht von insgesamt zehn Mitarbeitern, die seit dem vergangenen August das Unternehmen verlassen mussten, sieben davon in Deutschland. Es geht um Schmiergeldzahlungen in Höhe von mehreren Millionen Euro.

Die betreffenden Hempel-Mitarbeiter sollen nach Hempel-internen Untersuchungen Schiffsmanager bestochen haben, um Aufträge zu bekommen. Gleichzeitig wurden den Kunden Rabatte eingeräumt, was allerdings übliche Praxis ist. Die Schiffsmanager haben die Rabatte allerdings nicht an die Eigentümer der Schiffe weitergegeben, darunter sind auch Schiffs-Fonds.

Staatsanwaltschaft hält Zahl der Beschuldigten unter Verschluss

Diese illegale Praxis wird derzeit von der Staatsanwaltschaft Verden/Aller in einem aufwendigen Verfahren untersucht. Ob und wann es zu Anklagen kommt, ist nach Angaben eines Sprechers noch nicht abzusehen. Auch die Zahl der Beschuldigten wird geheim gehalten.

Der Hempel-Konzern stellt weltweit Farben und Korrosionsschutz zum Beispiel für Schiffe und Windkraftanlagen her. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Kopenhagen residiert in Pinneberg und Bremen. Hier hat es auch Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft gegeben. Hempel hat in der jetzt veröffentlichten Bilanz für 2016 insgesamt 40 Millionen Euro ausgewiesen, die zur internen Aufdeckung der Affäre und zur Begleichung möglicher Strafen dienen. Man werde auch in Zukunft „umfassende interne und externe Investitionen tätigen, um weitere Unstimmigkeiten zu verhindern“, so der Konzern weiter.

Vorstandschef von Hempel entschuldigt sich

In einer ungewöhnlichen Geste hatte sich der Vorstandsvorsitzende Henrik Andersen schon im vergangenen Jahr bei Mitarbeitern und Kunden entschuldigt, dass es zu den illegalen Praktiken gekommen war. Nach Abschluss der internen Untersuchung sagte Andersen jetzt, er sei froh, dass Hempel die Rentabilität gesteigert habe. Der Umsatz ist allerdings zurückgegangen von 1,58 auf 1,42 Milliarden Euro, die Umsatzrendite (Ebitda) von 14,1 auf 13,2 Prozent.