EU-Sanktionen

"Dilbar" – 60 Fahnder durchsuchen Oligarchen-Yacht

| Lesedauer: 2 Minuten
Die Luxusyacht „Dilbar" liegt derzeit an der Lürssen-Werft in Lemwerder (Niedersachsen). Am Dienstag wurde die Oligarchen-Yacht durchsucht.

Die Luxusyacht „Dilbar" liegt derzeit an der Lürssen-Werft in Lemwerder (Niedersachsen). Am Dienstag wurde die Oligarchen-Yacht durchsucht.

Foto: Sina Schuldt / dpa

Der Putin-Vertraute Alisher Usmanow wird der Geldwäsche und Steuerhinterziehung verdächtigt. Rechtshilfeersuchen der USA.

Hamburg. Die wegen EU-Sanktionen festgesetzte Luxusyacht „Dilbar“, die der Familie des russischen Oligarchen Alisher Usmanow zugeordnet wird, ist am Dienstag in Norddeutschland von etwa 60 Beamten unter anderem der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und des Bundeskriminalamtes (BKA) durchsucht worden. Dies bestätigte ein BKA-Sprecher auf Abendblatt-Anfrage. Es geht um den Verdacht der Geldwäsche und Steuerhinterziehung.

"Dilbar" durchsucht – es geht um mehrere Millionen Euro

„Der Beschuldigte, ein Staatsangehöriger der Russischen Föderation, steht im Verdacht, in den Jahren 2017 bis 2022 mehrere Transaktionen von Geldern veranlasst zu haben, um deren Herkunft zu verschleiern. Bei den Transaktionen soll der Beschuldigte sein umfangreiches und komplexes Netzwerk an Unternehmen und Gesellschaften, überwiegend in sogenannten Offshore-Staaten, genutzt haben“, heißt es von BKA und Generalstaatsanwaltschaft.

Es bestehe der Verdacht, dass die überwiesenen Geldbeträge aus „Straftaten, insbesondere aus Steuerhinterziehungsdelikten“, stammten. Bei dem Transaktionsvolumen der verschobenen Geldbeträge soll es nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen um einen mehrstelligen Millionenbetrag gehen.

"Dilbar" – Oligarchen-Yacht fällt unter EU-Sanktionen

Offensichtlich wurden die Ermittler auf Initiative der USA aktiv. Denn weiter heißt es vom BKA: „Die Einsatzmaßnahmen dienten zugleich der Umsetzung eines Rechtshilfeersuchens des Justizministeriums der Vereinigten Staaten von Amerika“.

Die „Dilbar“ lag bis vor kurzem noch im Dock von Blohm+Voss in Hamburg und hat mittlerweile in Lemwerder (Niedersachsen) nahe Bremen festgemacht. Dort hatte die Blohm+Voss-Mutter Lürssen die Yacht hinschleppen lassen, weil das Dock in Hamburg anderweitig benötigt wurde. Die Yacht fällt unter die Sanktionen der EU gegen Russland, darf deshalb nicht genutzt werden und muss in Deutschland bleiben. Usmanow gilt als einer der reichsten Russen und als Freund des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wirtschaft