Hafen Hamburg

Schwimmendes LNG-Terminal in Hamburg wird wahrscheinlicher

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Martin Kopp
Mit solchen Tankschiffen wird Flüssigerdgas (LNG) angeliefert - mit einem schwimmenden Terminal im Hamburger Hafen könnte das Gas dort erwärmt und in Pipelines geleitet werden.

Mit solchen Tankschiffen wird Flüssigerdgas (LNG) angeliefert - mit einem schwimmenden Terminal im Hamburger Hafen könnte das Gas dort erwärmt und in Pipelines geleitet werden.

Foto: imago images/YAY Images

Flüssigerdgas könnte mit so einem Terminal schon bald in Hamburg mit Tankern geliefert, erwärmt und ins Netz eingespeist werden.

Hamburg. Noch vor wenigen Wochen war es Zukunftsmusik. Jetzt macht die Politik Dampf. Hamburgs Hafen soll ein schwimmendes Terminal für die Versorgung mit Flüssigerdgas (LNG) erhalten. Der Bund macht dazu den Weg frei. Er hat ein so genanntes LNG-Beschleunigungsgesetz aufgelegt, das die Genehmigung zum Aufbau und Betrieb solcher Anlagen befristet und auf bestimmte Standorte bezogen genehmigen soll.

Auf Seite 14 des Gesetzes werden die Vorhabenstandorte genannt: es sind Brunsbüttel, Wilhelmshaven, Stade, Hamburg-Moorburg, Rostock und Lubmin. Am späten Donnerstagabend will der Bundestag das Gesetz beschließen, zuvor hatten die Ausschüsse dem Vorhaben zugestimmt, zuletzt der Haushaltsausschuss.

Hafen Hamburg: Viel spricht für ein schwimmendes LNG-Terminal in Moorburg

Die Zeit drängt: Deutschland will sich unabhängig von russischem Gas machen, die Speicher füllen sich aber nur langsam, und der nächste Winter ist nur wenige Monate entfernt. Das Gas muss also woanders herkommen. Der Aufbau fester Importstrukturen an Land wird Jahre kosten. Deshalb will die Bundesregierung für eine Übergangszeit schwimmende LNG-Terminals, sogenannte FSRUs (Floating Storage and Regasification Units), in den wichtigsten Häfen stationieren. Und Hamburg wird dabei eingeplant.

Die Entscheidung ist zwar noch nicht gefallen. Nach offiziellen Aussagen der Behörden stehen noch einige Prüfungen aus. Doch für Hamburg spricht viel: Hier besteht in Moorburg bereits ein entsprechender Anschluss an die Gaspipeline. Ein FSRU könnte hier also anders als etwa in Wilhelmshaven, wo jetzt gerade erst der Bau einer entsprechenden Leitung begonnen hat, relativ rasch anlegen. Zudem wollen Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Umwelt- und Energiesenator Jens Kerstan (Grüne) ein FSRU für Hamburg gewinnen.

LNG-Terminal "ist gut für den Wirtschaftsstandort Hamburg"

„Für Deutschland bedeutet dieses Gesetz, dass wir schneller unabhängig von russischem Gas werden können. Das Gesetz ist aber auch gut für den Wirtschaftsstandort Hamburg. Mit einem schwimmenden LNG-Terminal in Hamburg/Moorburg wird auch ein langfristiges Signal gesetzt: Es ist der Startschuss für ein Wasserstoffcluster in der Hansestadt: Eine Schlüsseltechnologie für emissionsfreie Energieerzeugung und für zukünftige Wertschöpfungen und Arbeitsplätze in Hamburg“, sagte der SPD Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi nach der Sitzung des Haushaltsausschusses.

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