Hamburger Reederei

Hapag-Lloyd investiert eine Milliarde Euro in Amerika

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Martin Kopp
Das Hapag-Lloyd-Containerschiff "Guayaquil Express" im Hamburger Hafen. Das Schiff fährt regelmäßig Südamerika an, wo Hapag-Lloyd nun eine Milliarde Euro investiert hat.

Das Hapag-Lloyd-Containerschiff "Guayaquil Express" im Hamburger Hafen. Das Schiff fährt regelmäßig Südamerika an, wo Hapag-Lloyd nun eine Milliarde Euro investiert hat.

Foto: picture alliance / Christina Sabrowsky/dpa

Die Hamburger Reederei steigt in zehn Containerterminals an der Pazifikküste ein. Wann die Übernahme erfolgen soll.

Hamburg. Das Hamburger Schifffahrtsunternehmen Hapag-Lloyd hat im vergangenen Jahr mehr als 9,3 Milliarden Euro Gewinn gemacht. In der Branche wurde gerätselt, was die Traditionsreederei mit ihren Überschüssen anfängt.

Am Dienstag gab das Unternehmen mit Hauptsitz am Ballindamm Überraschendes bekannt. Nach mehreren kleineren Akqui­sitionen in den vergangenen Wochen, investiert Hapag-Lloyd jetzt eine Milliarde US-Dollar (knapp 1,01 Milliarden Euro) in Häfen in Süd- und Mittelamerika. Wie der Konzern mitteilte, hat er den chilenischen Betreiber von Containerterminals SM SAAM zu 100 Prozent gekauft.

Hapag-Lloyd wird an Pazifikküste Südamerikas zu einem der größten Hafenanbieter

Das Unternehmen ist an zehn Umschlagterminals mit jeweils 50 bis 100 Prozent beteiligt. Die Terminals liegen in den Häfen Iquique, Antofagasta, San Antonio, San Vincente und Corall in Chile sowie Guayaquil in Ecuador, Caldera in Costa Rica, Mazatlán in Mexiko, Buenavista in Kolumbien und zudem in Florida (USA). Der Gesamtumschlag der Anlagen beträgt 3,5 Millionen Standardcontainer pro Jahr. Auch das ganze Logistikgeschäft geht an die Hamburger. Insgesamt sind 4300 Mitarbeiter bei SM SAAM von der Übernahme betroffen.

Damit wird Hapag-Lloyd zwar nicht zum größten Terminalbetreiber in der Region, wohl aber an der Pazifikküste Südamerikas zu einem der größten Hafenanbieter. Das ergibt Sinn, denn auch auf See sind die Hamburger seit der Übernahme der chilenischen Reederei Compañía
Sudamericana de Vapores (CSAV) im Südamerikageschäft ein Schwergewicht.

Zudem treibt Hapag-Lloyd damit ein Geschäftsfeld in der maritimen Industrie voran, in dem es im Vergleich zu den anderen großen, weltumspannenden Reedereien nicht so stark vertreten ist: den Terminalbeteiligungen. Außer der Beteiligung am HHLA-Terminal in Altenwerder, am JadeWeserPort in Wilhelmshaven, dem Neubau des ägyptischen Hafens Damietta sowie an einem Terminal in der marokkanischen Hafenstadt Tanger, hatte das Unternehmen bisher nichts vorzuweisen.

Hapag Lloyd: Übernahme in Südamerika soll Anfang 2023 erfolgen

„Investitionen in Terminalinfrastruktur sind ein wesentlicher Baustein unserer strategischen Agenda und Lateinamerika ist einer unserer Heimatmärkte. Die Übernahme des Terminalbetriebs und der damit verbundenen Logistikdienstleistungen von SM SAAM wird uns dabei unterstützen, unser Geschäft weiter zu stärken und ein robustes und attraktives Terminalportfolio aufzubauen“, sagte Rolf Habben Jansen, Vorstandschef von Hapag-Lloyd. Zuletzt hatte er eine Minderheitsbeteiligung am italienischen Logistikdienstleister Spinelli angekündigt.

Die Übernahme in Südamerika soll noch im ersten Quartal 2023 erfolgen, sofern die Kartellbehörden zustimmen. Das Unternehmen SM SAAM ist an der chilenischen Börse in Santiago gelistet.

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