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Espressobar am Eppendorfer Weg eröffnet wegen Kriegs später

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Café in Hamburg: Inna Zamikhovska eröffnet die Espressobar Black Hat Coffee am Eppendorfer Weg in Eimsbüttel.

Café in Hamburg: Inna Zamikhovska eröffnet die Espressobar Black Hat Coffee am Eppendorfer Weg in Eimsbüttel.

Foto: Black Hat Coffee/Moritz Lüdtke

Gründer von Black Hat Coffee organisieren Flucht ihrer Angehörigen aus der Ukraine – und sie haben ein besonderes Stellengesuch.

Hamburg. Das Ladenlokal ist gemietet, die Vorbereitungen sind weit fortgeschritten. Aber jetzt haben Inna Zamikhovska und Slava Zamikhovskyy die Eröffnung ihrer Espressobar Black Hat Coffee in Eimsbüttel erstmal auf unbestimmte Zeit verschoben. „Der Krieg in unserer Heimat hat alles verändert. Wir sind immer noch geschockt und machen uns Tag und Nacht große Sorgen um die Menschen, die den Angriffen ausgesetzt sind“, sagt Slava Zamikhovskyy.

Der 37-Jährige stammt wie seine Frau aus der Ukraine. Ihre Familien leben in der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer und in dem kleinen Ort Balta an der Grenze zu Moldawien. „Wir suchen gerade nach Wegen, unsere Eltern und Verwandten aus dem Kriegsgebiet zu holen“, sagen die Eheleute. Der Laden am Eppendorfer Weg hat da im Moment keine Priorität.

Café Hamburg: Black Hat Coffee zieht an Eppendorfer Weg

„Durch den russischen Angriff auf die Ukraine ist mein Heimatgefühl wieder sehr stark erwacht“, sagt Slava Zamikhovskyy. Er lebt schon seit fast 20 Jahren in Deutschland, hat Medienwissenschaften studiert und war 2019 mit seiner Frau, einer Politologin, und den beiden kleinen Kindern von Köln nach Hamburg gezogen.

Die Idee für die Gründung ihrer Kaffeemarke Black Hat Coffee war 2016 entstanden. Seit 2020 haben sie ihre gerösteten Bohnen zunächst an Geschäftskunden geliefert. Inzwischen verkaufen sie auch über ihren Online-Shop und haben eine wachsende Fan-Gemeinde. „Wir haben bislang eine mobile Espresso-Bar betrieben und wollten nun sesshaft werden“, sagt Geschäftsführerin Inna Zamikhovska.

Café in Hamburg stellt Stellengesuch für geflüchtete Ukrainer

Doch das ist jetzt alles nicht mehr so wichtig. Gerade versuchen die beiden alles, um eine Fluchtroute für ihre Angehörigen über Moldawien zu organisieren. „Es ist sehr schwer, gerade die Ältern zu überzeugen, zu uns nach Hamburg zu kommen. Da ist viel Überzeugungsarbeit nötig“, sagt Slava Zamikhovskyy.

Sein Vater sei 66 Jahre alt und habe Angst, alles zu verlieren, was er sich aufgebaut hat. Selbst wenn er irgendwann zurückkehren könne, wisse er nicht, ob sein Haus dann noch steht. Parallel spenden die Gründer Geld aus ihrem Online-Verkauf für die Menschen im Kriegsgebiet. Und sie haben eine Stellenanzeige geschaltet – das Angebot richtet sich an Geflüchtete aus der Ukraine.

( mik )

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