UV Nord

Daniel Günther beim Neujahrsempfang – rein virtuell

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Foto: Daniel Günther

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident verbringt seine Quarantäne in einem Hotel in Kiel – für Auswärtstermine muss eine Kamera reichen.

Rechts eine deckenhohe Schrankwand in nüchterner Schleiflackoptik, links an der Wand eine Zeichnung heimischer Bäume und von oben kühles Licht aus Deckenstrahlern – es war ein recht ungewöhnliches Ambiente, aus dem Daniel Günther (CDU) am Dienstagnachmittag zu den Gästen des virtuellen Neujahrsempfangs des UV Nord sprach.

Während hinter Philipp Murmann, dem Gastgeber und Präsidenten des Arbeitgeberverbands im Norden, das UV Nord-Logo aufschien und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) unverkennbar aus Hamburg zugeschaltet war, herrschte rund um den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein eine Atmosphäre der puren und weithin schmucklosen Zweckmäßigkeit. Wie in einem Hotelzimmer.

UV Nord Neujahrsempfang: Daniel Günther aus Quarantäne zugeschaltet

Kein Wunder: Günther saß in einem Hotelzimmer in Kiel. Er lebt und arbeitet dort freiwillig seit Tagen in Quarantäne, nachdem es in seinem engsten Arbeitsumfeld einen Corona-Fall gegeben hatte. Dem Ministerpräsidenten war seine persönliche Situation zunächst nur einen Satz wert: „Ich selbst hätte mir auch einen besseren Start ins Jahr gewünscht“, sagte er.

Und erst nachdem er abermals die Wichtigkeit von Impfungen gegen das Virus betont und über „Licht am Ende des Tunnels“ in der Pandemie gesprochen hatte, flocht er eine kurze, launige Bemerkung über sein aktuelles Lebensumfeld ein: „Ich habe darauf geachtet, dass die Vorhänge hinter mir auch ordentlich hängen, damit man sieht, dass wir hier in Schleswig-Holstein sind“, scherzte der Ministerpräsident.

Günther und Tschentscher betonen gute Zusammenarbeit

Wie Tschentscher, der zweite Hauptredner des Nachmittags, zeigte Günther sich optimistisch, dass die Pandemie im Laufe des neuen Jahres überwunden werden könne. Immer wieder betonten die beiden Landeschefs die gute Zusammenarbeit der Hansestadt und des Nachbarlands im Norden, den engen Schulterschluss der beiden Regierungen. Tschentscher kündigte an, er werde den Wandel in der Innenstadt zu seinem persönlichen Projekt machen. Günther versprach, sich insbesondere um das Problem des Fachkräftemangels kümmern zu wollen und plädierte dafür, die Idee des Unternehmertums in den Schulen stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

Arbeitgeberpräsident Murmann hatte zuvor sowohl den rot-grünen Senat als auch die Jamaika-Koalition in Kiel ausgiebiger gelobt als kritisiert. Und auch die neue Ampel-Koalition in Berlin gebe mit vielerlei Projekten Anlass zum Optimismus. Die schnelle Einführung von 12 Euro Mindestlohn aber und die geplante Vergabe öffentlicher Aufträge nur noch an Unternehmen mit Tarifbindung – das sei schädlich und dürfe nicht sein, so der Arbeitgeberpräsident.

Den Gästen des bereits zweiten rein virtuellen UV Nord-Neujahrsempfangs prostete Murmann am Ende mit einem Glas Wasser zu und sagte: „Ich bin sehr optimistisch, dass wir uns in einem Jahr wieder persönlich und bei einem Gläschen Sekt treffen werden.“ Da streckte Daniel Günther in seinem Kieler Quarantäne-Hotelzimmer den Daumen Richtung Deckenstrahler.

( hs )

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