Restaurant Hamburg

Wann die Burgerkette Five Guys am Millerntorplatz startet

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Volker Mester
Jörg Gilcher, Deutschlandchef der US-amerikanischen Burger-Kette Five Guys, in der neuen Filiale am Millerntorplatz.

Jörg Gilcher, Deutschlandchef der US-amerikanischen Burger-Kette Five Guys, in der neuen Filiale am Millerntorplatz.

Foto: Roland Magunia/Funke Foto Services

Das bekannte US-Restaurant eröffnet erste Filiale in Hamburg. Weitere Standorte geplant. Über das besondere Geschäftskonzept.

Hamburg.  Schon seit einer Woche wird trainiert: 50 Beschäftigte der US-Burgerkette Five Guys üben in der brandneuen Filiale am Millerntorplatz, damit gleich zur Eröffnung am Montag alles klappt. Doch die volle Personalstärke ist damit noch nicht erreicht: „Wir suchen weitere 20 Mitarbeiter“, sagt Jörg Gilcher, Deutschlandchef des Unternehmens, das 1986 in Arlington/Virginia an den Start ging und dessen Name sich auf die fünf Söhne des Gründerehepaars bezieht.

„Wir machen hier sehr viel von Hand“, sagt Gilcher zum Personalbedarf des Restaurants, das innen 125 Plätze und weitere 75 auf der Terrasse hat: „Morgens um 7 Uhr geht es los mit dem Zwiebelschneiden – da wird in der Küche gemeinsam geweint.“ Zwar könnte man Zwiebeln auch schon fertig geschnitten einkaufen, „aber das passt nicht zu unserem Anspruch.“ Five Guys sehe sich „ganz klar im Premiumsegment des Marktes“, so Gilcher. Die Burger kosten 8,50 Euro bis 10,95 Euro, die kleineren mit nur einem Fleisch-„Patty“ starten bei 6,50 Euro.

Burger-Restaurant Five Guys gibt kein Geld für Werbung aus

Nichts erinnert mehr daran, dass die Fläche früher vom Steakrestaurant Maredo genutzt wurde. Man investiere in der Regel 1,5 Millionen bis zwei Millionen Euro in einen neuen Standort, heißt es. Wie überall in den weltweit mehr als 1700 Five-Guys-Filialen dominiert ein rot-weißes Schachbrett-Fliesenmuster, an den Wänden sind Zitate aus Zeitungen und Restaurantführern über das Angebot der Burger-Kette zu lesen. Außer der Preistafel finden sich aber keine eigenen Hinweise auf die Produkte. Auch in dieser Hinsicht sei das Unternehmen konsequent, erklärt Gilcher: „Five Guys gibt kein Geld für Werbung aus.“

Offensichtlich stolz ist der Manager auf die Getränkeautomaten, die sich per Smartphone kontaktlos bedienen lassen und an denen deutlich mehr als 100 Softdrink-Sorten erhältlich sind – auch solche, die man nicht regulär im Handel bekommt, wie etwa Coca-Cola mit Limetten- oder Himbeergeschmack.

Hamburg: Burgerkette suchte sich unüblichen Standort aus

Ein Standort wie der am Millerntorplatz ist unüblich für die Kette, die sich sonst mitten in der City ansiedelt. „Eine Filiale in einer solchen Lage gibt es in Deutschland nicht noch einmal“, bestätigt Gilcher, „aber dieser Standort hat ganz viel zu bieten: Die Nähe zum Kiez, zum Stadion, zum Dom, außerdem hält die U-Bahn direkt vor der Tür.“

In der ersten Hälfte des nächsten Jahres soll ein zweites Hamburger Restaurant „im Bereich des Jungfernstiegs“ eröffnen, doch auch dabei wird es nicht bleiben: „Eine Stadt von der Größe Hamburgs verträgt bestimmt auch eine dritte und vierte Filiale“, sagt Gilcher. „Wir haben da schon Ideen.“

Gastronomie: Five Guys plante weitere Filialen

Bei dem Schnellrestaurant am Millerntorplatz handelt es sich um den 26. Standort der Kette in Deutschland, fünf weitere sind bereits im Bau. „Unser Ziel ist, etwa zwölf Filialen pro Jahr in Deutschland neu zu eröffnen“, sagt Gilcher. Er macht sich schon Gedanken über das verbleibende Potenzial und neuartige Filialkonzepte: „In Deutschland gibt es vielleicht 70 Top-Innenstadt-Standorte, die für uns interessant sind. Es gibt aber Überlegungen für neue Formate zum Beispiel an Flughäfen und Bahnhöfen sowie auf der ‚grünen Wiese‘ mit guter Verkehrsanbindung und vielen Parkplätzen.“

Anders als manche Wettbewerber hat Five Guys bisher noch keine Fleischersatz-Burger im Angebot. „Wir wissen, dass die Zahl der Vegetarier und Veganer größer wird, und entwickeln ein Produkt für diese Zielgruppe“, sagt Gilcher dazu. Es müsse aber den strengen Qualitätsmaßstäben der Firma entsprechen: „Da sind wir noch nicht.“

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