Schifffahrt

Hapag-Lloyd und Eurogate bauen zusammen Terminal

| Lesedauer: 3 Minuten
Hapag-Lloyd-Vorstandschef Rolf Habben Jansen bei einer Videokonferenz mit Kunden. Die Reederei will künftig ein Terminal in Ägypten betreiben.

Hapag-Lloyd-Vorstandschef Rolf Habben Jansen bei einer Videokonferenz mit Kunden. Die Reederei will künftig ein Terminal in Ägypten betreiben.

Foto: Roland Magunia

Hamburger Reederei will Damietta in Ägypten zur Drehscheibe im östlichen Mittelmeer machen. Das Investment ist langfristig geplant.

Hamburg. Hapag-Lloyd baut seine Hafenbeteiligungen in Afrika aus. Nach dem Einstieg in den marokkanischen Hafen von Tanger investiert die Hamburger Traditionsreederei nun in Ägypten. Zusammen unter anderem mit dem Bremer Unternehmen Eurogate werde im Hafen von Damietta ein neues Terminal gebaut, teilte Hapag-Lloyd mit. Die Verträge wurden am Dienstag in Kairo unterzeichnet.

Die beteiligten Unternehmen gründeten dafür das Joint Venture „Damietta Alliance Container Terminal S.A.E.“, an dem Hapag-Lloyd 39 Prozent, Eurogate und der italienische Terminalbetreiber Contship Italia jeweils 29,5 Prozent und zwei weitere Partner jeweils ein Prozent halten. Contship Italia ist ebenso wie Eurogate eine (nicht 100-prozentige) Tochter des Hamburger Unternehmens Eurokai.

Das Terminal soll 2024 in Betrieb gehen

Ziel ist es, das neue „Terminal 2“ in Damietta zu entwickeln und zu betreiben. Es soll voraussichtlich 2024 in Betrieb genommen werden und eine Gesamtkapazität von 3,3 Millionen Containern haben. Für Hapag-Lloyd soll es als strategischer Umschlagplatz dienen.

„Mit dem neuen Terminal wird Hapag-Lloyd seine Umschlagsaktivitäten im östlichen Mittelmeerraum sowie den Zugang zum lokalen ägyptischen Handel deutlich verbessern“, sagte der Vorstandsvorsitzende Rolf Habben Jansen.

Konzession läuft über 30 Jahre

„Mit der Inbetriebnahme des Terminals 2 im Jahr 2024 werden Hapag-Lloyd und seine Partner ein hochmodernes Terminal mit ausreichender Kapazität, hoher Produktivität und einem dichten Feeder-Netzwerk nutzen können“, sagt Eurogate-Chef Thomas H. Eckelmann. Feeder sind kleinere Zubringerschiffe.

Contship Italia-Chefin Cecilia Eckelmann-Battistello dankte der Unterstützung durch die ägyptische Regierung und ergänzte: „Die Konzession für den Betrieb der Anlage wird dem Joint Venture für 30 Jahre erteilt. Dies gibt uns und unseren jeweiligen Kundinnen und Kunden eine langfristige Perspektive im Hafen von Damietta.“

Ägyptens Verkehrsminister spricht von ermutigender Partnerschaft

Von einer sehr ermutigenden, gut geplanten Partnerschaft zwischen dem internationalen und dem ägyptischen Privatsektor mit dem Ziel, Ägypten als globale Drehscheibe für Logistik und Handel zu positionieren, sprach der ägyptische Verkehrsminister Generalleutnant Eng. Kamel Al-Wazir:

„In dieser ersten Phase werden wir den Hafen von Damietta als integrierte Logistikdrehscheibe für Container etablieren, auf die dann die Einrichtung von Logistikkorridoren folgen wird, die über das Schienennetz zu verschiedenen Produktionsgebieten in Ägypten führen.“

JadeWeserPort-Einstieg von Hapag-Lloyd Ende April genehmigt

Hapag-Lloyd ist neben Tanger noch am Containerterminal Altenwerder in Hamburg sowie am JadeWeserPort in Wilhelmshaven beteiligt. Für den Einstieg erteilte die EU-Kommission Ende April die Genehmigung. Mit dem Abschluss der Transaktion hält die Reederei 30 Prozent der Anteile am Container Terminal Wilhelmshaven (CTW) und 50 Prozent am Rail Terminal Wilhelmshaven (RTW). Eurogate wird weiterhin die übrigen Anteile halten.

Hapag-Lloyd hatte den Einstieg in Wilhelmshaven im September 2021 angekündigt und die Anteile vom dänischen Branchenriesen Maersk übernommen.

( woh )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wirtschaft